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Mario Adorf erhält die Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

19.11.2010 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz würdigt den international renommierten Film- und Theaterschauspieler Mario Adorf für sein beeindruckendes Lebenswerk mit der Ehrendoktorwürde. Mario Adorf hat die deutsche und europäische Filmgeschichte über Jahrzehnte geprägt und in hohem Maße zum theaterkulturellen Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland beigetragen, erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, die Auszeichnung ist aber auch Anerkennung dafür, dass Mario Adorf über Jahrzehnte hinweg den Kontakt zu seiner Alma Mater gepflegt hat. Der Akademische Senat der Universität zeichnet mit dieser Ehrung herausragende Personen des öffentlichen Lebens aus.

Ich freue mich, dass Mario Adorf heute als zweite herausragende Persönlichkeit nach dem ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard dEstaing mit dieser besonderen Auszeichnung geehrt wird, sagte Ministerpräsident Kurt Beck bei der Feierstunde. Wie kaum jemand anderes habe Adorf über ein halbes Jahrhundert das europäische Kulturleben bereichert. Hier in Mainz habe seine Weltkarriere als Schauspieler ihren Anfang genommen. Es erfüllt uns mit Stolz, dass ihn mit Rheinland-Pfalz, der Landeshauptstadt und der Johannes Gutenberg-Universität noch immer so vieles verbindet, so Ministerpräsident Beck.

Der 1930 in Zürich geborene und in Mayen in der Eifel aufgewachsene Adorf, der während seines Studiums an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit besonderem Interesse den Vorlesungen des Psychologen Albert Wellek und des Philosophen Karl Holzamer folgte, ging früh nach Zürich, lernte dann Schauspiel in München und hatte seine ersten Auftritte dort an den Kammerspielen. Fritz Kortner nennt er seinen wichtigsten Lehrer. Seit Anfang der 1950er Jahre arbeitet Adorf im Film; im Laufe seiner Karriere hat er in mehr als 150 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seiner Alma Mater, an der er auf der Studentenbühne erste Theatererfahrungen sammelte, blieb der Schauspieler über all die Jahre eng verbunden.

Auszeichnung mit den wichtigsten Preisen der Film- und Fernsehbranche
Mario Adorf wurde für seine herausragende Arbeit mit den wichtigsten Preisen der Film- und Fernseh-Branche ausgezeichnet: Mehrfach erhielt er den Bundesfilmpreis, 1994 den Adolf-Grimme-Preis und die Goldene Kamera. Für sein Lebenswerk wurde er 1996 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille, 2001 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und 2004 mit dem Deutschen Filmpreis geehrt. Den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz erhielt er im Jahr 2005.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz zeichnet mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde die Lebensleistung des Schauspielers aus. In der Würdigung des Mainzer Filmwissenschaftlers PD Dr. Bernd Kiefer heißt es: Mario Adorf ist als deutscher Schauspieler ein europäischer Schauspieler geworden, ein Schauspieler mit einer immensen internationalen Erfahrung in großen und kleinen Produktionen, in Rollen, die es ihm abverlangten, Deutsche, Italiener, Engländer, Franzosen, auch Amerikaner, und immer wieder auch Charaktere zu spielen, deren Nationalität so unerfindlich ist, wie der Charakter selbst schillernd bleibt. Adorf griff damit, so könnte man sagen, einer europäischen Existenz vor, die sich erst abzeichnet: im Entstehen des Neuen, das sich nicht oder noch nicht löst von seiner Herkunft. Wer wäre prädestinierter gewesen, dies zu verkörpern als er, dessen Name schon, wie der des Thomas Mannschen Tonio Kröger, zwei Sphären der Kultur widersprüchlich verbindet? [] Mario Adorf, der deutsche Schauspieler als europäischer Schauspieler, hat in mehr als fünfzig Jahren etwas gegeben, was sich, überblickt man seine ausufernde Rollengeschichte bis heute, nicht nur als ein Beitrag zur europäischen Film- und Fernsehgeschichte würdigen lässt. Mario Adorf hat als Schauspieler beigetragen dazu, dass wir Menschen etwas besser verstehen. Was Wissenschaft will, kann auch Schauspiel leisten.

Mit Mario Adorf ehrt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz eine Persönlichkeit, die nicht nur die deutsche und europäische Filmgeschichte über Jahrzehnte geprägt, sondern auch die deutsche Theaterlandschaft in der Nachkriegszeit entscheidend mitgestaltet hat. So stellt der Leiter des Instituts für Theaterwissenschaften an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Friedemann Kreuder, in seiner Würdigung des Schauspielers heraus: Adorf gestaltete den theaterkulturellen Wiederaufbau Deutschlands von prominenter Stelle aus mit den einschlägigen Regisseuren und Theaterkünstlern der väterlichen und seiner eigenen Generation mit, die in ersten Schritten begann, die Probleme der Nachkriegszeit und der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands unter Rückgriff auf zeitgenössische amerikanische und französische Dramatik auf der Bühne thematisch werden zulassen. In seiner Würdigung hebt Professor Dr. Kreuder weiterhin hervor, dass Mario Adorfs exorbitante theater- und filmkünstlerische Entwicklung von der Universität und der Stadt Mainz sowie dem Land Rheinland-Pfalz ebenso ihren Ausgang nimmt, wie sie sich bis heute in vielfältiger Weise und höchst bereichernd auf diese zurück bezieht. So sind die Nibelungenfestspiele in Worms untrennbar mit dem Namen ihres Gründungsmitglieds Mario Adorf verbunden. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang auch seine Teilnahme an den gemeinsam von der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz organisierten "Mainzer Gesprächen" und seine Präsenz bei der 60-Jahr-Feier anlässlich der Wiedereröffnung der Universität Mainz im Jahre 2006.


Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz kann nach den Regeln ihrer Grundordnung die Ehrendoktorwürde an herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vergeben. Dies setzt eine Dreiviertelmehrheit der Stimmen des Akademischen Senats voraus. Diese Auszeichnung wurde bisher erst einmal verliehen an den ehemaligen französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard dEstaing anlässlich der 60-Jahr-Feier der Wiedereröffnung der Universität Mainz. Weitere Informationen: http://www.uni-mainz.de/presse/41064.php
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