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IT-Innovationen aus dem "Treibhaus": CeBIT-Aussteller Hasso-Plattner-Institut präsentiert 12 Themen

09.02.2011 - (idw) Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

Hannover/Potsdam. Einer neuen Form von "Treibhaus" gleicht der Stand des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik (HPI) auf der CeBIT 2011. Demonstriert werden den Messebesuchern das gute Klima, die guten Bedingungen, unter denen in Potsdam besonders talentierter Nachwuchs an IT-Ingenieuren und Wissenschaftlern groß gezogen wird und kreative Ideen sowie innovative Lösungen heranreifen. Mit dem lichtdurchfluteten, Gewächshaus-ähnlichen Messestand im CeBIT lab (Halle 9, Stand C15) zeigt das von Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner gestiftete und finanzierte Uni-Institut, wie viel Energie es in die Förderung des Wachstums von frischem Wissen der Informationstechnologie steckt. IT-Treibhaus: Wo Nachwuchs und Innovationen bestens gedeihen

So einzigartig, wie in Deutschland das Potsdamer Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering arbeitet, so deutlich hebt sich auch sein Treibhaus aus der Umwelt im CeBIT lab ab. Zwar präsentiert das Institut seine Vorzeige-Lösungen auch mit großen Monitoren und Smart Boards, aber alles ist optisch in Beete eingebettet, auf denen symbolisch die präsentierten Projekte und jungen Talente wachsen. Natürlich spielen am Messestand auch Pflanzen, Blumen, Gras und Humus eine wichtige Rolle. Sie bilden einen reizvollen Kontrast zur ringsum wuchernden Technik. Und was wird den Gästen im CeBIT-Treibhaus des Hasso-Plattner-Instituts zur Erfrischung angeboten? Natürlich junges Gemüse und frische Früchte!

Dies sind die zwölf Themen, die das HPI auf der CeBIT 2011 präsentiert:

1. Wendepunkt in der Unternehmenssoftware-Entwicklung: Neue Datenmanagement-Technologie macht Analysen blitzschnell

Immense Verbesserungen der Geschwindigkeit von Unternehmenssoftware versprechen neue Datenmanagement-Technologien, welche die Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Enterprise Platform and Integration Concepts des Hasso-Plattner-Instituts auf der CeBIT erstmals detailliert erläutern. Gezeigt wird, wie bislang getrennt gehaltene analytische und transaktionale Daten in einer einzigen Datenbank vereint werden, die im riesigen Hauptspeicher eines Hochleistungsrechners residiert. Diese In-Memory-Datenbanktechnologie wird Geschäftsanwendungen grundlegend revolutionieren, in dem sie dem Top-Management durch schnelle und flexible Analysen in "echter Echtzeit" die Entscheidungsfindung erleichtert auch durch Einsatz von Cloud Computing und leistungsfähiger mobiler Geräte wie dem iPad. Zum Beispiel verringert sich der Zeitbedarf für die Analyse von 280 Millionen Aufträgen im Rahmen eines Mahnlaufs von 20 Minuten auf eine Sekunde. Ermöglicht wird die neue Technologie durch modernste Rechnerarchitekturen mit bis zu 128 logischen Rechenkernen und zwei Terabyte Hauptspeicher-Kapazität, wie sie im HPI-Spitzenforschungslabor "Future SOC Lab" eingesetzt werden. HPI-Stifter Prof. Hasso Plattner hat zusammen mit seinem Lehrstuhl-Vertreter Dr. Alexander Zeier das Buch "In-Memory Data Management - An Inflection Point for Enterprise Applications" verfasst, das erstmals dieses neue System umfassend beschreibt, im Springer-Verlag erscheint und auf der CeBIT vorgestellt wird.

2. Tiefe Einblicke in das Innere von Softwaresystemen

Innovative Werkzeuge zur automatischen Analyse komplexer Softwaresysteme und zum Monitoring von Software-Entwicklungsprozessen können die CeBIT-Besucher bei den Computergrafik-Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Instituts bestaunen. Eine neuartige Technologie für Software-Diagnose lässt die Entwicklungsgeschichte, die Programmstruktur und das Laufzeit-Verhalten von Software in Form von dynamischen, interaktiven Softwarekarten sichtbar werden. Mit Hilfe dieser Werkzeuge können Entwicklungskosten und -risiken erheblich gesenkt werden, denn Software-Entwickler, Projekt-Manager und Produkt-Verantwortliche werden damit frühzeitig auf ausschlaggebende Situationen aufmerksam gemacht und sind so in der Lage, Entwicklungsprojekte besser zu steuern. Die Werkzeuge zur Software-Analyse arbeiten vollautomatisch und unabhängig von Programmiersprache und Vorgehensmodell. Am Beispiel bekannter Softwaresysteme geben Prof. Jürgen Döllner und sein Wissenschaftlerteam vom HPI-Fachgebiet Computergrafische Systeme anschauliche Einblicke in das Innerste von Softwaresystemen.

3. Automatische Video-Analyse erkennt Genres, Szenen, Gesichter, Schriften - Neues Sucherlebnis wird möglich

Im World Wide Web (WWW) wächst der Anteil von Multimediainhalten enorm. Sie effizient handhaben und organisieren zu können, erfordert neue Technologien. Ein Beispiel dafür ist die semantische Multimediasuche. Mit automatisierten Verfahren zur semantischen Analyse audiovisueller Inhalte demonstrieren Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Internet-Technologien und Systeme des Hasso-Plattner-Instituts (Leitung: Prof. Christoph Meinel), wie effizienter Zugang zu den stetig wachsenden Informationsmengen ermöglicht werden kann. Ihr Semantic Media Explorer kombiniert neueste Medienanalyseverfahren, wie z.B. die automatische Segmentierung von Szenen, die intelligente Schrifterkennung sowie das Erkennen von Genres und Gesichtern in Videos und erschließt Videoinhalte so bestmöglich. Bei der neuartigen Multimediasuche wird der Nutzer durch semantisch angereicherte Metadaten und intuitiv bedienbare Benutzeroberflächen optimal unterstützt. Die durch die Medienanalyse extrahierten Daten werden mithilfe semantischer Informationen in Relation zueinander gesetzt, so dass der Nutzer neue Zusammenhänge erkennen und explorativ in den Multimediainhalten "stöbern" kann. Die HPI-Wissenschaftler benutzen bei der Entwicklung des Semantic Media Explorers besonders effiziente Verfahren, mit denen die anfallenden riesigen Datenmengen in den neuen Hochleistungsrechnern des HPI-Spitzenforschungslabors "Future SOC Lab" verarbeitet werden.

4. Wie macht man Cloud Computing zuverlässig?

Rechnerarchitekturen ändern sich gerade radikal. Es kommen derzeit Vielkernrechner mit bis zu 128 logischen Rechenkernen und riesigen, bis zu zwei Terabyte großen Arbeitsspeichern auf den Markt. Deren Potenziale fürs Hochleistungsrechnen auszureizen, erfordert neue Programmiermodelle und massiv parallele Datenverarbeitung. Höhere Leistung, gerade auch fürs Cloud Computing, darf aber nicht durch geringer werdende Zuverlässigkeit gefährdet werden. Hier erforscht das HPI in seinem neuen, im Juni 2010 in Betrieb genommenen Spitzenforschungslabor in Potsdam unter anderem neue Verfahren der Fehlervorhersage und Fehlervermeidung, die helfen können, Beeinträchtigungen des Betriebs zu vermeiden. Die Wissenschaftler aus dem HPI-Fachgebiet Betriebssysteme und Middleware (Leitung: Prof. Andreas Polze) stellen auf der CeBIT erste Ergebnisse vor. Auch führende Professoren aus dem Ausland, u.a. von der kalifornischen Berkeley University und dem Blekinge Institute of Technology (Schweden), forschen im HPI-Spitzenforschungslabor am Thema Hochleistungsrechenverfahren.

5. Preisgekrönte Lernplattform macht Sicherheit von Internetdiensten erlebbar

Service-orientierte Architekturen (SOA) in der Informationstechnologie versprechen flexiblere Unternehmensprozesse durch einfach anpassbare und hochgradig wiederverwendbare Dienste. Dank solcher Services können Softwaresysteme einerseits schneller gebaut und einfacher an die speziellen Bedürfnisse eines Nutzers angepasst werden. Andererseits wirft die Verwendung derartiger Dienste, die über Internet-Plattformen verfügbar sind und lose miteinander gekoppelt werden können, auch viele neue Sicherheitsfragen auf, die zu lösen sind. Wie das Erlernen und Erleben von Sicherheit in Service-orientierten Architekturen fast zum Kinderspiel wird, zeigen Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Internet-Technologien und Systeme des Hasso-Plattner-Instituts auf der CeBIT mit ihrem SOA Security Lab. Es bietet angehenden als auch für erfahrenen Experten Möglichkeiten, Sicherheitsmechanismen für Internet-Dienste auszuprobieren und deren Effekte zu analysieren.

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