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"Spurenlese" - Die Wirkungen der Reformation auf Bildung und Wissenschaft

26.10.2010 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Unter dem Titel "Spurenlese Wirkungen der Reformation"
veranstaltet die Reformationsgeschichtliche Sozietät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) vom 1. bis
4. November 2010 eine interdisziplinäre Konferenz in
Wittenberg. Referenten aus dem In- und Ausland
thematisieren die Relevanz, die die Reformation auch
jenseits von Theologie und Kirche für die Bereiche
Wissenschaft, Bildung, Universität und Schule besitzt. Am 31. Oktober 1517 publizierte Martin Luther seine 95
Thesen in Wittenberg gegen den Ablass. Die damit
angestoßene Reformation veränderte Theologie und Kirche
grundlegend. Im Melanchthon-Jahr 2010 wird die Frage nach
der Auswirkung der Reformation auf Bildung und Wissenschaft
diskutiert.

"Die bekannte Behauptung, wonach der Protestantismus eine
besondere Bildungsaffinität besitze, führt zu der Frage
nach den kulturellen Wirkungen, welche die Reformation auf
Wissenschaft und Bildung, auf Universität und Schule
ausübte und noch immer ausübt. Dabei wird dem Umstand
Rechnung getragen, dass mit der lutherischen und der
reformierten Kirche zwei protestantische Konfessionen
existieren. Beide entwickelten ungeachtet ihrer gemeinsamen
reformatorischen Wurzel unterschiedliche Traditionen und
spezifische Haltungen, die auch Bildung und Wissenschaft
formten", sagt Dr. Wolfgang Flügel, Historiker an der
Martin-Luther-Universität.

Als Referenten und Diskutanten sind zu dieser
interdisziplinären Tagung neben Theologen auch Historiker
und Erziehungswissenschaftler unter anderem aus Norwegen,
Großbritannien und den Niederlanden eingeladen. In 24
Vorträgen diskutieren sie unter anderem, wie es dem
Protestantismus gelingt, religiöse Erfahrung an
fortschreitende wissenschaftliche Erkenntnisse zu knüpfen.

Die Wissenschaftler erörtern unter anderem, welche für die
Wissenschaft und Bildung relevanten Handlungsmuster der
Protestantismus formte und wie es ihm andererseits gelingt,
reliigiöse Erfahrung mit neuen wissenschaftlichen
Erkenntnissen zu verknüpfen.

Eine erste Spurenlese-Tagung fand im Jahr 2008 statt. Deren
Ziel war es, das Bild von den Wirkungen der Reformation zu
präzisieren, Forschungsdesiderate zu benennen und
Themenstellungen für die Forschung bis 2017 zu formulieren.
Auch die diesjährige "Spurenlese"-Tagung ist wegweisend für
das Jubiläums-Jahr 2017.

Die Martin-Luther-Universität fühlt sich dieser Spurenlese
in besonderer Weise verpflichtet. Im Kontext der von
kirchlichen, staatlichen und gesellschaftlichen
Organisationen getragenen Vorbereitung des
Reformationsjubiläums 2017 hat sie sich das Ziel gesetzt,
die kulturellen Wirkungen der Reformation in der
Gesellschaft aufzuspüren und die Befunde zu einem
Gesamtbild zu verdichten: "Protestantische Frömmigkeit
formt gesellschaftliche Strukturen, kulturelle
Wahrnehmungsmuster und habituelle Prägungen ebenso wie etwa

politische Institutionen, Wissenschaftsstrukturen oder
künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten", erklärt Prof. Dr.
Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität und
Mitglied der Reformationsgeschichtlichen Sozietät.

Die Tagungsreihe "Spurenlese - Wirkungen der Reformation"
und die Reformationsgeschichtliche Sozietät sind
grundlegende Beiträge der Universität im Kontext der von
vielen Organisationen getragenen Vorbereitungen des
Reformationsjubiläums. Weitere Informationen: http://www.theologie.uni-halle.de/2017/
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