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caesarium über das Sehen und Riechen

31.05.2010 - (idw) caesar - center of advanced european studies and research

Bonn, 31.05.2010. In den letzten zwei Jahren hat sich das caesarium als gut besuchte wissenschaftliche Vortragsreihe etabliert. Herausragende Wissenschaftler haben in verständlicher Weise über faszinierende Themen vorgetragen. Herr Prof. Dr. U. Benjamin Kaupp, Wissenschaftlicher Direktor von caesar, wird mit einem eigenen Vortrag

Extreme Sinnesleistungen Über das Sehen und Riechen

am 10. Juni um 19 Uhr im Forschungszentrum caesar die Reihe Die fünf Symphonien der Sinne fortsetzen.

Tier und Mensch erkunden mit den Sinnen ihre Umwelt. Chemische Signalstoffe geben Auskunft über Nahrung, Fressfeinde, Sexualpartner oder Krankheitserreger. Bitterstoffe in der Nahrung warnen uns schon in geringsten Konzentrationen vor Giftstoffen. Bei Sehzellen in der Netzhaut reicht sogar ein einziges Lichtquant, um ein elektrisches Signal auszulösen. Oft werden die Signale zigtausendfach verstärkt. Doch nur hochempfindlich zu sein, reicht nicht aus. Sinneszellen müssen viele unterschiedliche Reizstärken verarbeiten können. Wie schaffen es Sinneszellen, diese beiden extremen Anforderungen zu meistern?

Die Natur hat Prinzipien entwickelt, die sie immer wieder in ganz unterschiedlichen Zellen neu kombiniert und variiert, so auch in Spermien. Besonders empfindlich sind Spermien von Seeigeln. Die Spermien können einzelne Lockstoffmoleküle detektieren, mit denen sie von der Eizelle angelockt werden. Diese empfindliche Reaktion - wie beim Sehvorgang an der Grenze dessen, was physikalisch möglich ist - war lange Zeit ein Rätsel, das die Wissenschaftler von caesar kürzlich entschlüsseln konnten. Professor Kaupp möchte seine Zuhörer davon überzeugen, dass Spermien quasi schwimmende Sehzellen darstellen, die blind sind, dafür aber gut riechen können.

Prof. Dr. Ulrich Benjamin Kaupp hat Anfang 2008 die wissenschaftliche Leitung von caesar übernommen. Er studierte Chemie in Tübingen und Berlin, promovierte am Max-Volmer Institut der TU Berlin und habilitierte sich 1983 an der Universität Osnabrück im Fach Biophysik. Von 1988 bis 2007 war Kaupp Direktor am Institut für Neurowissenschaften und Biophysik des Forschungszentrums Jülich. Kaupp ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gremien. Er lehrt seit 1988 als Professor für Biophysikalische Chemie an der Universität zu Köln und seit 2008 als Professor für Molekulare Neurobiologie an der Universität Bonn. Kaupps Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Molekularen Sinnes- und Neurobiologie, der Chemotaxis und der Ionenkanäle.

Stiftung caesar
Die Stiftung caesar ist assoziiert mit der Max-Planck-Gesellschaft und betreibt in Bonn ein Zentrum für neu-rowissenschaftliche Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt nach den Exzellenzkriterien der Max-Planck-Gesellschaft.

Ansprechpartner:
Herr Dr. Jürgen Reifarth,
Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Telefon: +49(0)228/9656-107
E-mail: juergen.reifarth@caesar.de
Weitere Informationen: http://www.caesar.de
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