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Physikprofessorin für Medizinische Fakultät in München: Brillante Röntgenstrahlung für die medizinische Diagnose

21.12.2009 - (idw) Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP)

Im Exzellenzcluster "Munich-Centre for Advanced Photonics" und in der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sind die Verantwortlichen sehr stolz, dass es ihnen gelungen ist, Prof. Paola Coan zu gewinnen. Prof. Coan kommt von der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) an die Isar, um in der Medizinischen Fakultät eine Nachwuchsgruppe zum Thema "Brillante Röntgenstrahlung für die medizinische Diagnose" aufzubauen. Die gebürtige Italienerin studierte Physik an der Universität Padua und ging nach ihrer Promotion 2006 an die ESRF und die J. Fourier-Universität (Grenoble) nach Frankreich. Ihre Leidenschaft gilt der Medizinphysik und ihr Fachgebiet ist die Röntgendiagnose: Sie will die Röntgen-Methoden der Großanlagen auf die Geräte anwenden, die in Kliniken zur Verfügung stehen. Mit verschiedenen Techniken konnte sie zeigen, dass sich durch die Beugung von Röntgenstrahlen ein wesentlich besserer Kontrast der Bilder erzeugen lässt: "Bei der kontrastreichen Bildgebung durch Phasenverschiebung müssen wir die Techniken genau auf ihre Eignung für die diagnostische Anwendung prüfen und optimieren", erklärt die frischgebackene Professorin ihre Forschung. Der Phasenverschiebung ist es zu verdanken, dass kleinste Dichteänderungen an Knochen, Knorpel und Weichteilen sichtbar werden. Diese winzigen Veränderungen sehen zu können ist eine wichtige Voraussetzung zur Diagnose, zur Medikamentenentwicklung und zur Heilung von weit verbreiteten Krankheiten wie Kniearthrose und Brustkrebs.

Prof. Coan leitete bereits ein Team hochqualifizierter Physiker in Grenoble, als sie den Ruf an die LMU erhielt. Sie habe die W2-Professur, die im Rahmen der Exzellenzinitiative neu entstand, angenommen, weil ihr das zweifellos eine einmalige berufliche wie persönliche Chance böte: "Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich in diesem wissenschaftlich hochinteressanten Umfeld in interdisziplinären Projekten arbeiten darf, zumal die wissenschaftlichen Ziele des Clusters nahezu deckungsgleich mit meinen eigenen sind." So sehr sich die junge Physikerin auf die neuen Herausforderungen freut, mit ein paar Schwierigkeiten wartet das neue Leben dennoch auf. So lebt sie das erste Mal in Deutschland, muss erst Land und Leute kennen lernen und die Trennung von Familie und Freunden ertragen. Einiges wird sie aber auch schnell zu schätzen wissen in der nördlichsten Stadt Italiens: Sie ist eine begeisterte Radfahrerin und Anhängerin von Kandinsky, Schiele und anderen Malern, deren Bilder in Münchener Museen hängen.
Weitere Informationen: http://www.munich-photonics.de - Homepage des Exzellenzclusters
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