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Transfers erleichtern - Symposium des Koch-Metschnikow-Forums endet mit Appell

18.11.2010 - (idw) Koch-Metschnikow-Forum e.V.

Mit einem Appell an die deutsche und die russische Regierung zur Vereinfachung des Transfers von Labor- und Probenmaterialien zwischen den beiden Ländern endete am 13. November 2010 das Symposium des Koch-Metschnikow-Forums Unarming the time bomb what progress has been made? in Berlin.
Zahlreiche politische Entscheider und Nichtregierungsorganisationen waren zu der Veranstaltung gekommen, um sich von Wissenschaftlern aus den GUS-Staaten über die Entwicklungen in ihren Ländern informieren zu lassen.
In der Anlage finden Sie den Originalwortlaut des Appells. Internationale Zusammenarbeit gegen TB stärken

Tuberkulose-Experten appellieren an deutsche und russische Regierung, den internationalen Transfer von Labormaterialien zu erleichtern

Berlin, 15.11.2010 Mit einem Appell an die deutsche und die russische Regierung, den Transfer von Labormaterialien zwischen den beiden Ländern zu erleichtern, endete am Samstag abend das Symposium des Koch-Metschnikow-Forums im Berliner Kempinski-Hotel. In Kooperation mit der WHO hatte das Forum unter dem Motto How to unarm the time Bomb politische Entscheider und Nichtregierungsorganisationen zu der Veranstaltung eingeladen, auf der Wissenschaftler aus den GUS-Staaten über die Entwicklungen in ihren Ländern berichteten. Die Verbreitung der Krankheit in diesen Regionen wird auch in Deutschland besonders vor dem Hintergrund von Migration und Reisetätigkeiten mit großer Besorgnis betrachtet.

Der Austausch von biologischen Probenmaterialien ist für Diagnostik und Forschung existenziell notwendig, stellt Prof. Dr. Helmut Hahn, Vorsitzender des Koch-Metschnikow-Forums fest. Darum sei eine Erleichterung des Transfers von Labormaterialien wie klinischen Isolaten, Stammsammlungen oder Probenmaterialien von Patienten ein wichtiger Schritt, um die Partnerschaft russischer und deutscher Forscherteams und Diagnostiker sinnvoll fortsetzen zu können.

Wachsende Bedrohung durch Multiresistente Tuberkulose in Osteuropa

In Osteuropa ist die Verbreitung von Tuberkulose 13-mal so hoch wie in Deutschland. Im Jahr 2006 wurden in Russland ca. 125 000 Tuberkulosefälle und 28 000 durch die Krankheit verursachte Todesfälle registriert. Alarmierend sind jedoch nicht nur die absoluten Fallzahlen der Tuberkulose in den GUS-Staaten, erläutert Dr. Timo Ulrichs, Leiter der Sektion Tuberkulose am Koch-Metschnikow-Forum, die Verbreitung multiresistenter TB-Erregerstämme, gegen die gängige Präparate nahezu wirkungslos sind, nimmt zu.

Richard Zaleskis, zuständig für die Tuberkulosekontrolle am WHO-Regional-Büro Europa, bestätigt die beunruhigende Situation in Osteuropa: 85 Prozent aller Fälle von multiresistenter Tuberkulose weltweit treten in nur 27 WHO-Mitgliedstaaten auf. Von diesen schwer betroffenen Staaten gehören 15 zur WHO-Region Europa.
Multiresistente Tuberkulose nimmt weltweit zu
Nach Schätzungen der WHO treten weltweit jedes Jahr 450.000 neue Fälle von multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) auf. Die höchsten Resistenzraten liegen dabei in Litauen (27,8%), Usbekistan (26,8%), Kasachstan (24,7%), Lettland (12%) sowie in Regionen der Russischen Föderation (17-19%). Auch in Deutschland werden multiresistente Erreger nachgewiesen.
Im Oktober 2007 vereinbarten die Gesundheitsminister der WHO-Region Europa in der Berlin Declaration on Tuberculosis, einen effizienten Kampf gegen die Krankheit zu führen.

Entscheidend für eine effektive Tuberkulose-Bekämpfung sind die rasche Entdeckung erkrankter und ansteckender Personen und damit verbunden eine schnell einsetzende effiziente Therapie, resümiert Prof. Hahn und fordert: Wir müssen alles tun, um die Zusammenarbeit der engagierten Forscher und Spezialisten in Ost und West weiter zu stärken.

Das Koch-Metschnikow-Forum
Das Koch-Metschnikow-Forum (KMF) ist eine deutsch-russische Wissenschaftsorganisation zur Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Gesundheitswesen in praktisches Handeln. Entstanden als Initiative des Petersburger Dialogs (PD), arbeitet das Forum in Abstimmung mit den Gesundheitsministerien der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation im Rahmen der Modernisierungspartnerschaft Deutschland/Russland. Ziel der Aktivitäten des KMF ist, einen Beitrag zur Angleichung des Russischen Gesundheitswesens an das Niveau der EU zu leisten.

Das KMF arbeitet kooperativ mit dem Deutsch-Russischen Forum zusammen, das die gleiche Zielsetzung verfolgt, wie das KMF: die Stärkung der Zivilgesellschaften beider Länder. Weiterer Kooperationspartner ist der Ostausschuß der Deutschen Wirtschaft.
Die Arbeit des KMF findet in folgenden Sektionen statt: Tuberkulose, HIV/Aids, Virusdiagnostik, eHealth.

Das Koch-Metschnikow-Forum bedankt sich bei BD, Heidelberg, für die freundliche Unterstützung, mit der sie dieses Symposium ermöglicht hat. Anhang
Gemeinsamer Appell der Teilnehmer des KMF-Symposiums am 13.November
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