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Herzstück der Lübecker Brahms-Sammlung digitalisiert - Land fördert mit 150.000 Euro

28.10.2010 - (idw) Musikhochschule Lübeck

Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck hat den Großteil seiner kostbaren Sammlung digitalisiert. Ab sofort machen 20.000 Digitalisate unter www.brahms-institut.de. Musikhandschriften und Briefe des Komponisten Johannes Brahms via Internet zugänglich. Staatssekretärin Dr. Cordelia Andreßen nahm gestern in der Villa Eschenburg, dem Sitz des Lübecker Brahms-Instituts, den entscheidenden Knopfdruck zur neuen digitalen Präsentation vor. Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Leiter des Brahms-Instituts: Unserem Ziel, in naher Zukunft die gesamte Sammlung in digitaler Form in hochwertiger Qualität zur Verfügung zu stellen, sind wir damit ein entscheidendes Stück näher gekommen.

Nun können auch die besonders kostbaren Herzstücke der renommierten Lübecker Sammlung weltweit abgerufen werden, unter anderem die Musikhandschriften und Briefe des Komponisten oder sein Adressbüchlein. Weiterhin belegen rund 55 Stichvorlagen zu Brahms-Werken, die eigenhändige Eintragungen des Komponisten enthalten, ein Konvolut von mehr als 200 Konzertprogrammen der Brahms-Zeit sowie knapp 100 Notendrucke mit Brahms gewidmeten Kompositionen das breite Spektrum der Instituts-Sammlung. Zahlreiche Albumblätter und Musikmanuskripte aus dem Brahms-Umfeld machen neugierig auf heute weithin vergessene Komponisten und Werke.

Die Digitalisierung eröffnet einen breiten Zugang zu kulturellen Grundlagen, es geht hierbei nicht nur um Berufsinformationen. Sie ermöglicht mit dem Zugang zu 20.000 Dokumenten neue Möglichkeiten, kulturelles Wissen und kulturelle Bildung zu erwerben und zu nutzen, betont Andreßen. Deshalb sei es richtig, dass die Landesregierung die Digitalisierung in zwei Projekten mit insgesamt rund 150.000 Euro gefördert hat.

Wolfang Sandberger: Mit dieser Mittelzuweisung hat das Ministerium die Realisierung eines zukunftsorientierten Vorhabens ermöglicht, das den Standort Schleswig-Holstein als zentralen Standort der Brahms-Forschung mit den Institutionen an der Musikhochschule Lübeck und der Brahms-Gesamtausgabe an der CAU in Kiel weiter profilieren wird. Die Digitalisierung habe zudem einen konservatorischen Effekt, da Blätter und Drucke in besserem Zustand erhalten bleiben. Die Scans sind von derart hoher Qualität, dass man Brahms feine Bleistiftstriche ebenso wie Risse im Papier problemlos erkennen kann. Mit diesen Digitalisierungen kann man wissenschaftlich wie mit Originalen arbeiten, so Sandberger.

Realisiert wurde das Großprojekt von der Firma Dematon (Lübeck), die bibliothekarische Erschließung der Quellen übernahm der Musikbibliothekar des Instituts, Stefan Weymar, M.A. Der neue Digitalisierungsschritt setzt das Projekt Brahms digital fort. Bereits 2003 digitalisierte das Brahms-Institut seinen umfangreichen Fotobestand, der überwiegend aus dem Brahms-Nachlass stammt. 2006 folgten mit dem Digitalen Notenschrank die kompletten Erst- und Frühdrucke der Werke von Brahms mit über 11.000 Einzelseiten. Alle Digitalisierungsprojekte wurden vom Wissenschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Schleswig-Holstein-Fonds großzügig finanziert. Weitere Informationen: http://"www.brahms-institut.de
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