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Kapstadt und Würzburg sind Partner

01.06.2010 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Medizin und Geowissenschaften: Auf diesen Feldern kooperieren Forscher von den Universitäten Würzburg und Kapstadt (Südafrika) schon jetzt. Die Kontakte sollen künftig intensiviert werden; zudem streben beide Universitäten neue Kooperationen in den Naturwissenschaften und in weiteren Fächern an. So sieht es ein Abkommen vor, das am 21. Mai geschlossen wurde. Die Universität Kapstadt wurde 1829 gegründet. Heute hat sie rund 23.500 Studierende, 4.500 Beschäftigte und Fachbereiche unter anderem für Geisteswissenschaften, Handel, Recht und Gesundheitswissenschaften. Sie gilt in etlichen Disziplinen als eine der führenden Universitäten auf dem afrikanischen Kontinent.

Universitätspräsident Alfred Forchel war mit Unterstützung durch Geologie-Professor Hartwig Frimmel die treibende Kraft für die neue Kooperationsvereinbarung. Gemeinsame Forschungsprojekte und der verstärkte Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern das sind die Kernpunkte des Abkommens. Für Studierende der Geowissenschaften ist der Zugang zu den exzellenten Geochemie- und Isotopen-Laboreinrichtungen in Kapstadt von enormem Vorteil, sagt Frimmel.

Schwerpunkte der Geowissenschaften

Kontakte nach Südafrika pflegt Hartwig Frimmel, Inhaber des Würzburger Lehrstuhls für Geodynamik und Geomaterialforschung, seit Langem: Er hat einen bedeutenden Teil seiner Karriere an der Universität Kapstadt verbracht. Von 1989 bis 2004 war er dort am Department of Geological Sciences tätig, zuletzt als Professor.

Mit seinen Kollegen in Südafrika forscht Professor Frimmel unter anderem über Goldlagerstätten in Südafrika, die Entstehung der Antarktis, und über das Jungproterozoikum, die aufregendste und klimatisch extremste Zeit der Erdgeschichte, wie er sagt.

Extreme Klimaschwankungen

Vor 1000 bis 540 Millionen Jahren war die Erde mehrfach fast komplett zugefroren wie ein Schneeball im Universum. Zwischendurch herrschten aber auch tropisch heiße Oberflächentemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Nie gab es auf der Erde extremere Klimaschwankungen als damals, im so genannten Jungproterozoikum, wie Geologen diesen spannenden Zeitraum nennen, so Frimmel.

Warum wechselte das Klima damals so extrem? Welche Folgen hatte das für das Leben auf der Erde, wie wirkte es sich auf die Chemie der Ozeane aus? Solche Fragen erforscht Frimmel gemeinsam mit Kollegen aus Kapstadt und anderen Universitäten, unter anderem in Australien, Brasilien und Uruguay.

Ablagerungen aus dem Jungproterozoikum finden die Wissenschaftler auf allen Kontinenten. Frimmel selbst erforscht diese Überreste im südlichen und im zentralen Afrika sowie in Südamerika. Wenn wir mehr über die extremen Klimaschwankungen der Vergangenheit wissen, können wir auch die Klimaänderungen von heute besser verstehen, ist sich der Geologe sicher.

Antarktis und Gold-Lagerstätten

Als Frimmel in Kapstadt lebte und arbeitete, leitete er dort auch das südafrikanische Antarktis-Forschungsprogramm. Gemeinsam mit den Kollegen dort betreibt er nach wie vor Grundlagenforschungen, die sich mit der geologischen Entwicklung der Erdkruste in der Antarktis befassen. Jetzt laufen diese Aktivitäten in einem Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).


Weiteres Forschungsfeld: die Goldvorkommen in der südafrikanischen Region Witwatersrand, wo sich die weltweit größte Goldanreicherung in der Erdkruste befindet. Mit ihrer Entstehung hat sich Frimmel so intensiv auseinandergesetzt, dass er weltweit als führender Experte für Gold-Lagerstätten gilt.

Kontakt: Prof. Dr. Hartwig Frimmel, Lehrstuhl für Geodynamik und Geomaterialforschung, T (0931) 31-85420, hartwig.frimmel@uni-wuerzburg.de

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