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Jungen Menschen fehlt es an Medienbildung

09.08.2010 - (idw) Universität Bremen

Die Studie des Bundesbildungsministeriums Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur ist jetzt erschienen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan betont, dass es zum staatlichen Bildungsauftrag gehöre, Orientierung für die digitale Welt zu vermitteln. Professorin Heidi Schelhowe vom Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) der Universität Bremen hat als Sprecherin der Expertenkommission, die die Studie erstellt hat, ein weiteres Vorwort geschrieben. Darin weist sie auf die fehlende Medienkompetenz von jungen Leuten hin. Das Ergebnis der Untersuchung zur Medienkompetenz Jugendlicher ist erstaunlich. Trotz der Nutzung von Social Media Plattformen, Foren und Chatrooms sowie dem Surfen im Internet fehlt es jungen Menschen an Medienkompetenz für die positive Entwicklung ihrer Rolle in der Gesellschaft, persönlich und beruflich. Es reicht nicht, den PC bedienen zu können und im Internet zu surfen, sagt TZI-Professor Heidi Schelhowe von der Uni Bremen. Sie ist Sprecherin einer zwölfköpfigen Expertenkommission, die im Auftrag des Bundesbildungsministeriums die Studie Kompetenzen in einer digital geprägten Kultur erarbeitet hat. Es geht darum, Informationen zu suchen und sie für den Kontext zu bewerten, sie etwa auch auf ihre Glaubwürdigkeit zu prüfen. Und es geht um ein zunehmend vernetztes und gemeinsames Arbeiten, erklärt Schelhowe. Die Industrie erwarte ein Know-how in der ganzen Breite. Aber auch für die persönliche Entwicklung der jungen Menschen sei es entscheidend, dass sie mehr als nur Bedienungskompetenz besitzen. Jetzt gilt es Medienkompetenz stärker in der schulischen Bildung und in den Ausbildungsordnungen zu verankern, so die Professorin, die am TZI die Arbeitsgruppe Digitale Bildung in den Medien (dimeb) leitet.

In Ihrem Vorwort zur Studie schreibt Schelhowe: Im 21. Jahrhundert ist Medienkompetenz Schlüssel für die Teilhabe und für die Entwicklung einer aktiven und selbstbewussten Rolle in Gesellschaft und Arbeitswelt. Sie kommt nicht einfach zu den bisherigen Anforderungen an den gebildeten Menschen hinzu, vielmehr wandeln sich auch traditionelle Kompetenzen unter dem Einfluss der Computermedien. Gewerkschaften und Arbeitgebervertretungen äußerten sich besorgt über die mangelnde Medienkompetenz der jungen Generation in Deutschland. Dies war Anlass für das BMBF, eine Expertenkommission einzuberufen, die klären sollte, was unter Medienkompetenz zu verstehen sei.

Die Studie zum Download: http://www.bmbf.de/pub/kompetenzen_in_digitaler_kultur.pdf

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI)
Prof. Dr. Heidi Schelhowe
Tel. 0421 218 64371
E-Mail: schelhow@tzi.de
http://www.tzi.de und http://www.dimeb.de

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