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Social Entrepreneurship im etablierten Wohlfahrtsstaat: RUB-Forscher untersuchen Innovationspotential in Bildung und Alt

16.03.2010 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Förderung im Mercator Forscherverbund "Innovatives Soziales Handeln - Social Entrepreneurship"

Am Beispiel von Bildung und Altenhilfe/-pflege untersuchen Forscher der Ruhr-Universität hybride Organisationsformen zwischen "Social Entrepreneurship" und etablierten Wohlfahrtsorganisationen. Ihre zentrale Frage: Erfüllen solche Initiativen lediglich eine Lückenbüßer-Funktion oder stoßen sie Innovationen an, die auch auf andere etablierte Bildungsanbieter, Wohlfahrtsproduzenten und Leistungsträger ausstrahlen? Das Projekt "Social Entrepreneurship im etablierten Wohlfahrtsstaat - Lückenbüßer oder Innovationsinkubator" wird im Rahmen des Mercator Forscherverbunds "Innovatives Soziales Handeln - Social Entrepreneurship" mit rund 170.000 Euro gefördert.

Machen innovative Ideen Schule?

Wer innovative Angebote im sozialen Bereich mit unternehmerischen Mitteln aufbaut und dabei ein Risiko eingeht, kann als Social Entrepreneur betrachtet werden - auch innerhalb eines Wohlfahrtsverbandes. Die Organisationsformen und ihre Mischungen sind so vielfältig wie die Angebote. "Ein Beispiel für ein innovatives Angebot ist etwa die kultursensible Altenpflege, speziell für Menschen mit Migrationshintergrund", erklärt Projektmitarbeiterin Dr. Katrin Schneiders. "Wir fragen: Machen solche zündenden Ideen in einer Region oder innerhalb eines Wohlfahrtsverbandes Schule oder verglühen sie?" Dem gehen die Forscher unter Leitung von Prof. Dr. Rolf G. Heinze (RUB-Sozialwissenschaft) und Prof. Dr. Martin Burgi (RUB-Rechtswissenschaft) gemeinsam mit Dr. Stephan Grohs (Universität Konstanz) nach.

Die Rolle des Social Entrepreneurship

Sie wollen u.a. folgende Fragen beantworten: Welche Rolle kann "Social Entrepreneurship" im etablierten System der Wohlfahrtsproduktion spielen? Wie können "Social Entrepreneurship" produktiv in etablierte Strukturen eingepasst und Kooperationsstrukturen aufgebaut werden, die etablierte und neue innovative Lösungen ermöglichen? Wie sind die Rechtsprobleme dieser Hybridität zwischen Arbeitsteilung und Wettbewerb zu lösen? Die wissenschaftliche Untersuchung stützt sich auf eine systematische Erfassung und Befragung der hybriden Organisationen. Hybride Organisationsformen von sozialen Diensten, die als soziale Unternehmen im Sinne des Social Entrepreneurship auftreten, breiten sich bei der Produktion sozialer Dienstleistungen in verschiedenen Sektoren aus. Allerdings liegen noch keine gesicherten empirischen Erkenntnisse über das Ausmaß und die spezifischen "Vermischungen" vor. Die Forscher wollen die realen Wandlungsprozesse in den ausgewählten Feldern nachzeichnen und einordnen.

Mercator Verbund Innovatives Soziales Handeln - Social Entrepreneurship

Die Stiftung Mercator hat mit 970.000 Euro den ersten nationalen Forscherverbund zum Thema "Innovatives Soziales Handeln - Social Entrepreneurship" gegründet. Ziel ist es herauszufinden, ob und inwieweit "Social Entrepreneurship" in Deutschland als Modell für sozialunternehmerisches Handeln dienen kann. Der Mercator Forscherverbund besteht aus vier Projekten an acht deutschen Universitäten und Forschungsinstituten und vereinigt 25 Wissenschaftler. Die Forschung wird sich auf die Themen Bildung, Klima/Umwelt und Migration/Integration konzentrieren. Geplant sind sowohl theoretische Analysen als auch die Auswertung empirischer Daten. Die Ergebnisse sollen in Empfehlungen für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft münden.


Weitere Informationen

Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22981; E-Mail: rolf.heinze@rub.de

Redaktion: Meike Drießen
Weitere Informationen: http://www.stiftung-mercator.de/social-entrepreneurship - Informationen im Internet (Stiftung Mercator)
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