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Terror und Religion. Zur Aktualität geheiligter Gewalt in Politik und Gesellschaft

11.02.2010 - (idw) Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Seit dem 11. September 2001 haben die konkreten Formen und die vermeintlichen Ursprünge der vom neuen internationalen Terrorismus ausgeübten Gewalt die Auffassung von politischer Ordnung und Religion in den westlichen liberalen Staaten nachhaltig verändert. Die gesellschaftlichen Debatten und politischen Reaktionen sind selbst in besonderer Weise mit dem Wesen und der Funktionsweise des internationalen Terrorismus verschränkt. Über das Verhältnis von Religion und Politik diskutieren Wissenschaftler und Experten auf einer Tagung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) am 26. und 27. Februar 2010. Ausgangspunkt der Tagung "Terror und Religion. Zur Aktualität geheiligter Gewalt in Politik und Gesellschaft" ist die Tatsache, dass die politische Gewalt des vermeintlich religiös motivierten transnationalen Terrorismus eine neue Reflexion grundlegender Konzeptionen "politischer Theologie" erfordert. Die Bezüge der liberalen politischen Ordnungen zu einer spezifisch christlichen Glaubenskultur sind noch immer offensichtlich. Die Genese der christlichen Ordnungsvorstellungen und ihre Spiegelung in den Konstruktionen der kirchlichen Strukturen finden in der islamischen Welt und ihren politischen Ordnungsvorstellungen zweifelsfrei ihr Gegenüber. Die in den modernen westlichen Staaten in Vergessenheit geratene Rolle der Religion für die Ordnung des Politischen kommt mit ungeheurer Heftigkeit zurück ins Merkfeld unserer Kultur.

Deshalb stellt die vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen veranstaltete Tagung folgende Fragen in den Mittelpunkt: Ist der islamische Terrorismus vor allem eine religiöse Gewalthandlung, die mit entsprechend religiös motivierter Gegengewalt eingedämmt wird? Welches Verhältnis gehen Religion und Politik durch diese Entwicklung ein? Und findet auch in den westlichen Ländern - gewissermaßen als Antwort auf den islamischen Fundamentalismus - eine Rückkehr der Religion in zentrale Bereiche der Politik statt?

Ausführliches Tagungsprogramm: http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-272.html

Wissenschaftliche Leitung: Alfred Hirsch (KWI Essen) und Tobias Klass (Universität Wuppertal).

ReferentInnen:
Korkut Bugday (Verfassungsschutz NRW, Düsseldorf), Hans Kippenberg (Jacobs University Bremen), Volkhard Krech (Ruhr-Universität Bochum), Albrecht Metzger (Freier Publizist, Hamburg), Aladdin Sarhan (Universität Erfurt), Ulrich Schneckener (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), Manfred Schneider (Ruhr-Universität Bochum), Sigrid Weigel (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin), Harald Welzer (KWI Essen).

Datum: 26. Februar (13-19.15 Uhr) und 27. Februar 2010 (9-13.30 Uhr)
Ort: NOVA VITA Residenz Essen, Goethestr. 19, 45128 Essen (bitte am Eingang der Goethestr. 19 bei "Rezeption" klingeln)

Journalisten sind herzlich eingeladen, um eine Anmeldung bis zum 25. Februar 2010 wird gebeten.

Kontakt:
Magdalena Schaeffer, Pressesprecherin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Tel. 0201 7204 -152,
magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de.

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter
http://www.kulturwissenschaften.de/home/veranstaltung-272.html

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI):
Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Seine Aufgabe ist die Förderung hervorragender interdisziplinärer Forschung in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur praxisnah und mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Derzeit stehen die Themenfelder kollektive Erinnerung, kulturelle Vielfalt der Weltgesellschaft, soziale Verantwortung und kulturelle Aspekte des Klimawandels im Mittelpunkt. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit, es unterhält enge Partnerschaften mit Kultureinrichtungen und Medien.

TAGUNGSPROGRAMM

Terror und Religion. Zur Aktualität geheiligter Gewalt in Politik und Gesellschaft

Eine Tagung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI)
am 26. und 27. Februar 2010
in der NOVA VITA Residenz Essen, Goethestr. 19, 45128 Essen.

FREITAG, 26. Februar 2010

13.00 - 13.30 Uhr
Begrüßung und Einleitung
Alfred Hirsch (KWI Essen) und Tobias Klass (Universität Wuppertal)

13.30 - 14.30 Uhr
Religion und Terror - systematische Überlegungen
Volkhard Krech (Ruhr-Universität Bochum)

14.30 - 15.30 Uhr
Terrorismus als Elitenphänomen
Harald Welzer (KWI Essen)

15.30 - 16.00 Uhr Pause

16.00 - 17.00 Uhr
Säkularer versus religiös motivierter Terrorismus: Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede?
Ulrich Schneckener (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

17.00 - 18.00 Uhr
"Gewalt im prägnanten Sinne des Wortes" (Walter Benjamin). Zum Zusammenhang religiöser und politischer Legitimierungskonzepte
Sigrid Weigel (Zentrum Literatur- und Kulturforschung, TU Berlin)

18.00 - 18.15 Uhr Pause

18.15 - 19.15 Uhr
Zur Konzeption von Terrorismus: politisch und metaphysisch
Hans Kippenberg (Jacobs University Bremen)

SAMSTAG, 27. Februar 2010

09.00 - 10.00 Uhr
"Ich bin Gott". Die Religion der Schoolshooter
Manfred Schneider (Ruhr-Universität Bochum)

10.00 - 11.00 Uhr

Islamistischer Terrorismus oder islamischer Widerstand? Die Grenzen zwischen Terrorismus und militantem Widerstand im Licht islamistisch motivierter Anschläge und ihrer Rechtfertigung durch Jihadisten
Korkut Bugday (NRW Verfassungsschutz, Düsseldorf)

11.00 - 11.30 Uhr Pause

11.30 - 12.30 Uhr
Die Salafijyya-Bewegung: Ein Motor des Terrorismus?
Albrecht Metzger (Freier Publizist, Hamburg)

12.30 - 13.30 Uhr
Der Jihad - eine islamische Glaubenspflicht im Dienste des transnationalen Terrorismus
Aladdin Sarhan (Universität Erfurt)

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