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Von kleinen/mittleren Betrieben geschätzt - der neue Beruf "Kaufmann/frau für audiovisuelle Medien"

28.06.2003 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Vor allem von kleinen und mittleren Betrieben der Medienbranche wird er geschätzt - der seit 1998 ausgebildete Beruf "Kaufmann/frau für audiovisuelle Medien"! Seine breit gefächerten Ausbildungsinhalte qualifizieren für die vielfältigen Tätigkeiten, die in Medienbetrieben dieser Größenordnung (z.B. Betriebe im Bereich der Film-, Video- und/oder der Musik-produktion, Bildagenturen u.ä. mit einer Mitarbeiter(innen)zahl von 6 bis 350) anfallen: Gebraucht werden hier Fachkräfte mit breitem kaufmännischem und produktspezifischem Grundwissen, mit praxisnahen medienspezifischen Kenntnissen u.a. für den Einsatz rund um die Produktion im Bereich TV, Hörfunk, Film o.ä. und schließlich auch mit Kenntnissen über organisatorische und verwaltungstechnische Abläufe. Entscheidend ist, dass so ausgebildete Fachkräfte flexibel in vielen Betriebsbereichen eingesetzt werden können - je nach individuellen Fähigkeiten und betriebsspezifischem Bedarf. Die Zeit, in der gerade kleine und mittlere Unternehmen zeit- und vor allem kostenintensiv Quereinsteiger immer wieder für die vielfältigen Tätigkeiten qualifizieren mussten, ist damit endgültig vorbei - für diese Aufgaben stehen jetzt ausgebildete Kaufleute für audiovisuelle Medien zur Verfügung!

So beurteilen die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) befragten Personal- und Ausbildungsverantwortlichen in Betrieben und Bildungsverantwortliche der zuständigen Stellen die Akzeptanz des neuen Ausbildungsberufs "Kaufmann/frau für audiovisuelle Medien" in der Praxis. Die Befragung wurde 2000/2001 im Rahmen eines BIBB-Forschungsprojekts zu den 1998 erlassenen neuen Dienstleistungsberufen durchgeführt.

Weitere Befragungsergebnisse:

· Mit dem Beruf konnte eine große Anzahl von neuen Betrieben für die Ausbildung ge-wonnen werden: 1999 stiegen insgesamt 126 Ausbildungsbetriebe neu in die Ausbildung ein, und speziell in den Medienhochburgen Köln und Hamburg stellten viele kleine und mittlere Unternehmen erstmals Ausbildungsplätze zur Verfügung. Im IHK-Bezirk Köln stieg die Anzahl der im Beruf "Kaufmann/frau für audiovisuelle Medien" ausbildenden Unternehmen von 29 im Jahr 1998 auf 94 in 2001.

· Die breite Fächerung der zu vermittelnden Ausbildungsinhalte findet bei vielen, aber nicht bei allen Betrieben der Branche Zustimmung. Sowohl große, öffentlich-rechtliche Unternehmen als auch kleinere Privatbetriebe bemängeln, dass die geforderte inhaltliche Vielfalt entweder aufgrund ihrer betrieblichen Spezialisierung oder aber auch aus Zeitgründen von ihnen nicht vermittelt werden kann.

· Der Zusammenschluss zu Ausbildungsverbünden wird als ein Weg gesehen, Ausbildungshemmnisse (z.B. Spezialisierung des Betriebs, Zeitknappheit) zu beseitigen, um dennoch Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen zu können: Gegenwärtig werden 62 Kaufleute für audiovisuelle Medien in drei Ausbildungsverbünden ausgebildet. Wie die Befragung zeigt, benötigen allerdings insbesondere die kleinen ausbildenden Betriebe sowohl Hilfen bei der Organisation von Ausbildungsverbünden als auch bei der Umsetzung der Ausbildungsinhalte in ihrem eigenen Betrieb.

· Die strukturelle Verbindung von Aus- und Weiterbildung wird als "verbesserungswürdig" bezeichnet. (Dieser Forderung wird z.Zt. mit der vom BIBB durchgeführten Evalua-tion der Weiterbildung zum/zur Medienfachwirt/in entsprochen, die 2004 in eine bundeseinheitliche Regelung nach § 46 Abs.2 BBiG überführt werden soll).

Die aktuelle quantitative Ausbildungsplatzentwicklung in dem neuen Beruf zeigt, dass trotz seines hoffnungsvollen Starts in 1998 die schwierige wirtschaftliche Situation der Betriebe in der Medienbranche nicht ohne Auswirkungen auf die Ausbildungsplätze für die Kaufleute für audiovisuelle Medien geblieben ist: Die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist leicht rückläufig. Wurden 2001 noch 391 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, so waren es 2002 nur noch 329. Allerdings ist der Einbruch nur in den alten Bundesländern und hier insbesondere in Nordrhein-Westfalen und Hamburg zu verzeichnen (von 339 in 2001 auf 262 in 2002); in den neuen Ländern fanden dagegen in 2002 mehr Jugendliche einen Ausbildungsplatz als noch ein Jahr zuvor: 52 in 2001 - 67 in 2002!

Weitere Informationen zu der Untersuchung im Internet unter http://www.bibb.de/forum/fram_fo1.htm, Ab-schlussbericht zum Forschungsprojekt "Quantitative und qualitativ strukturelle Aspekte bei neuen Ausbildungs-berufen für den Dienstleistungssektor".

Auskunft im BIBB erteilt Bettina Webers, Email: webers@bibb.de

Das BIBB-Info-Telegramm für Juli ist erschienen und über unten stehenden Link abrufbar
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