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Kreditpunkte als Kennzahl für die Hochschulfinanzierung

25.01.2010 - (idw) HIS Hochschul-Informations-System GmbH

Im Zuge der Bologna-Reformen sind Module zu einem zentralen Element der Studienstrukturen an deutschen Hochschulen geworden. Die im Zusammenhang mit ihnen erhobenen Daten werden bislang jedoch noch wenig genutzt. Dabei bieten sich vielfältige Perspektiven ihres Einsatzes insbesondere im Rahmen der Hochschulfinanzierung und der Qualitätssicherung in der Lehre. Für die Berliner Hochschulen hat die HIS GmbH die Grundlagen für ein modulbezogenes Monitoring erarbeitet. Die Ergebnisse wurden nun in der Reihe Forum Hochschule publiziert. Im Zuge des Bologna-Prozesses wurde in den letzten Jahren der Großteil des Studienangebots an den deutschen Hochschulen in modularisierte Studienstrukturen überführt. Dies eröffnet die Chance, die im Zusammenhang mit Modulen erhobenen Daten systematisch für Steuerungszwecke zu nutzen. Ein Monitoring von Moduldaten könnte unterschiedlichen Zielen dienen. So lassen sich modul- bzw. kreditpunktbasierte Parameter beispielsweise in die Hochschulfinanzierung einbeziehen. Ziel ist es dabei, die Finanzierung an der tatsächlichen Studienintensität auszurichten. Im Ausland ist eine entsprechende Verwendung von Kreditpunktzahlen bereits vielfach üblich, sowohl auf der staatlichen Steuerungsebene - z. B. in Dänemark, Norwegen und der Schweiz - als auch an den Hochschulen selbst - z. B. an der Universiteit van Amsterdam.

Vielversprechende Perspektiven weisen modulbezogene Kennzahlen auch für die Qualitätssicherung der Lehre auf. Durch ein Monitoring von Modulbelegungen und vergebenen Kreditpunkten kann beispielsweise die Betreuung der Studierenden gezielt verbessert werden, indem abbruchgefährdeten Studierenden frühzeitig Beratungsangebote unterbreitet werden. An deutschen Hochschulen sind systematische Ansätze einer Nutzung modulbezogener Kennzahlen bisher noch wenig verbreitet. Dies zeigte eine Tagung der HIS Hochschul-Informations-System GmbH im Frühjahr 2008. Erste Erfahrungen mit ihrem Einsatz liegen allerdings an den Universitäten Oldenburg und Freiburg sowie an der Hochschule Offenburg vor.

Ausgehend von einer entsprechenden Festlegung in den Berliner Hochschulverträgen für 2006 bis 2009 wurde im Rahmen des Projektes der HIS GmbH mit den Berliner Hochschulen geprüft, welches Potential modulbezogene Kennzahlen für die Hochschulfinanzierung und das Controlling an Hochschulen aufweisen. Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Verfahren der Hochschulfinanzierung bietet der Einsatz modulbezogener Kennzahlen eine Reihe von Vorteilen. Neben der Unmittelbarkeit der Anreizsetzung sind hier vor allem eine höhere Genauigkeit bei der Erfassung des Ausbildungserfolges und eine bessere Abbildung der Lehrverflechtung zwischen den Lehreinheiten einer Hochschule zu nennen. Gleichzeitig ist jedoch die Generierung der benötigten Daten an besondere Voraussetzungen gebunden. Insbesondere muss eine ausreichende IT-Unterstützung der Datenerfassung und -auswertung gesichert sein und den Anforderungen des Datenschutzes Rechnung getragen werden.

Zusätzlich wurde mit den Berliner Hochschulen untersucht, inwiefern Ansätze eines modulbezogenen Monitorings auch für die interne Hochschulsteuerung neue Möglichkeiten bieten, zum Beispiel im Bereich der Qualitätssicherung der Lehre. "Wichtig ist dabei vor allem, dass diese Instrumente hochschulintern gut kommuniziert werden und für die Lehrenden und Studierenden deutlich wird, in welcher Weise damit eine Unterstützung und Förderung der Lehrqualität verbunden ist", so Dr. Michael Jaeger, Leiter der Studie bei der HIS GmbH.

Die Publikation "Kreditpunkte als Kennzahl für die Hochschulfinanzierung. Grundlagen für ein modulbezogenes Monitoring für die Berliner Hochschulen" stellt die Verwendungsmöglichkeiten von modulbezogenen Kennzahlen im Kontext der Hochschulfinanzierung anhand von Beispielen aus dem In- und Ausland vor. Für die Berliner Hochschulen wurde im Rahmen des Projektes ein Kennzahlenansatz für den Ausbildungserfolg auf Modulebene entwickelt. Dieser wird in der Publikation ausführlich illustriert. Neben dem Einsatz modulbezogener Kennzahlen im Finanzierungskontext werden auch ihre Verwendungsmöglichkeiten im Bereich der Qualitätssicherung der Lehre diskutiert.

Die gesamte Publikation steht unter http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200912.pdf als PDF-Download kostenlos zur Verfügung. Eine Printversion von HIS:Forum Hochschule 12|2009 "Kreditpunkte als Kennzahl für die Hochschulfinanzierung. Grundlagen für ein modulbezogenes Monitoring für die Berliner Hochschulen" können Interessenten gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro direkt bei der HIS GmbH bestellen.


Nähere Informationen:
Dr. Michael Jaeger
Tel.: 0511/1220-377

E-Mail: m.jaeger@his.de

Dr. Sandra Sanders
Tel.: 0511/1220-310
E-Mail: sanders@his.de

Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel.: 0511/1220-290
E-Mail: hafner@his.de

Tanja Barthelmes
Tel.: 0511/1220-384
E-Mail: barthelmes@his.de
Weitere Informationen: http://www.his.de/pdf/pub_fh/fh-200912.pdf - Download Forum Hochschule 12|2009 Anhang
Pressemitteilung zum HIS:Forum Hochschule 12|2009 "Kreditpunkte als Kennzahl für die Hochschulfinanzierung"
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