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Göttinger Archäologen rekonstruieren historische Siedlungsweisen auf Sizilien

14.09.2010 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Archäologen der Universität Göttingen wollen die Siedlungsweise im Hinterland der antiken Stadt Akragas auf Sizilien großflächig rekonstruieren. Das Team aus 14 Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Bergemann untersucht dazu systematisch rund 300 Quadratkilometer im mittleren und oberen Einzugsgebiet des Flusses Platani. Pressemitteilung
Nr. 179/2010 14. September 2010

Göttinger Archäologen rekonstruieren historische Siedlungsweisen auf Sizilien
Wissenschaftler der Universität Göttingen entdecken Höhensiedlung und Ölmühle

(pug) Archäologen der Universität Göttingen wollen die Siedlungsweise im Hinterland der antiken Stadt Akragas auf Sizilien großflächig rekonstruieren. Das Team aus 14 Wissenschaftlern unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Bergemann untersucht dazu systematisch rund 300 Quadratkilometer im mittleren und oberen Einzugsgebiet des Flusses Platani. Die Archäologen führen keine Ausgrabungen durch, sondern eine so genannte Oberflächenbegehung. Bei dieser Survey genannten Methode wird das an der Oberfläche sichtbare Fundmaterial aufgelesen. So können auch große Gebiete auf historische Siedlungssysteme hin untersucht werden.

Bei den Begehungen fanden die Forscher eine Höhensiedlung in einem archäologisch bisher unerforschten Gebiet. Auf einem Berg entdeckten sie sowohl einheimische als auch importierte griechische Keramik, die Mauerzüge einer Siedlung und mehrere Grabstellen. Die Funde stammen vermutlich aus der Zeit um 700 v. Chr. Bei ihren Untersuchungen stießen die Wissenschaftler außerdem auf zwei bisher unbekannte, kleinere Heiligtümer. Aus einer späteren Epoche datiert ein weiterer Fund: Im Umkreis der heutigen Stadt Cianciana entdeckten die Archäologen eine spätantike Ölmühle. Die Reinigung der Ruine ergab einen etwa sechs mal neun Meter großen Raum, der mit Ziegeln gedeckt war. Darin fanden die Forscher die Reste einer antiken Ölpresse ein Beleg für die Bedeutung des Olivenanbaus im Sizilien der Antike. Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob die damaligen Siedler neben Olivenöl auch mit weiteren Gütern Handel trieben, beispielsweise mit dem Rohstoff Schwefel.

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos der Fundstücke und -orte haben wir im Internet unter www.uni-goettingen.de/de/3240.html zum Download bereitgestellt. Da Prof. Dr. Bergemann derzeit noch auf Sizilien arbeitet, erreichen Sie ihn nur per E-Mail oder per Handy (s. Kontaktdaten).

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Johannes Bergemann
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät Archäologisches Institut und Sammlung der Gipsabgüsse
Nikolausberger Weg 15, 37073 Göttingen
Telefon mobil: (+39) 3 473 598 639
E-Mail: JBergem@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/133285.html

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