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Presseeinladung: Tagung Wissensarchive im Dialog mit Wissenschaft und Gesellschaft

07.12.2010 - (idw) Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Tagung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Rahmen des Berliner Wissenschaftsjahres 2010 Berlin Hauptstadt für die Wissenschaft

am 9. (9-18 Uhr) und 10. (9-14 Uhr) Dezember 2010
Otto-Braun-Saal, Staatsbibliothek zu Berlin
Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin

Akkreditierung: Bis 8. Dezember, 15 Uhr per E-Mail (pressestelle@hv.spk-berlin.de).

Achtung: Korrigiertes Datum für die Präsentation des Codex Humboldt In Zeiten der Digitalisierung und ständig sich weiterentwickelnder Informations-systeme stehen Museen, Bibliotheken und Archive vor zahlreichen neuen Auf-gaben und Herausforderungen. Mit ihren Beständen sind sie nicht nur Orte des kulturellen Erbes, sondern auch einzigartige Wissensarchive. Um ihrer vielfälti-gen Rolle bei der Wissensproduktion und -vermittlung auch in Zukunft gerecht zu werden, schaffen sie heute zunehmend vernetzte Informationsangebote und öffnen sich für Kooperationen mit Forschungseinrichtungen und anderen Part-nern. Als moderne und dynamische Einrichtungen gehen sie neue Wege und gestalten die Wissens- und Informationsgesellschaft aktiv mit.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz vereint unter ihrem Dach Wissensarchive unterschiedlichster Art: Museen, Bibliotheken, Archive und Forschungsinstitute. Im Rahmen der Tagung lädt sie wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Akteure und Interessierte dazu ein, sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Wissenschaft, Wissensarchiven und Gesellschaft auseinanderzusetzen und über gemeinsame Perspektiven nachzudenken. Die Tagung soll außerdem Dis-kussionsforum für die aktuellen Herausforderungen in den Bereichen Digitalisie-rung, Open Access und virtuelle Forschungsumgebungen sein. In drei Sektionen werden zukunftsweisende Projekte und Strategien von Wissensarchiven vorge-stellt und diskutiert. Ein umfangreiches Begleitprogramm rundet die Tagung ab.

Weitere Informationen zur Tagung und zum Begleitprogramm unter http://www.preussischer-kulturbesitz.de/veranstaltungen und in beiliegendem Flyer.

Präsentation einer Faksimileausgabe im Rahmen der Tagung:

Im Rahmen der Tagungssektion 3: Wissensarchive und kulturelles Gedächtnis das Beispiel indigenes Lateinamerika wird als Beispiel für die Tätigkeit von Wissensarchiven auch die Faksimileausgabe Codex Humboldt Fragment 1 / Codex Azoyú 2 Reverso vorgestellt. Der Band vereint zwei Fragmente einer indianischen Bilderhandschrift aus Mexiko, von denen sich eines in Mexiko, das andere in der Staatsbibliothek zu Berlin befindet. Durch das Zusammenbringen der Teile hat die Wissenschaft eine einmalige Quelle gewonnen: Die Fragmente bilden eine genaue Aufstellung der Tributzahlungen ab, die die Provinz Tlapa in Guerrero an die Azteken zu leisten hatte, nachdem das Fürstentum von Tlapa-Tlachinollan im Jahre 1486 durch die Armee des aztekischen Königs Ahuizotl erobert worden war.

Das in der Staatsbibliothek bewahrte Fragment ist bekannt unter dem Namen Codex Humboldt Fragment 1. Es ist eines von 16 Fragmenten indianischer Bildhandschriften, die Alexander von Humboldt während seines Aufenthalts in Neuspanien, heute Mexiko, in den Jahren 1803-1804 erwarb und die sich heute in der Staatsbibliothek zu Berlin befinden. Der Codex Humboldt Fragment 1 ist ein aus 15 Seiten bestehendes beidseitig bemaltes Leporello aus Amatepapier, einer Ficusart. In einer Vitrinenpräsentation wird das Original am 10. 12. 2010 zu sehen sein. Das zweite Fragment der Bilderhandschrift wird unter der Be-zeichnung Codex Azoyú 2 seit 1942 in der Biblioteca Nacional de Antropología e Historia von Mexiko-Stadt aufbewahrt. Es war im Jahr 1940 in dem tlapaneki-schen Ort Azoyú an der pazifischen Küste Mexikos aufgetaucht.

Die zweisprachige (Spanisch/Englisch) Edition wurde gemeinsam von CIESAS (Centro de Investigación y Estudios Superiores en Antropología Social), Mexiko, und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz herausgegeben. Neben dem Faksimi-le-Druck enthält sie eine Studie zu Geschichte und Interpretation des Doku-ments (Gerardo Gutiérrez, Viola König, Baltazar Brito). Sie ist ein Beispiel dafür, dass die Bestände und Sammlungen von Museen, Bibliotheken und Archiven nicht nur Gegenstand wissenschaftlichen Interesses sind, sondern zum kulturel-len Erbe gehören und auch eine identitätsstiftende Bedeutung haben. Im Som-mer 2010 erfolgte die feierliche Übergabe der Faksimile-Ausgabe in den indige-nen Ursprungsgemeinden, mit denen sich der Inhalt des Dokuments befasst.


Der Band ist im Online-Shop der Staatlichen Museen zu Berlin erhältlich: https://smbkatalogshop.besucherdienst.org/Merchandise?&n=3 Weitere Informationen: http://www.preussischer-kulturbesitz.de/veranstaltungen Anhang
Flyer mit Tagungsprogramm
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