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Bilanz und Zukunft der Studienreformen in der Medizin: Jahrestagung am 23.-25. September 2010 an der RUB

15.09.2010 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Die Ruhr-Universität Bochum betrat vor sieben Jahren mit dem Modellstudiengang Medizin Neuland. In dem reformierten Studiengang wird die Theorie seit 2003 stärker mit der Praxis verknüpft. Studienanfänger kommen schon im ersten Semester mit Patienten in Kontakt. In den Jahren 2009 und 2010 haben die ersten Absolventen des neu geordneten Studiengangs ihr Staatsexamen gemacht. Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen, sagt Prof. Dr. Thorsten Schäfer vom Zentrum für Medizinische Lehre in der Medizinischen Fakultät der RUB. Vom 23. bis zum 25. September treffen sich Mediziner aus dem gesamten deutschsprachigen Raum auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung in Bochum, um Erfolge und Probleme der reformierten Studiengänge zu diskutieren. Unter dem Thema Viel verändert, viel erreicht? ziehen die Mediziner in Vorträgen und Diskussionen an der RUB die Bilanz der Reformen und blicken in die Zukunft der medizinischen Ausbildung.

Stärkere Verknüpfung von Theorie und Praxis

Das Medizinstudium unterliegt zurzeit in Deutschland einem Wandel. Vor 2003 wurden an der Universität zuerst die Naturwissenschaften gelehrt, danach die medizinischen Grundlagen. Erst dann ging es für die Studierenden in die Klinik und zu den Patienten. Das ist jetzt seit sieben Jahren anders. Eine neue Approbationsordnung verknüpft Grundlagenlernen stärker mit der Praxis. Für die angehenden Ärzte bedeutet das, dass sie früher Kontakt mit Patienten haben. Wir haben jetzt die ersten Absolventen. Das ist ein guter Zeitpunkt, Erfahrungen über den neuen Studiengang auszutauschen, sagt Prof. Dr. Thorsten Schäfer. Professoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen im September an die RUB, um auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung ihre Erfahrungen auszutauschen, aber auch um über die Zukunft der Studienreformen zu diskutieren. Neue Didaktik, Prüfungen, Kommunikation und der Bologna-Prozess standen in den letzten Jahren an. Das Zahnmedizinstudium wurde grunderneuert und Innovationen in der Tiermedizin eingeführt. Ich bin gespannt, wie die Erfahrungen von anderen Medizinern sind, sagt Prof. Dr. Thorsten Schäfer. Auf der Tagesordnung steht auch die Diskussion über die Etablierung neuer Studiengänge für Gesundheitsberufe.

Modellstudiengang bringt Vorsprung im Beruf

Eine Neuerung im Modellstudiengang an der RUB war auch die Abwandlung des Physikums. Die Inhalte seien aber nicht gestrichen, sondern auf drei praxisnahe Prüfungen aufgeteilt worden, erklärt Thorsten Schäfer. In der Humanmedizin hat der Mediziner der RUB den Überblick: Die Examensleistungen sind mindestens genauso gut wie mit dem alten Modell, jedoch haben wir mehr Studierende in der Regelstudienzeit zum Examen geführt. Außerdem haben sie durch die Praxis einen Vorsprung im Beruf. Für die Medizinstudierenden gibt es jetzt Kommunikationstraining, um die Verständigung mit den Patienten zu verbessern.

Praxisnähe gegen den Ärztemangel

Bei der Tagung wird es auch Beiträge zum drohenden Ärztemangel geben. Durch praxisnahe Studiengänge sollen junge Menschen für den Beruf des Arztes begeistert werden. An der Universität Maastricht gibt es diese praxisnahen Medizinstudiengänge seit den 1970er Jahren. Zur Jahrestagung kommen auch Professoren aus Maastricht, die über ihre Erfahrungen berichten. Maastricht ist so etwas wie ein Vorreiter auf dem Gebiet des praxis- und problemorientierten Lernens, erklärt Thorsten Schäfer. Außerdem sei er gespannt auf den Blick über den Tellerrand und die Spannbreite der Mediziner, die an die RUB kommen. Eine Posterausstellung informiert über die neuesten Entwicklungen und Angebote.


Weitere Informationen

Prof. Dr. med. Thorsten Schäfer, Prof. Dr. med. Herbert H. Rusche, Modellstudiengang Medizin der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.: 0234/32-27251, -25826, E-Mail: Thorsten.Schaefer@rub.de, herbert.h.rusche@rub.de, Anmeldungen und Informationen unter: http://www.gma2010.de

Redaktion: Thorben Sommer

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