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Forscher der Universität Tübingen beim Innovationswettbewerb Medizintechnik erfolgreich

28.10.2010 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Fortschritte bei der Gewebekultivierung von Hornhauttransplantaten Beim diesjährigen Innovationswettbewerb Medizintechnik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung wurden Wissenschaftler der Universität Tübingen mit ihrem Projekt als eines von 15 Gewinnerprojekten ausgezeichnet: Privatdozent Dr. Lothar Just und Dr. Timo Schmidt vom Zentrum für Regenerative Medizin der Universität Tübingen arbeiten an einer neuen Bioreaktortechnologie, mit der die Gewebekultivierung für die Medizin verbessert wird.



In Deutschland benötigen jährlich 6.000 bis 8.000 Menschen einen Hornhautersatz, um ihre Sehkraft wieder zu erlangen. Es stehen jedoch viel zu wenige Spenderhornhäute zur Verfügung. Dies liegt unter anderem daran, dass während der notwendigen Kultivierung der Gewebe in Bioreaktoren etwa 15 Prozent der Spenderhornhäute an Qualität verlieren und nicht verwendet werden können. Lothar Just und Timo Schmidt haben daher eine grundlegend neue Bioreaktortechnologie für die Kultivierung und Züchtung von Geweben entwickelt. Im Gegensatz zu anderen Techniken wird den Zellen bei diesem Verfahren das Nährmedium als feiner Nebel in Form von Aerosolen zugeführt. Die Tröpfchen werden von einem Ultraschallzerstäuber erzeugt und sollen das kultivierte Gewebe schonend und vor allem besser mit Nährmedium und Sauerstoff versorgen. Diese neue Technik soll nun genutzt werden, um die Qualität von Hornhauttransplantaten, die vor der Transplantation am Auge zur notwendigen Qualitätskontrolle vorkultiviert werden müssen, zu verbessern. Die Wissenschaftler wollen nun gemeinsam mit Medizinern der Tübinger Universitäts-Augenklinik, Forschern aus Hannover und Industriepartnern aus Göttingen und Soest einen entsprechenden Bioreaktor für die Kultivierung von Hornhauttransplantaten und künstlichen Hornhäuten entwickeln. Somit könnte zukünftig mehr Patienten geholfen werden.



Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) lobte in diesem Jahr zum zwölften Mal den Innovationswettbewerb Medizintechnik aus. Besonders innovative, originelle und wegweisende Forschungs- und Entwicklungsideen der Medizintechnik werden ausgewählt und vom BMBF gefördert. Die Ideen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich für praktische medizinische Anwendungen eignen und zugleich die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft fördern. Das BMBF fördert die diesjährigen 15 Gewinnerprojekte mit mehr als 9,1 Millionen Euro.

Kontakt:
PD Dr. Lothar Just
Universität Tübingen
Zentrum für Regenerationsbiologie und Regenerative Medizin (ZRM)
Anatomisches Institut
Österbergstr. 3
72076 Tübingen
Telefon: +49 7071 29-72186
http://Ljust[at]anatom.unituebingen.de





Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Leiterin Myriam Hönig

Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
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Telefon +49 7071 29-76789
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