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Wissenschaftliche Anerkennung aus den USA

22.04.2010 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Die Association for Chemoreception Sciences (AChemS) zeichnet jeweils im Rahmen ihrer Jahrestagung einen Nachwuchswissenschaftler aus, der bereits eine herausragende Bilanz seiner Forschertätigkeit nachweisen kann und das Potenzial hat, künftig die Forschung im Bereich des Geruchssinns wesentlichen zu befördern. Diesen "Young Investigator Award for Research in Olfaction" vergab die amerikanische Gesellschaft jetzt an Univ.-Prof. Marc Spehr PhD in St. Petersburg, Florida. Er hat an der RWTH seit einem Jahr eine Lichtenberg-Professur für Chemosensorik am Institut für Biologie II inne. Die Association for Chemoreception Sciences ist die weltweit führende Organisation für neurobiologische Geruchs- und Geschmacksforschung und vereint dabei Grundlagenforschung mit Anwendungen in Medizin und Industrie.

Den mit 2.000 US-Dollar dotierten Preis im Arbeitsgebiet der sensorischen Neurowissenschaften haben in der Vergangenheit bereits bedeutende Forscherpersönlichkeiten erhalten wie beispielsweise die Nobelpreisträgerin für Medizin und Physiologie, Linda B. Buck (1992), sowie einer der künftigen Direktoren am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt, Peter Mombaerts (2001).

Bevor er nach Aachen kam, forschte Prof. Spehr als Emmy Noether-Stipendiat an der medizinischen Fakultät der University of Maryland in Baltimore (USA) und leitete von 2006 bis 2009 eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe an der Ruhr-Universität Bochum. Forschungsschwerpunkt von Marc Spehr sind die neurobiologischen Grundlagen sozialer Kommunikation bei Säugetieren. Seine Arbeitsgruppe untersucht zum Beispiel, wie Duftsubstanzen, so genannte Pheromone, von Nervenzellen in der Riechschleimhaut erkannt und in höheren Hirnregionen verarbeitet werden. Außerdem interessiert die Wissenschaftler, wie diese Signale das Verhalten beziehungsweise den Hormonhaushalt beeinflussen. Die Bedeutung der Pheromone und vergleichbarer Duftstoffe manifestiert sich in ihrer Funktion als molekulare "Schalter", deren Erkennung zum Beispiel automatisch ein genetisch bestimmtes Verhalten auslöst und eventuell direkt den hormonellen Haushalt des Rezipienten kontrolliert. Dabei beeinflussen diese Düfte so bedeutende Verhaltenseigenschaften wie Partnerwahl, Territorial- und Aggressionsverhalten. Gleichzeitig können Düfte die Psyche des Menschen erheblich beeinflussen und beispielsweise auf Stimmungen wirken sowie An- oder Entspannung hervorrufen. Auch Erinnerungen an lang zurückliegende Ereignisse können durch Duftwahrnehmung hervorgerufen werden. Trotz dieser fundamentalen Bedeutung sind viele Mechanismen der Duftwahrnehmung und -verarbeitung bis heute noch weitgehend unverstanden.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Marc Spehr PhD
Lichtenberg-Professor for Chemosensation
Tel.: 0241 80 - 20802
E-Mail: m.spehr@sensorik.rwth-aachen.de
http://www.sensorik.rwth-aachen.de
http://www.achems.org

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