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Humboldt-Universität baut ihr Profil in den Geschlechterstudien aus

28.06.2003 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Am 4. Juli 2003 wird das "Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien" eröffnet

Viele sprechen von Transdisziplinarität - die Geschlechterforschung lebt von ihr. Am 28. Januar 2003 hatte der Akademische Senat der Humboldt-Universität zu Berlin beschlossen, das bisherige Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF) und den in Deutschland bislang einmaligen Magisterstudiengang Geschlechterstudien/Gender Studies in einer neuen Struktur zusammenzuführen: Am 4. Juli 2003 wird das "Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien" eröffnet, in dem Angehörige unterschiedlichster Fächer vertreten sein werden.

Das neue Zentrum ist eine transdisziplinäre wissenschaftliche Einrichtung. Sie ist an der Philosophischen Fakultät III mit eigenen Entscheidungsgremien und Ressourcen angesiedelt. In hochschulpolitisch brisanten Zeiten bemüht sich die Humboldt-Universität so auch darum, insbesondere den Studiengang Gender Studies strukturell, personell und finanziell dauerhaft abzusichern. Wissenschaftspolitisch betritt die HU auch sonst Neuland: Sie hat zum Wintersemester 2002/03 mit Prof. Dr. Susanne Baer, LL.M. an der Juristischen Fakultät eine Professur mit doppelter Anbindung - in einem traditionellen Fach und in den übergreifenden Geschlechterstudien - besetzt.

Das neue Zentrum steht in einer guten Tradition. An der Humboldt-Universität hat nicht nur das ZiF erfolgreich gearbeitet. Zudem gibt es mittlerweile zahlreiche Aktivitäten zur Lehre und Forschung, die von der feministischen Stadtentwicklung bis zur frauenspezifischen Ge-sundheitsforschung reichen. Das ZiF hat in den zurückliegenden Jahren die Kooperation von Wissenschaftlerinnen zum Thema "Gender" disziplinenübergreifend gefördert, sich für die Verankerung frauen- und geschlechterspezifischer Lehre in den Fächern eingesetzt und mit Studierenden und Lehrenden verschiedener Institute einen eigenständigen Studiengang ent-wickelt. Zum Wintersemester 1997/98 konnte der interdisziplinäre Magisterstudiengang Ge-schlechterstudien/Gender Studies als erster Hauptfachstudiengang in Deutschland eingerichtet werden. Ob der starken Nachfrage musste ein interner NC eingeführt werden. Inzwischen studieren an der Humboldt-Universität erfolgreich 395 Studierende im Hauptfach und 177 im Nebenfach Gender Studies, davon 15 % Männer.

Diese Erfolge gilt es zu feiern. Das "Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien" wird am 4. Juli um 18 Uhr im Senatssaal der HU, Unter den Linden 6, feierlich eröffnet. Gleichzeitig findet in der HU eine Tagung "Geschlechterstudien im deutschsprachigen Raum - Erfahrungen und Herausforderungen" (am 4. und 5. Juli) statt. Sechs Jahre nach Einrichtung der ersten interdisziplinären Gender Studies-Studiengänge in Deutschland wollen Vertreterin-nen und Vertreter von 29 Hochschulen aus der BRD, Österreich und der Schweiz ihre Erfahrungen mit der interdisziplinären Lehre in den Gender Studies austauschen. Gefragt werden soll u.a., was Gender Studies heute sind, welche Schlüsselqualifikationen die Studierenden für welche Berufsfelder erwerben müssen, wie kreativ bestimmte Lehrformen und Strukturen sind und welche Herausforderungen sich aus der bundesweit forcierten Modularisierung und der Einführung von BA-/MA-Studiengängen ergeben. Hier zeigt sich nicht nur, dass an der HU die Geschlechterstudien einen Ort haben, sondern dass sie auch dafür Sorge tragen, Qualität in kritischer Selbstreflektion zu sichern.

Kontakt: Prof. Dr. Susanne Baer, Tel. 030-2093 3324/-3467

Dr. Gabriele Jähnert, Tel.: 030-2093 8201
Dr. des. Ilona Pache, Tel.: 030-2093 1700
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