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"Ich habe von ihm das Evangelium gelernt": Melanchthon und Luther

01.06.2010 - (idw) Universität Augsburg

Im zweiten Vortrag der Melanchthon-Reihe des Instituts für Europäische Kulturgeschichte spricht am 7. Juni 2010 der Osnabrücker Theologe Martin H. Jung über das Verhältnis der beiden großen Männer der Wittenberger Reformation. Augsburg/StP/KPP - Melanchthon und Luther - der eine gab der Reformation den Anstoß, der andere gab ihr ihre Gestalt. Prof. Dr. Martin Jung, evangelischer Theologe, Professor für Kirchengeschichte in Osnabrück und Autor einer neuen Melanchthon-Biografie, betrachtet im zweiten Vortrag des Colloquium Augustanum, das das Institut für Europäische Kulturgeschichte in diesem Semester ganz dem vor 450 Jahren verstorbenen Philipp Melanchthon widmet, das Miteinander der Wittenberger Doppelspitze der Reformation. Der Vortrag beginnt am Montag, dem 7. Juni 2010, um 18.15 Uhr im Hörsaal III des großen Hörsaalzentrums (Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg).

Wie war das persönliche Verhältnis zwischen Melanchthon und Luther, wie war ihr persönliches? Wo lagen die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede ihrer Theologie? Während Luther gerne polarisierte, neigte Melanchthon zum Ausgleich. Während Luther als "Ketzer" an Wittenberg und Kursachsen gebunden war, zog Melanchthon durch die Lande und verhandelte mit Reformationsanhängern an anderen Orten ebenso wie mit solchen Gegnern der Reformation, die trotz allem einen Kompromiss suchten.

Trotz Streits und Reibereien: "Ich habe von ihm das Evangelium gelernt."

Das Miteinander der beiden Großen war nicht immer einfach. Es gab Reibereien, es gab Streit. Melanchthon hatte Luther viel zu verdanken: "Ich habe von ihm das Evangelium gelernt", bekannte er dankbar. Doch in einem vertraulichen Brief sprach er auch einmal von einer schier unerträglichen "Knechtschaft" an Luthers Seite. Melanchthon hat Luther überlebt und war einer der wenigen Reformatoren, der wirklich die ganze Reformationsgeschichte miterlebt und mitgestaltet hat - bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555.

Zu lange im Schatten Luthers

1560 ist Melanchthon, 14 Jahre nach Luther, verstorben. Die Kirchen gedenken 2010 seines 450. Todestages und eines Humanisten, Theologen und Reformators, der zu lange und zu oft im Schatten Luthers gestanden hat. Martin Jung, der sich in seinen Forschungen seit zwanzig Jahren mit Melanchthon befasst, setzt sich in seinem Vortrag mit den weniger bekannten Facetten des Reformators und dabei vor allem mit dessen Verhältnis zu Luther auseinander.

Zum Referenten:

Prof. Dr. Martin H. Jung, geboren 1956, studierte von 1977 bis 1984 Evangelische Theologie in Tübingen und Berlin und legte dann das 1. Kirchliche Examen in der Württembergischen Landeskirche ab. Sein Vikariat verbrachte Jung in Lauffen am Neckar, 1987 wurde er nach dem 2. Kirchlichen Examen ordiniert. Von 1987 bis 1990 war er Assistent in Tübingen und wurde 1990 mit einer Arbeit über "Die württembergische Kirche und die Juden in der Zeit des Pietismus" promoviert. Nach zwei Jahren Pfarrdienst und Religionsunterricht in Nehren kehrte Jung an die Universität Tübingen zurück und wurde dort 1996 mit seiner Studie "Frömmigkeit und Theologie bei Philipp Melanchthon. Das Gebet im Leben und in der Lehre des Reformators" habilitiert. 1996 vertrat Jung eine Professur in Siegen, bevor er 1997 eine Assistenzprofessur in Basel übernahm. 2002 erhielt er den Ruf an die Universität Osnabrück. Seither hat er dort am Institut für Evangelische Theologie den Lehrstuhl für Historische Theologie: Kirchengeschichte, Dogmen-, Theologie- und Konfessionsgeschichte sowie Ökumenische Theologie inne.

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Das komplette Programm der Melanchthon-Reihe: http://idw-online.de/pages/de/attachmentdata3181.pdf
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Ansprechpartner:
Dr. Stefan Paulus
Institut für Europäische Kulturgeschichte
Telefon 0821/5985843
stefan.paulus@iek.uni-augsburg.de

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