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20 Jahre physikalische Wiedervereinigung

18.11.2010 - (idw) Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

Physiker erinnern an die Fusion der physikalischen Gesellschaften aus Ost und West

Zum 20. Mal jährt sich an diesem Samstag die Vereinigung der Physikalischen Gesellschaft der DDR mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG). Der Zusammenschluss beider Fachgesellschaften wurde am 20. November 1990 im Berliner Magnus-Haus feierlich besiegelt. Als im November 1989 die Mauer fiel, war niemand darauf vorbereitet, die Wissenschaftspolitik ebenso wenig wie die Wissenschaftler. Die Physikerinnen und Physiker in Ost und West handelten jedoch schnell und vereinbarten bereits im März 1990 die Vereinigung der beiden physikalischen Gesellschaften, obwohl es davor über lange Zeiten kaum offizielle Kontakte gab. Es gab seit 1968 nur noch sporadische Beziehungen auf persönlicher Basis und hin und wieder Begegnungen auf internationalen Konferenzen, sagt DPG-Präsident Wolfgang Sandner. Dass diese Vereinigung dennoch so zügig und mit gegenseitigem Respekt angegangen wurde, mag an dem natürlichen Gefühl der Zusammengehörigkeit der Physiker liegen, das sich von Politik und Ideologie nicht leicht verdrängen lässt, so Sandner. Man könnte auch sagen: unter Physikern stimmt normalerweise die Chemie.

Gleichwohl war die Fusion Schlusspunkt einer höchst wechselvollen Geschichte des Mit- und Nebeneinanders der beiden Fachgesellschaften nach dem Krieg. Noch bis 1968 hatte es einen regelmäßigen Austausch zwischen Physikern aus Ost und West gegeben. Dies änderte sich mit der Eingliederung der DDR-Gesellschaft in die Akademie der Wissenschaften; danach wurde das Verhältnis kühl bis nicht existent, wenn auch niemals feindselig. Unmittelbar nach der Wende 1989 revolutionierte eine Demokratiebewegung die DDR-Gesellschaft, deren neu gewählter Vorstand seine vornehmste Aufgabe darin sah, die Vereinigung mit der DPG im Westen herbeizuführen.

Mit einer Jubiläumsfeier im Berliner Magnus-Haus an diesem Samstag, dem 20. November 2010, würdigt die DPG diese Vereinigung. Sie versucht aber gleichzeitig, einen kritischen Blick auf die Zeit danach zu richten. Teilnehmer sind daher nicht nur viele Akteure und Zeitzeugen der Wende, allen voran der damalige Vorsitzende der Physikalischen Gesellschaft der DDR, Gerd Röpke, und der damalige DPG-Präsident Theo Mayer-Kuckuk, sondern auch Wissenschaftler und Politiker, die den Umbau der Wissenschaftslandschaft in den Jahren seit 1990 aktiv mitgestaltet haben. Dazu gehören insbesondere die beiden Festredner Ingolf Hertel, Gründungspräsident der Leibniz Gemeinschaft, und der ehemalige Staatsminister für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Sachsen, Hans Joachim Meyer.
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