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19. Brahms Festival Lübeck "Neue Bahnen"

23.04.2010 - (idw) Musikhochschule Lübeck

Vom 30. April bis zum 9. Mai feiert die Musikhochschule Lübeck mit 13 Konzerten ihr 19. Brahms-Festival Lübeck unter dem Motto "Neue Bahnen". Dozenten und Studierende der Musikhochschule, darunter auch Starklarinettistin Sabine Meyer, stellen neben Werken von Johannes Brahms Schlüsselwerke der Moderne vor. Auch zweier Jubilare wird gedacht: Frédéric Chopin und Robert Schumann, der seinen musikhistorisch berühmt gewordenen Artikel über Johannes Brahms mit dem Titel "Neue Bahnen" überschrieb. Auf dem Programm des Festivals stehen zwei Sinfoniekonzerte, mehrere Kammermusikabende, ein Themenabend und ein Familienkonzert. Der programmatische Bogen spannt sich vom 19. über das 20. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. Das Festival wird vom Hochschulorchester unter Leitung von Christoph Altstaedt (Berlin) am Samstag, 1. Mai um 20 Uhr mit Brahms dritter Sinfonie und Schumanns Violinkonzert d-Moll eröffnet. Solistin ist die Geigerin Christiane Edinger, Professorin an der Musikhochschule Lübeck. Dieter Mack, Professor für Komposition, schrieb für das Brahms-Festival 2010 mit "Terasi" ein Werk für groß besetztes Orchester, das im Konzert uraufgeführt wird. Zuvor gibt es im Präludium am Samstag, 1. Mai um 18 Uhr ein Gespräch mit den beiden Komponisten Dieter Mack und Friedhelm Döhl über das neue Werk, das seinen Titel von einem indonesischen Gewürz bezieht. Dazu der Komponist: "Terasi ist eine vergorene Krabbenpaste mit sehr penetrantem und unerfreulichem Geruch. Balanciert eingesetzt kann sie in Verbindung mit anderen Gewürzen einen neuen, ausgesprochen köstlichen Geschmack entfalten. Ich wählte diesen etwas amüsanten Titel, weil ich die Idee einer Musik hatte, deren "unerfreuliche" Elemente in einem anderen Zusammenhang zu einem notwendigen und integralen Teil des Ganzen werden". Das Sinfoniekonzert wird am Sonntag, 2. Mai wiederholt.

Dozenten, Studierende und Gäste der Hochschule gestalten am Freitag, 30. April und Sonntag, 2. Mai jeweils um 11 Uhr ein Familienkonzert. Mit Aktionen zum Zuhören und Mitmachen vermittelt es Werke von Brahms, Ligeti und Santana einem jungen Publikum. Mit Werken von Schumann, Chopin, Berg und Schönberg geben Konstanze Eickhorst, Inge-Susann Römhild, Manfred Aust und Konrad Elser einen Klavierabend am Montag, 3. Mai. Eine Orgelsoirée am Mittwoch, 5. Mai um 18 Uhr in St. Jakobi bezieht in diesem Jahr erstmals die Kooperation der Musikhochschule mit Lübecks Stadtkirche in das Festival ein. Arvid Gast und Franz Danksagmüller spielen Werke von Schumann und Ligeti. Der Themenabend am Mittwoch, 5. Mai ist dem Festivalmotto "Neue Bahnen" gewidmet. Musikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Sandberger führt in das Thema ein, Dozenten spielen Werke von Schumann und Zemlinsky auf historischen Instrumenten.

Schwerpunkt des Festivals bildet traditionell die Kammermusik. Kammermusik I am Dienstag, 4. Mai stellt Ligetis anspruchsvolle Bagatellen für Bläserquintett, Thuilles Bläsersextett neben Stücke von Brahms und Berg. Kammermusik II am Donnerstag, 6. Mai kontrastiert Brahms Horntrio op. 40 mit dem Horntrio von Ligeti, das er als "Hommage à Brahms" komponiert hat. Es spielen Sophie Heinrich (Violine), Jacques Ammon (Klavier) sowie Bernhard Krug, Solohornist des Gewandhausorchesters Leipzig. Wolfgang Sandberger führt in das Konzert ein. In Kammermusik III am Freitag, 7. Mai stehen Kammermusikwerke von Schubert und Brahms auf dem Programm. Zudem das Streichquartett op. 10 von Schönberg, der mit einer begleitenden Sopranstimme, gesungen von Anne Ellersiek, eine außergewöhnliche Besetzung realisiert hat. Kammermusik IV am Samstag, 8. Mai steht unter dem Motto "Hommage à Schumann". Neben Werken des Jubilars, der am 8. Juni 200 Jahre alt geworden wäre, ist Kurtágs "Hommage à R. Sch." op. 15d zu hören. Das Abschlusskonzert - Kammermusik V am Sonntag 9. Mai bietet mit Mahlers "Kindertotenliedern", gesungen von Gerard Quinn, Brahms drittem Klaviertrio op. 101 und Schönbergs Kammersinfonie op. 9 in der Bearbeitung für Klavierquintett von Anton Webern noch einmal Höhepunkte der Kammermusikliteratur.

Robert Schumann veröffentlichte 1853 in der von ihm ins Leben gerufenen "Neuen Zeitschrift für Musik" seinen Essay "Neue Bahnen", in dem er den jungen Brahms enthusiastisch als Vorreiter einer neuen Komponistengeneration preist. Die innovativen Wege, die Brahms mit seinen Kompositionen dann tatsächlich eröffnete - Schönberg bezeichnete Brahms als "den Fortschrittlichen" - sprechen aus seinen Kompositionen. Sie wurden zum Vorbild späterer Komponistengenerationen, darunter auch der von Brahms geförderte Alexander von Zemlinsky, die Komponisten der Wiener Schönberg-Schule und György Ligeti.Die Konzerte beginnen, sofern nicht anders angegeben, um 20 Uhr.


Karten sind für 10 und 15 Euro (ermäßigt 5 und 8 Euro) über die Konzertkasse und über das Klassik-Kontor erhältlich. Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn in der Musikhochschule (Konzerteingang: An der Obertrave). Weitere Infos unter www.mh-luebeck.de.
Weitere Informationen: http://www.mh-luebeck.de
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