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Die Ringvorlesungen der Universität des Saarlandes in der kommenden Woche: Vom Nibelungenlied bis zum Umgang mit Arbeit

22.04.2010 - (idw) Universität des Saarlandes

Die Universität des Saarlandes veranstaltet im Sommersemester in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken mehrere Ringvorlesungen, die für alle Interessierten offen sind. Die Themen kreisen um Kunst und Kultur. In der 17. Kalenderwoche stehen folgende Vorlesungen auf dem Programm:

Montag, 26. April 2010

Tragödie: die bleibende Herausforderung
19 Uhr, Rathausfestsaal der Stadt Saarbrücken

"Von Lucan zum Nibelungenlied: Tragik und Heroik in der Literatur des Mittelalters"
Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs (Germanistik, Saar-Uni)

Der mittelalterliche Begriff der Tragödie ist im Gegensatz zur Antike ein undramatischer, epischer und formaler Begriff. Lucans Epos "Pharsalia" aus dem ersten Jahrhundert nach Christus handelt vom Zugrundegehen Roms am Ehrgeiz des Pompeius und Caesars. Das Werk war ebenso wie die Thematik des Nibelungenliedes bei mittelalterlichen Zeitgenossen bekannt. Beide Geschichten handeln vom Ehrgeiz großer Fürsten oder Könige, der zu großem Leid und dem Untergang eines ganzen Volkes führt. Im Vortrag wird die Verwirklichung von Heroik und Tragik im Mittelalter anhand der beiden Beispiele erklärt.

Dienstag, 27. April 2010

Empirie, Daten und Digitalisierung in den Geisteswissenschaften
18 Uhr, Uni Campus, Geb. A2 2, Hörsaal 2.02

"Wissen im Web"
Gerhard Weikum (Informatik, MPI Saarbrücken)

Die über das World Wide Web zugänglichen Informationen könnten eine allumfassende enzyklopädische Wissensbank bilden, die vom Schüler bis zum Nobelpreisträger genutzt werden könnte. Dieses Wissen ist jedoch zu schwach organisiert, und es ist schwer, präzise Antworten für komplexere Wissensrecherchen zu erhalten, wenn man auf Google-artige Suchmaschinen und das manuelle Durchstöbern von Wikipedia angewiesen ist. Der Vortrag stellt aktuelle Forschungsrichtungen der Informatik vor, die es ermöglichen sollen, Wissen im Web systematisch in einer strukturierten Wissensbasis zu organisieren. Dies würde die Arbeit von Wissenschaftlern, Journalisten oder anderen Berufsgruppen enorm erleichtern. Langfristig könnten solche Trends zu einer Revolution der Arbeitsweise in den Geisteswissenschaften führen.

Mittwoch, 28. April 2010

Kulturelle Grundlagen Europas
19 Uhr, Stadtgalerie Saarbrücken, St. Johanner Markt 24

"Arbeit und Ruhe"
Prof. Dr. Jürgen Ebach (Bochum)

Im antiken Griechenland und Rom wollte und sollte derjenige, der es zu
etwas gebracht hatte, nicht arbeiten: Müßiggang galt als Ideal. Demgegenüber wird im jüdisch-christlich geprägten Kulturraum Arbeit hochgeschätzt - als Mittel zum Broterwerb, aber auch als Ausdruck der Persönlichkeit: Arbeit ist lebensnotwendig und gut! Nicht minder lebensnotwendig und gut ist Ruhe. Seit ca. 3000 Jahren folgt deshalb der Lebensrhythmus von Juden, Christen und Muslimen dem Wechsel von sechs Tagen Arbeit und einem Tag Ruhe - eine oft für selbstverständlich gehaltene kulturelle Grundlage Europas. Erst die moderne Industriegesellschaft unterläuft diesen Rhythmus schleichend und stellt ihn explizit in Frage.

Prof. Dr. Jürgen Ebach, Professor für Altes Testament an der Ruhr-Universität Bochum, führt in die biblischen und antiken Traditionen und Logiken des Umgangs mit Arbeit und Ruhe ein und lässt so unsere Lebensgewohnheiten in neuem Licht sehen.

Einen weiteren Vortrag (außerhalb der Reihe der Ringvorlesungen) veranstaltet das Institut für Sport- und Präventivmedizin

Mittwoch, 28. April 2010, 17.00 Uhr, Uni-Campus, Geb. B8 1, Raum 0.23

"Risikofaktoren für vordere Kreuzbandrupturen bei Mannschaftssportlerinnen - eine norwegische 5-Jahres-Kohortenstudie"
Dr. Kathrin Steffen

Vordere Kreuzbandverletzungen treten in Ballsportarten relativ häufig auf. Diese schwerwiegende Verletzung betrifft Frauen fünf- bis siebenmal häufiger als Männer. Verschiedene Trainingsprogramme zur Verletzungsprävention sind erfolgreich, jedoch sind die genauen Ursachen der Verletzungen noch unbekannt. Am Oslo Trauma and Research Centre (OSTRC) läuft von 2007 bis 2012 eine Langzeitstudie mit derzeit 464 norwegischen Ballsportlerinnen (Hand- und Fußball-Bundesliga). Ziel der Forscher ist es, biomechanische, anatomische und physiologische Risikofaktoren zu bestimmen.


Kathrin Steffen, Diplom-Sportwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am OSTRC, wird das Projekt vorstellen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Verletzungsprävention und -epidemiologie sowie Risikofaktoren für Verletzungen.

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