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Landespreis Hochschullehre 2010 geht an zwei Dozenten der Saar-Uni

09.02.2011 - (idw) Universität des Saarlandes

Gemeinsame Pressemitteilung der Universität des Saarlandes und des Ministeriums für Wirtschaft und Wissenschaft Der Landespreis Hochschullehre 2010 wurde in diesem Jahr an zwei Dozenten der Universität des Saarlandes verliehen: Ausgezeichnet wurden Professor Anselm Lambert und sein Team für die Neukonzeption des Lehramts-studienfaches Mathematik und Dr. paed/RUS Elena Tregubova für das Mercator-Projekt Förderunterricht für Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule zum Beruf. Wissenschaftsminister Dr. Christoph Hartmann überreichte den Preis, der zum achten Mal vergeben wurde und mit jeweils 25.000 Euro dotiert ist.

In Zeiten des demographischen Wandels verschärft sich der Wettbewerb um die klügsten Köpfe. Die Qualität der Lehre ist für die Zukunftsfähigkeit der Hochschulen entscheidend, erklärte Wissenschaftsminister Dr. Christoph Hartmann anlässlich der Preisverleihung. Die ausgezeichneten Projekte verbessern die Lehrerausbildung und schlagen die Brücke zwischen Theorie und Praxis. Davon profitieren Lehrende, Studierende und Schüler ein echter Gewinn für unseren Bildungsstandort. Unipräsident Volker Linneweber sagte anlässlich der Preisverleihung: Wir sind stolz, dass der Landespreis Hochschullehre in diesem Jahr an Lehrende unserer Uni verliehen wurde. Das zeigt, wie hoch die Qualität der Lehre bei uns ist und wie wichtig Praxisanteile im Studium sind. Sowohl im Lehramtsstudienfach Mathematik als auch im Mercator-Projekt sammeln die Studenten schon während ihres Studiums Erfahrungen beim Unterrichten von Schülern und sind so für den späteren Berufsalltag bestens gerüstet.

Mathematik gilt oft als trockenes Fach. Dass das nicht so sein muss, zeigt der Lehramtsstudiengang Mathematik der Saar-Uni. Professor Anselm Lambert und sein Team vom Lehrstuhl für Mathematik und ihre Didaktik haben das Lehramtsfach neu konzipiert und im Jahr 2007 reformiert. Theorie und Praxis sind im Lehramts-studiengang Mathematik über die ganze Breite unseres Angebotes von der höheren Mathematik bis zur Didaktik eng verknüpft. So haben wir beispielsweise die fachwissenschaftlichen Teile an die Anforderungen der Schulen angepasst und fachdidaktische Anteile im Studium erhöht, erklärt Preisträger Anselm Lambert. Der Professor und sein Team, dem auch Mathematiklehrer angehören, legte bei der Neukonzeption des Studiengangs zunächst fest, welche Kompetenzen die Studierenden im Lehramtsstudium und im Referendariat erwerben sollen und wie sie später die Lerninhalte im Leben für sich und den Beruf gewinnbringend nutzen können. Wir legen eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für den späteren eigenen Unterricht der Studierenden und unterstützen sie bei ihren ersten Gehversuchen als Lehrer, so Professor Lambert.

Die vergangene Pisa-Studie hat gezeigt, dass Schüler im Mathematikunterricht nicht nachhaltig genug lernen. Dem kann man durch eine neue Aufgaben- und Unterrichtskultur entgegenwirken. Die Studierenden der Universität des Saarlandes lernen deshalb bereits im Studium eine neue Lehrkultur kennen, erklärt Anselm Lambert. Unter anderem besuchen die Lehramtsstudierenden Seminare mit Workshop-Charakter, in denen sie ihr eigenes Lernen genau so planen, gestalten, durchführen und reflektieren, wie später als Lehrer das Lernen im Unterricht. Auch in die Vorlesungen zur Elementarmathematik sind aktive Übungen integriert, um als Vorbild für die Schule Lernen durch Selbsttätigkeit zu ermöglichen. Zum Pflichtprogramm gehört daneben ein Seminar mit integriertem Computerpraktikum, das von Kommilitonen moderiert wird. Nach einer Einführung in die Handhabung der schulrelevanten Hard- und Software arbeiten die Studierenden am Computer selbst an konkreten, unterrichtsnahen Aufgaben und diskutieren deren Mehrwert im Unterricht. Mithilfe spezieller Seminare können sie sich außerdem inhaltlich und methodisch auf ihre Schulpraktika vorbereiten, dabei erhalten sie erste Einblicke in die Planung, Gestaltung und Durchführung von Unterrichtsstunden und Unterrichtseinheiten.

In der fachwissenschaftlichen Ausbildung wurde ein spezifisches neues Angebot für die Lehrämter der Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) geschaffen. Die Studierendenzahlen insbesondere für das Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen sind seit der Neukonzeption des Lehramtsstudiengangs rapide gewachsen. Die Universität leistet damit einen substantiellen Beitrag, um in den kommenden Jahren den fachfremden Mathematikunterricht an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen im Saarland zu beseitigen, so Professor Lambert. Das Preisgeld des Landespreises Hochschullehre in Höhe von 25.000 Euro will er für den Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien nutzen. Unter anderem soll die beliebte Lehrer-Fortbildung Tag des Mathematikunterrichts an der Saar-Uni durch zusätzliche Angebote für Studierende erweitert werden. So kann der Austausch zwischen Schule und Hochschule noch weiter erhöht werden.

Viel Praxis für den späteren Beruf können Studenten auch beim so genannten Mercator-Projekt erwerben. Das Projekt des Lehrstuhls Deutsch als Fremdsprache Förderunterricht für Jugendliche mit Migrationshintergrund beim Übergang von der Schule zum Beruf verknüpft erfolgreich mehrere Ziele miteinander: Es verbessert die Bildungschancen von Schülern aus Migrantenfamilien, gleichzeitig erhalten Studenten der Saar-Uni bereits während ihres Studiums eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung in der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache, was das Unterrichten von Schülern mit Migrationshintergrund angeht. Alle Studenten des Faches Deutsch als Fremdsprache sowie Lehramtsstudenten können an dem Projekt teilnehmen. Sie besuchen zunächst ein Didaktik-Seminar im Bereich Deutsch als Zweitsprache und erarbeiten Unterrichtseinheiten. Danach gehen sie in die Partnerschulen, wo sie zunächst ihre Kommilitonen beim Unterricht beobachten. Später unterrichten sie dann selbst, erklärt Projektkoordinatorin Elena Tregubova, die für das Projekt den Landespreis Hochschullehre 2010 erhalten hat.

Derzeit erteilen die Studenten an sieben Berufsschulen und dem Ludwigsgymnasium in Saarbrücken einmal die Woche Förderunterricht für Migranten. Dabei vermitteln die Studenten den Schülern nicht nur Sprachkenntnisse: Sie bringen den Schülern auch bei, wie man richtig lernt oder liest oder wie man sich Notizen macht. Außerdem gibt es Unterrichtseinheiten zum Thema Bewerbung, sich vorstellen oder auch interkulturelles Training in Kooperation mit Mitarbeitern des Lehrstuhls für Romanische Kulturwissenschaft und Interkulturelle Kommunikation, sagt Elena Tregubova. Bei ihrer Tätigkeit werden die Studenten nicht nur in der Didaktik des Deutschen als Zweitsprache ausgebildet, sondern Mitarbeiter des Diakonischen Werkes sensibilisieren sie zusätzlich für die Lebensumstände und die Lebenswelt von Schülern aus Migrantenfamilien. So beteiligen sie sich auch an der Integrationsarbeit und Elternarbeit der jeweiligen Schule.

Gestartet ist das Mercator-Projekt im Jahr 2005. In der ersten Phase wurden zunächst Schüler der Sekundarstufe I gefördert, die zweite Phase läuft seit 2008. Bis zum Sommersemester 2010 wurden insgesamt 148 Studenten für die Vermittlung des Deutschen als Zweitsprache qualifiziert, sie erteilten über 23.500 Förderstunden. Das Projekt, das in der zweiten Phase vom Europäischen Integrationsfonds, der Stiftung Mercator, der Universität des Saarlandes und durch das Diakonische Werk an der Saar e.V. gefördert wird, läuft Ende Mai dieses Jahres aus. Elena Tregubova will deshalb ihr Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro für die Fortsetzung des Projektes verwenden.


Kontakt:
Prof. Dr. Anselm Lambert, Tel.: 0681/302-6635, E-Mail: lambert@math.uni-sb.de
Dr. paed/RUS Elena Tregubova, Tel.: 0681/302-3712, E-Mail: e.tregubova@mx.uni-saarland.de Weitere Informationen: http://www.foerderunterricht-saarland.de
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