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Dr. Günther Findel-Stiftung nennt Stipendiaten 2010

19.07.2010 - (idw) Herzog August Bibliothek

Am 9. Juli vergab das Kuratorium der Dr. Günther Findel-Stiftung die diesjährigen Stipendien. Seit 1986 ermöglicht die Stiftung jungen Doktoranden und Doktorandinnen aus dem In- und Ausland Studienaufenthalte von drei bis sechs Monaten an der Wolfenbütteler Bibliothek. Die diesjährigen Stipendiaten sind Carsten Nahrendorf (D), der die Verbindung von Schule und Literatur im frühneuzeitlichen Magdeburg erforscht, Sean Eric Clark (USA), der über protestantische Jerusalempilger in der Zeit von 1500-1648 arbeitet, Catarina Zimmermann-Homeyer (D), die die illustrierten Frühdrucke von lateinischen Klassikern um 1500 untersuchen wird. Karola Brüggemann (D) geht der Frage nach dem Begriff des Religionskrieges in der Publizistik und in politischen Korrespondenzen im Dreißigjährigen Krieg nach, während Katja Reetz (D) eine Edition von der Schrift von Andreas Gryphius über eine Breslauer Mumie aus dem Jahr 1662 vorbereiten wird. Irina Savinetskaya (RUS) befasst sich mit der Bedeutung Frankreichs für die deutsche Identitätsbildung (1450-1520).

Günther Findel nahm durch seine langjährige Mitarbeit im Vorstand der Gesellschaft der Freunde der Herzog August Bibliothek großen Anteil an der Entwicklung der Wolfenbütteler Forschungs- und Studienstätte und erkannte in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses eine Lücke, die durch privates Engagement zu schließen wäre. Seine Stiftung verschrieb sich dem einzigen Ziel, jungen Menschen die Arbeit mit den historischen Beständen der Wolfenbütteler Bibliothek zu ermöglichen. Seit 1986 wurden mehr als 200 junge Forscher und Forscherinnen aus aller Welt durch die Dr. Günther Findel-Stiftung gefördert.

Am 31. Juli 2010 würde Günther Findel seinen 90. Geburtstag begehen. Mehr als 50 Jahre war der gebürtige Berliner in Wolfenbüttel ansässig. 1947 heiratete er Annemarie Findel-Mast, die Tochter von Curt Mast und eröffnete 1952 eine eigene Praxis für Allgemeinmedizin und Psychotherapie. 1962 stieg er bei Curt Mast Jägermeister ein und war bald verantwortlich für den Vertrieb und den Technischen Betrieb. Ganz besondere Verdienste hat sich Dr. Findel als Mitbegründer und Vizepräsident der 1971 gegründeten Gesellschaft der Freunde der Herzog August Bibliothek erworben. Dafür wurde er 1982 vom damaligen Minister für Wissenschaft und Kunst, Johann-Tönjes Cassens, mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Durch den hohen ideellen wie finanziellen Beitrag, den Dr. Günther Findel zusammen mit seiner Frau leistete, wurde der Ausbau der Wolfenbütteler Bibliothek als anerkanntes Zentrum der internationalen Forschung zur europäischen Kulturgeschichte gefördert und vorangetrieben.

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