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Das Tübinger "Zentrum Vormodernes Europa" veranstaltet Eröffnungstagung

28.10.2010 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Konzert mit klösterlicher Musik und öffentlicher Abendvortrag Das "Zentrum Vormodernes Europa", der seit dem Sommersemester 2010 bestehende Forschungsverbund an der Universität Tübingen, veranstaltet vom 4. bis zum 6. November 2010 eine Tagung unter dem Titel "Die Aktualität der Vormoderne. Epochenentwürfe und europäische Identitäten". Die Tagung findet im Neuphilologikum, Wilhelmstr. 50, Raum 027 statt und will die tragenden Konzepte des Forschungsverbundes kritisch diskutieren und reflektieren: Vormoderne und Europa sind ohne Zweifel Schlüsselbegriffe der gegenwärtigen Geisteswissenschaften. Beteiligt sind die Disziplinen der Philologien, der Geschichtswissenschaft, der Theologien, Kunst- und Musikgeschichte, Mittelalterarchäologie, Religionswissenschaft und Rechtswissenschaft.

Zu der Tagung gehören zwei öffentliche Veranstaltungen: Am Donnerstag, 4. November, 20 Uhr wird der amerikanische Kunsthistoriker Prof. Dr. Jeffrey Hamburger (Harvard University) einen öffentlichen Abendvortrag zum Thema "Ein Kampf um Herzen und Gedanken: Probleme der Periodisierung und das Bild des Herzens in der Reformations-Polemik" halten (Großer Senat, Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz).

Am Freitag, 5. November, 20 Uhr, findet im Pfleghofsaal, Schulberg 2 eine öffentliche Aufführung klösterlicher Musik aus dem deutschen Südwesten (St. Gallen, Reichenau, Weingarten) durch das Ensemble 'Ordo Virtutum für Musik des Mittelalters' unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Johannes Morent statt. Die Klöster Sankt Gallen und Reichenau bilden im frühen Mittelalter eine Wiege der europäischen Kultur, in beiden blühen Gregorianischer Choral und liturgische Dichtung. Alle Gesänge wurden aus den Handschriften übertragen, sind teilweise zum ersten Mal zu hören und stellen einen klingenden Beitrag zur fächerübergreifenden Forschung des Zentrums zu Gesellschaften und Kulturen der Zeit vor 1800 dar. Das Ensemble Ordo Virtutum hat zahlreiche CD-Produktionen in Zusammenarbeit mit dem SWR veröffentlicht. Karten zu 10 und 15 Euro gibt es an der Abendkasse.

Das wissenschaftliche Kolloquium will die Erkenntnischancen und Risiken der Begriffe 'Vormoderne' und 'Europa' für die Geisteswissenschaften diskutieren, ohne dabei heutige europäische Identitäten aus dem Blick zu verlieren. Vorgesehen ist eine Gliederung in vier Sektionen. Die ersten beiden nehmen die Begriffe 'Vormoderne' und 'Europa' sowie das Spannungsfeld von nationalen, europäischen und globalen Denktraditionen und politischen Strukturen in den Blick. Die dritte Sektion widmet sich der Spannung zwischen Religion und Wissen. Die Vormoderne wird häufig als Epoche entworfen, in der Religion der Ausbildung und Vermittlung von Wissen einen Rahmen gesetzt habe. Seit der Aufklärung sei die Welt dann entzaubert worden, und eine säkularisierte Wissenschaft habe dem Westen den Weg zur modernen Wissensgesellschaft geebnet. In der vierten Sektion schließlich geht es darum, ob sich historische Anknüpfungspunkte für die aktuelle europäische Identitätspolitik und für eine bisher nicht gelungene Verständigung über die Grundlagen europäischer Werte finden lassen.

Die Grundidee des Zentrums 'Vormodernes Europa' der Universität Tübingen besteht darin, koordinierte Forschung zu europageschichtlichen Fragestellungen auf den Weg zu bringen, um ein möglichst differenziertes Bild der Vormoderne zu gewinnen. Zum anderen versteht es sich auch als Antwort auf gegenwärtige politische und kulturelle Auseinandersetzungen um das Selbstverständnis des modernen Europa. Die Tagung "Die Aktualität der Vormoderne. Epochenentwürfe und europäische Identitäten" ist als ein erster Schritt in diese Richtung konzipiert.

Programm: http://www.zve.uni-tuebingen.de/?q=node/58

Kontakt:
Prof. Dr. Klaus Ridder
Universität Tübingen, Deutsches Seminar

Wilhelmstraße 50, 72074 Tübingen
Telefon +49 7071 29-72955
http://klaus.ridder[at]uni-tuebingen.de



Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Leiterin Myriam Hönig

Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
Michael Seifert
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
http://michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
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