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Die Casting-Gesellschaft

14.09.2010 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Ein Buch von Studierenden der Universität Tübingen erscheint am 15. September Der Kampf um öffentliche Aufmerksamkeit ist Alltag geworden, beschränkt sich nicht mehr nur auf Prominente und Medienprofis. Zahllose Menschen bereiten sich mit aller Raffinesse auf den großen Auftritt und den verführerischen Moment des Gesehenwerdens vor ganz gleich, ob dieser auf der eigenen Homepage stattfindet, kniend vor einem Jurymitglied von RTL, beim Schlagabtausch in einer Talkshow. Doch wie funktioniert das Geschäft mit den Medienimages? Wer legt die Rollen fest, wer schreibt das Drehbuch? Was wird aus den Superstars von gestern und wer profitiert von Casting-Shows, Doku-Dramen, Reality-TV? Steuern wir auf eine Gesellschaft der Totalinszenierung zu, in der mediengerechte Präsentation zur Grundbedingung wird? Was passiert mit dem eigenen Ich, wenn man sich in das Spiegelkabinett alter und neuer Medien hinein begibt?

Diesen Fragen sind Studierende der Medienwissenschaft der Universität Tübingen nachgegangen. Angeleitet wurden sie von Dr. Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, und Dr. Wolfgang Krischke, Sprachwissenschaftler und Autor. Streitbare, erhellende und überraschende Antworten geben PR-Profis und Politiker, Fernsehmanager und Netzexperten, Journalisten und Showstars, Profiteure und Opfer der Casting-Gesellschaft. Zu Wort kommen: die Ex-Ministerpräsidentin Heide Simonis, der Musikmanager Thomas Stein, die RTL-Moderatorin Inka Bause, die TV-Komödiantin Anke Engelke, der Rock-Musiker Markus Grimm, der Regisseur Dieter Wedel, der RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger, der Schönheitschirurg Werner Mang, der Medienanwalt Christian Schertz, der Philosoph Norbert Bolz, das Model Fiona Erdmann, der Sternekoch Christian Rach, der Satiriker Oliver Kalkofe und viele mehr.

Casting- und Reality-Sendungen gehören zu profitabelsten und zugleich umstrittensten Formaten im deutschen Fernsehen. Zwischen Karriereversprechen und (Selbst-)Entblößung, Authentizität, Manipulation und Tabubruch erstreckt sich ein konflikthaltiges Feld, in dem genaues Fragen nicht selten als Angriff gewertet wird. Manche Gespräche scheiterten, wurden abgebrochen oder nicht zur Veröffentlichung freigegeben sie kollidierten zu sehr mit dem Selbstbild der Befragten und ihrer Vorstellung vom Interview als imagefördernder Plauderei. Die Studierenden ließen sich von solchen Erfahrungen nicht entmutigen. Dass ihre Beharrlichkeit sich gelohnt hat, zeigen die 26 Gespräche, die in diesem Buch abgedruckt sind: Sie spiegeln sehr persönliche Erfahrungen, Beobachtungen und Analysen allesamt tiefenscharfe Momentaufnahmen, die sich wie im Kaleidoskop zu einem facettenreichen Bild der Casting-Gesellschaft zusammenfügen.

Bernhard Pörksen/Wolfgang Krischke (Hg.): Die Casting-Gesellschaft. Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien. Köln: Herbert von Halem Verlag. Erscheinungstermin: 15. September 2010. Siehe auch: http://www.casting-gesellschaft.de

Weitere Informationen:

Alexandra Schaal (Studentin der Universität Tübingen, Pressesprecherin des Projektes):
E-Mail: http://alexandra.schaal[at]student.uni-tuebingen.de

Prof. Dr. Bernhard Pörksen (Universität Tübingen, Medienwissenschaft):

Telefon: 07071/29-72798
E-Mail: http://bernhard.poerksen[at]uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Abteilung Presse und Forschungsberichterstattung
Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
E-Mail: http://michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
Wir bitten um Zusendung von Belegexemplaren!

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