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Energiekonferenzen in Karlsruhe: Bürger diskutieren mit Energie-Experten

22.11.2010 - (idw) Wissenschaft im Dialog

Mit einer Bürgerkonferenz zur Energienutzung der Zukunft ist am Sonntag, 21.11.2010, in Karlsruhe eine Veranstaltungsreihe zu Ende gegangen, mit der Wissenschaft im Dialog die Initiative der deutschen Wissenschaft Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe eingeladen hatte, über die Energienutzung in Deutschland zu debattieren. In einem Schülerforum und zwei Bürgerkonferenzen diskutierten die Karlsruher in den vergangenen zwei Monaten mit Wissenschaftlern aus der Zukunfts- und Energieforschung, entwickelten Strategien und stellten ihre Visionen zukünftiger Energienutzung vor. Alle drei Veranstaltungen fanden statt mit Unterstützung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Nach lebhaften Debatten um Ideen und Zukunftsvisionen der Energienutzung von morgen stimmten die Teilnehmenden am 21. November über ein Bürgergutachten mit fünf Visionen ab, in dem sie Empfehlungen an Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft richten.

Unter anderem entwickelten die Karlsruher Bürger ein Konzept für ein Intelligentes Haus, das Energie sparen hilft: Es schaltet selbstständig das Licht aus, sorgt für Durchlüftung und wäscht die Wäsche dann, wenn von Kraftwerken viel Energie bereit gestellt wird und die Waschmaschine voll ist. Die Idee zum intelligenten Haus wurde von den Teilnehmern der ersten Bürgerkonferenz Ende Oktober entwickelt. Am 20. und 21. November berieten Bürgerinnen und Bürger in einer zweiten Bürgerkonferenz am Karlsruher Institut für Technologie mit Energieexperten Strategien zur Umsetzung. Dabei standen den 43 Bürgern sechs Experten aus unterschiedlichen Disziplinen der Energieforschung beratend zur Seite.

Zur Umsetzung der Vision vom Intelligenten Haus empfahlen die Bürger der Wissenschaft, an der Erhöhung der Flächenenergieeffizienz zu arbeiten zum Beispiel durch Einleitung von Sonnenlicht in Räume. An Forschung und Politik gerichtet empfahlen die Bürger die auch finanzielle Förderung einer Selbstenergieerzeugung in Häusern. Außerdem sollen Politik und Forschung nach Vorstellung der Karlsruher Bürger gemeinsam an einem neuen energetischen Baurecht arbeiten. Die Wissenschaft soll untersuchen, wie gefördert, Anreize geschaffen und Meinungsbildungsprozesse gestaltet sein müssen, damit Bürger ressourcenschonende Energiekonzepte annehmen.

Der Geschäftsführer der Initiative Wissenschaft im Dialog, Dr. Herbert Münder, nahm die Empfehlungen am Sonntag in Karlsruhe stellvertretend für die deutschen Wissenschaftsorganisationen entgegen. Die Visionen und Empfehlungen der Karlsruher Bürgerinnen und Bürger werden von Wissenschaft im Dialog nun weitergegeben in die deutsche Forschung sowie an Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Die drei Veranstaltungen in Karlsruhe fanden statt im Rahmen des Forschungsprojekts Wissenschaft debattieren. Darin untersucht die bundesweit aktive Initiative Wissenschaft im Dialog gemeinsam mit Sozialwissenschaftlern der Universität Stuttgart, mit welchen Mitteln und mithilfe welcher Veranstaltungsformate sich Bürger am besten am Diskurs über Forschungsthemen beteiligen.

Die Bürgerkonferenz, die am vergangenen Wochenende in Karlsruhe stattfand, war die letzte Veranstaltung, die im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts in verschiedenen Städten in Deutschland stattfand. Bundesweit umfasste das Forschungsprojekt in 2010 insgesamt 15 Veranstaltungen und verschiedene Online-Dialoge, die von Sozialwissenschaftlern des Forschungsinstituts ZIRN an der Universität Stuttgart evaluiert werden. Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt werden für Sommer 2011 erwartet.


Fotos
von den Veranstaltungen finden Sie im Bereich Presse unter http://www.wissenschaft-im-dialog.de.

Weitere Informationen
finden Sie unter http://www.wissenschaft-debattieren.de.

Ihre Ansprechpartnerin bei Wissenschaft im Dialog:

Forschungsprojekt Wissenschaft debattieren!
Maria Kolbert
Tel. 030/206 22 95-65
maria.kolbert@w-i-d.de
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