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Afghanistan: Chemiker leisten Aufbauhilfe

27.04.2010 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Ihr erstes voll funktionsfähiges Chemielabor hat die Universität Herat (Afghanistan) Anfang April feierlich eröffnet. Ermöglicht wurde das auch durch Gerätespenden und personelle Unterstützung aus der Universität Würzburg. Die afghanische Universität befindet sich derzeit im Wiederaufbau. Dank des neuen Labors haben ihre 250 Chemiestudierenden nun erstmals die Möglichkeit, im Bachelor-Studium auch Praktika zu absolvieren, in denen sie einfache chemische Synthesen durchführen.

Möglich wurde die Einrichtung des Labors durch die internationale Zusammenarbeit mehrerer Einrichtungen. Die Abzüge und Lüftungsmotoren stammen aus dem Institut für Pharmazie und Lebensmittelchemie der Universität Würzburg. Hier waren sie entbehrlich geworden, weil das Institut in einen Neubau mit neuer Laborausstattung umgezogen ist.

Firmen aus der Region Herat haben die Installation der Laborausstattung vor Ort ohne ausländische Hilfe erledigt. Lediglich die technische Abnahme besorgten Stephan Wagner und Alfred Schertzer, beide Mitarbeiter am Institut für Anorganische Chemie der Uni Würzburg.

Eröffnung mit Wermutstropfen

Der Präsident der Universität Herat, Ghulam Osman Barez Hussainy, bedankte sich bei der Eröffnungsfeier bei allen Geldgebern, insbesondere bei der Universität Würzburg. Ihre Spende habe den Aufbau des Labors erst möglich gemacht.

Einen Wermutstropfen allerdings galt es bei der Feier zu verkraften: Ein für die Chemiefakultät bestimmter Container mit Glasausrüstung war auf dem Weg von Karatschi nach Herat verunglückt. Zur Inbetriebnahme des Labors traf er nicht mehr rechtzeitig ein.

Glücklicherweise blieb der Fahrer unverletzt. Der Container wurde geborgen, sein Transport nach Herat konnte weitergehen, berichtet Stephan Wagner, der bei der Eröffnungsfeier dabei war.

Weltbank und DAAD gaben Geld

Finanziert wurde die Installation des Chemielabors über das Strengthening Higher Education Program (SHEP) der Weltbank. Auch der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat den Aufbau finanziell unterstützt. Er bezahlte den Transport der Würzburger Geräte nach Herat ebenso wie den Container mit Glasgeräten.

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