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Glücksspielsucht: Hilfe für Angehörige

08.02.2011 - (idw) Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

Der Glücksspielsucht nicht das Spielfeld überlassen

München, 08.02.2011 Angehörige von Glücksspielsüchtigen leiden unter einem enormen psychischen Druck: Einerseits erleben sie häufig hautnah mit, wie der Süchtige zunehmend unter der Krankheit leidet, andererseits müssen sie sich und andere Familienmitglieder vor hohen Schulden oder der sozialen Isolation schützen. Hierbei brauchen sie Hilfe: Am 2. März startet in Augsburg und Re-gensburg deshalb das Projekt ETAPPE. ETAPPE richtet sich speziell an Angehörige von Menschen, die süchtig nach Glücks-spiel sind. Während es zahlreiche Beratungs- und Hilfsangebote für Spieler gibt, ste-hen Angehörige mit ihren Sorgen, ihren Schuldgefühlen und Fragen häufig alleine da. Diese Lücke möchten wir schließen, sagt Ursula Buchner von der Bayerischen Aka-demie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS). Wir erleben nämlich häufig, dass Angehörige den Spielern helfen wollen, aber ratlos sind, was sie tun können. Das be-lastet sie sehr und deshalb benötigen auch sie Hilfe.

Hier setzt ETAPPE an: Das Programm vermittelt an acht Abenden u.a. Informationen zur Glücksspielsucht und ihren Behandlungsmöglichkeiten sowie zu rechtlichen und finanziellen Fragen. In der Gruppe können die Angehörigen außerdem mit anderen Betroffenen über ihren Umgang mit der Glücksspielsucht und die persönlichen Prob-leme sprechen. Dabei stehen den Angehörigen Berater der Suchtberatungsstelle zur Seite.

Das Projekt ETAPPE geht nun schon in die zweite Runde. Zuvor lief es sehr erfolg-reich in Bayreuth, Ingolstadt, München und Nürnberg. Dort nutzten nicht nur Ehepart-ner, sondern auch Eltern, Geschwister und sogar Schwiegereltern die Unterstützung der Gruppen, die sich in Zukunft sogar ohne professionelle Anleitung treffen werden.

Experten schätzen, dass es in Deutschland bis zu 290.000 Glücksspielsüchtige gibt. Allein in Bayern sprechen sie von 44.000 Süchtigen. Wie viele Menschen tatsächlich von dieser Krankheit betroffen sind, wird deutlich, wenn man weiß, dass zehn bis fünf-zehn Personen aus dem sozialen Umfeld des Spielers oder der Spielerin indirekt an den Folgen der Spielsucht leiden.

Augsburg, Starttermin: 02.03.2011, 17:30-19:00 Uhr
Wo: Suchtberatungs- und Behandlungsstelle der Caritas, Auf dem Kreuz 47, Augsburg
Ansprechpartner: Dipl.-Soz.Päd. [FH] Udo Büchner-Kühn
Tel.: 0821/3156432, E-Mail: u.buechner-kuehn@caritas-augsburg

Regensburg, Starttermin: 02.03.2011, 18:30-20:00 Uhr
Wo: Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme,
Ansprechpartnerin: Dipl.-Soz.Päd [FH] Mireille Bubak
Tel.: 0941/5021119, E-Mail: m.bubak@caritas-regensburg.de

ETAPPE EntlastungsTraining für Angehörige pathologischer und problematischer Glücksspieler psychoedukativ: Ein Projekt der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (www.bas-muenchen.de). Die BAS ist Kooperationspartner der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern.

Die Landesstelle koordiniert bayernweit Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspielen. Sie besteht seit Juni 2008 und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit finanziert. Weiterer Kooperationspartner ist das Münchner Institut für Therapieforschung IFT (www.ift.de). Rechtlich getragen wird die LSG von einem Betreiberverein der Landesarbeitsgemein-schaft der Freien Wohlfahrtspflege.

www.lsgbayern.de und www.verspiel-nicht-dein-leben.de Weitere Informationen: http://www.lsgbayern.de - Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern http://www.verspiel-nicht-dein-leben.de - Webseite für Betroffene, Angehörige, Interessierte
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