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Olympische Medaillen für Naturwissenschafts-Triathleten

19.11.2010 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Mathe, Physik, Informatik diesen Unterrichtsfächern gehört die Zukunft. Dennoch sind sie für viele Schüler nach wie vor die Angstnummer schlechthin. Nicht für Fabian Gundlach. Der 18-jährige Abiturient ist ein echter Crack im Triathlon der Wissenschaften. Einmal Bundessieger in Informatik, viermal in Mathematik und zweimal ein erster Preis in der Endrunde des Auswahlwettbewerbs zur Internationalen PhysikOlympiade so viele Erfolge wie Fabian Gundlach hat bisher noch nie ein Schüler erreicht und das in gleich drei Disziplinen. Mehr noch: Der junge Naturwissenschafts-Triathlet aus München ist auch bei den Internationalen Olympiaden in Mathematik, Physik und Informatik ganz vorne mit dabei. Seine Bilanz für 2010: Gold bei den Internationalen Olympiaden in Informatik und Physik, Silber in Mathe. Sein Wettkampf-Engagement startete Fabian Gundlach übrigens bereits in der 6. Klasse damit hat er auch Marathon-Qualitäten unter Beweis gestellt.

Nicht Rezepte pauken, sondern Lösungen anwenden
Wie wird man so vertraut mit Binärcodes, Nanoteilchen und linearer Unabhängigkeit? Fabian Gundlach wurde die Leidenschaft für Algorithmen schon mit in die Wiege gelegt: Seine Eltern sind beide im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich tätig und haben ihn und seinen jüngeren Bruder Manuel, der ebenfalls bei Wettbewerben abräumt, nach Kräften unterstützt. Doch wie bei jedem Athleten ist der Erfolg vor allem das Ergebnis eines intensiven Trainings. Man kommt in den Naturwissenschaften nicht weit, wenn man nur liest oder stur paukt. Wichtiger ist, dass man sich austauscht und sein Wissen anwenden kann, ist Fabian Gundlach überzeugt. Über solche Aufgaben nachzudenken, ist genau das, was mir Spaß macht. Deshalb habe ich an den Wettbewerben teilgenommen.

In der Schule, so die Erfahrung des jungen Talents, würden Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften oftmals so vermittelt, dass die Schüler vorwiegend Rezepte auswendig lernen, aber nicht verstünden, wie sie Lösungswege auf andere Aufgaben anwenden können. Das hat nichts mit dem Inhalt dieser Wissenschaften zu tun und führt dazu, dass diese als langweilig und dröge wahrgenommen werden, meint er. Schade, denn eigentlich geht es bei allen drei um Kreativität und Ideenreichtum.

In Zukunft möchte sich der junge Triathlet auf eine Disziplin konzentrieren: Im Wintersemester hat Fabian Gundlach sein Mathematikstudium an der Universität München begonnen. Auch hier hat er sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Ich kann mir gut vorstellen, Professor für Mathematik zu werden.

Über die Internationale Physikolympiade (IPhO)
Die Internationale PhysikOlympiade (IPhO) fördert die Interessen und Fähigkeiten in Physik besonders begabter Schülerinnen und Schüler und bietet ihnen frühzeitig die Möglichkeit, auf internationaler Ebene fachliche Kontakte zu knüpfen. Jedes der etwa 80 Teilnehmerländer entsendet eine Mannschaft aus bis zu fünf Olympioniken, die einzeln in Klausuren antreten. Der jährlich stattfindende bundes¬weite Auswahlwettbewerb für die fünfköpfige deutsche Mannschaft wird vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder und unter finanzieller Unterstützung durch das BMBF koordiniert. Die Auswahl erfolgt in vier Runden, wobei in den ersten beiden Runden Aufgaben zu Hause bearbeitet werden. In der dritten und vierten Runde werden die etwa 50 beziehungsweise 15 besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland zu einwöchigen Seminaren eingeladen, auf denen sie sich in theoretischen und experimentellen Klausuren miteinander messen, um schließlich die fünf Mitglieder der Nationalmannschaft für die olympischen Spiele zu ermitteln.


Kontakt:
Dr. Stefan Petersen
Tel.: 0431 880 5120
Email: petersen@ipn.uni-kiel.de
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