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Lothar Späth erhält Karl-Winnacker-Preis

28.06.2003 - (idw) Philipps-Universität Marburg

Auszeichnung heute abend durch den Marburger Universitätsbund

Lothar Späth, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Jenoptik AG (Jena) und ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg (1978-1991), wird heute abend mit dem Karl-Winnacker-Preis des Marburger Universitätsbundes e.V. ausgezeichnet. Die Vereinigung der Freunde und Förderer der Philipps-Universität Marburg würdigt mit diesem Preis, der mit 5000 Euro dotiert ist, die besonderen Verdienste Späths um die Förderung der Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft auf naturwissenschaftlichem Gebiet.

Die Zeit, in der Lothar Späth Ministerpräsident war, sei für Baden-Württemberg und die Beziehung zwischen Wirtschaft, Politik und Hochschule sehr fruchtbar gewesen, hebt Professor Bicker, Vorsitzender des Marburger Universitätsbundes, in seiner Laudatio hervor. Besser als Lothar Späth kenne hier wohl keiner das Konzept für Public-Private Partnership bei der Förderung von Kultur und Wissenschaft von der "Public"-Seite her. Als Vorsitzender der Geschäftsführung der Jenoptik GmbH und später als Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG habe er nicht nur Industriegeschichte bei der Umgestaltung der Wirtschaft in den neuen Bundesländern geschrieben, sondern auch der Private-Public-Spannung von Wissenschaft und Kultur nun von der "Private"-Seite seinen Stempel aufgedrückt.

Wie groß dabei sein Beitrag und seine Verdienste seien, manifestiert sich laut Bicker sowohl in der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universitäten Karlsruhe und Pécs (Ungarn) und der Ehrensenatorenwürde der Universitäten Ulm und Jena. Seine enge Verbindung auch zur Lehre und den Studierenden sei von der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Verleihung der Honorarprofessur für das Fachgebiet Medien und Zeitdiagnostik gewürdigt worden. Wie sehr Lothar Späth auch als Industrieller Forschung und Wissenschaft gefördert habe, bewiesen Institute in Jena, vor allem das Fraunhofer-Institut für elektronische Optik, das er aus dem alten Jenaer Kombinat heraus zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft geschaffen habe. In dieses Cluster seien eine fruchtbare Universität, Max-Planck-Institute und Fachhochschulen in Jena und im Umfeld eingebunden.

Neben der staatlichen Finanzierung müssten sich die Hochschulen für eine zeitgerechte und schnelle Anpassung an internationale Entwicklungen in Lehre und Forschung zunehmend privates Kapital erschließen, unstreicht Professor Horst F. Kern, Präsident der Marburger Universität, anlässlich der Verleihung des Winnacker-Preises. Dieses Konzept könne sich nicht mehr auf das allgemeine Wohlwollen von Stiftern verlassen, vielmehr müsse ein konzept- und projektbezogenes Investment in die Universität angestrebt werden.

Universitätspräsident Kern würdigt den "Vor- und Querdenker" Lothar Späth als einen erfolgreichen Wirtschaftsmanager und einen verdienstvollen Politiker und ehemaligen Ministerpräsidenten eines Bundeslandes, "auf das vor allem weiter nördlich angesiedelte Hochschulen stets mit leichtem Neid geblickt haben und noch immer blicken, weil sie mit der Finanzausstattung baden-württembergischer Hochschulen in aller Regel nicht konkurrieren können und deshalb nicht selten Spitzen-Forscher verlieren, die lieber ins Ländle wechseln, wenn sie von dort ein Ruf erreicht".

Der 1991 erstmals verliehene Karl-Winnacker-Preis, der alle zwei Jahre vergeben wird, erinnert an den ehemaligen langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden des Marburger Universitätsbundes, der sich in besonderer Weise um die Förderung der Philipps-Universität verdient gemacht hat. Winnacker, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hat die Zusammenarbeit zwischen universitärer Theorie und industrieller Praxis stets engagiert vorgelebt.

Die Preisverleihung findet um 18 Uhr statt.

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