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Europäischer Forschungsrat fördert Heidelberger Molekularbiologen

19.11.2010 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Der Heidelberger Molekularbiologe Prof. Dr. Bruce Edgar erhält eine hochdotierte fünfjährige Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC), einen ERC Advanced Grant für Spitzenforscher in Europa. Damit werden seine grundlegenden Forschungsarbeiten zum Zellzyklus und Zellwachstum am Modellorganismus der Taufliege mit 2,68 Millionen Euro gefördert. Der aus den USA stammende Wissenschaftler ist am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) tätig und forscht zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Mit der Auszeichnung für Bruce Edgar wurden seit 2007 fünf ERC Advanced Grants an Professorinnen und Professoren der Ruperto Carola vergeben. Pressemitteilung
Heidelberg, 19. November 2010

Europäischer Forschungsrat fördert Heidelberger Molekularbiologen
ERC Advanced Grant für Prof. Dr. Bruce Edgar Förderung für Forschung am ZMBH und DKFZ

Der Heidelberger Molekularbiologe Prof. Dr. Bruce Edgar erhält eine hochdotierte fünfjährige Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC), einen ERC Advanced Grant für Spitzenforscher in Europa. Damit werden seine grundlegenden Forschungsarbeiten zum Zellzyklus und Zellwachstum am Modellorganismus der Taufliege mit 2,68 Millionen Euro gefördert. Der aus den USA stammende Wissenschaftler ist am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) tätig und forscht zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Mit der Auszeichnung für Bruce Edgar wurden seit 2007 fünf ERC Advanced Grants an Professorinnen und Professoren der Ruperto Carola vergeben.

Die Universität Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) hatten sich im Rahmen der DKFZ-ZMBH-Allianz gemeinsam erfolgreich bemüht, den renommierten Forscher des Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle (USA) 2009 nach Heidelberg zu holen. In seinen Forschungsarbeiten beschäftigt sich Prof. Edgar insbesondere mit den Mechanismen, die die Zellteilung kontrollieren. Der Wissenschaftler und sein Team haben anhand der Taufliege Drosophila melanogaster eine ganze Reihe von Genen und Signalwegen entdeckt, die das Wachstum und die Vermehrung von Zellen im lebenden Organismus in verschiedenen Organen und Gewebetypen regulieren. In Heidelberg baut Prof. Edgar ein neues Labor auf, um diese Forschungen auszuweiten.

In dem vom ERC geförderten Forschungsprojekt werden die Heidelberger Wissenschaftler mithilfe von Taufliegen sowie Zellkulturen untersuchen, wie der ständige natürliche Verlust von sogenannten epithelialen Darmzellen durch die regulierte Teilung und Differenzierung von Darmstammzellen ausgeglichen wird. Untersuchungen an Modellorganismen haben dazu beigetragen, die Funktion zahlreicher menschlicher Gene zu identifizieren und zu verstehen, die Krankheiten auslösen, erläutert Prof. Edgar. Dieses Projekt kann insbesondere dazu beitragen, neue Mechanismen der Stammzellkontrolle zu erkennen und Gene zu finden, die mit zwei häufigen Erkrankungen in Zusammenhang stehen: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Darmkrebs.

Nach einem Studium der Biologie am Swarthmore College in Pennsylvania wurde Bruce Edgar (Jahrgang 1960) an der University of Washington in Seattle auf dem Gebiet der Genetik promoviert. Im Anschluss an die Promotion 1987 arbeitete er an der University of California in San Francisco und an der University of Oxford in Großbritannien. Von 1993 bis 2009 war der Wissenschaftler in verschiedenen Funktionen am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle und als Professor an der University of Washington tätig, 2000/2001 unterbrochen von einem Aufenthalt am European Molecular Biology Laboratory (EMBL) in Heidelberg.

Der 2007 eingerichtete Europäische Forschungsrat setzt sich für eine Förderung der grundlagenorientierten Forschung ein, um visionäre Projekte voranzutreiben und neue interdisziplinäre Wissensgebiete zu erschließen. Er schreibt zwei themenoffene Förderlinien aus, deren einziges Kriterium die wissenschaftliche Exzellenz und das innovative Potenzial der Forschungsprojekte ist: Der ERC Advanced Grant wendet sich an herausragende, bereits etablierte Forscher, während die ERC Starting Grants talentierten Nachwuchsforschern die Möglichkeit bieten, sich als eigenständige Wissenschaftler zu profilieren.


Kontakt:
Prof. Dr. Bruce Edgar
Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg
Deutsches Krebsforschungszentrum
Telefon (06221) 54-6827, b.edgar@zmbh.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
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