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Flexibilisierung des Bologna-Prozesses an der Universität Tübingen: Bachelor 3 plus und Y-Master

11.02.2011 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Leitfaden zur Reform von Studiengängen verabschiedet Ein zentrales Anliegen der Universität Tübingen ist es, die Studienbedingungen der Studierenden zu erleichtern. Deshalb wurde soeben im Senat der Universität der Leitfaden zur Entwicklung neuer und Veränderung bestehender Bachelor- und Masterstudiengänge an der Universität Tübingen verabschiedet. Damit sucht die Universität eine Lösung für das vielfach beklagte Problem, dass in der Zeit eines sechssemestrigen Studiums kein Spielraum für eine individuelle Ausgestaltung des Curriculums oder individuelle Schwerpunktsetzungen bleibt. Mit dem Leitfaden werden eine einheitliche und transparente Studienstruktur und ein so genanntes Flexibilitätsfenster eingeführt. Wir versuchen, aus den bisher gemachten Erfahrungen zu lernen, erklärt Prorektorin Professor Dr. Stefanie Gropper. Vorher wurden einfach die Inhalte der Magister- und Diplom-Studiengänge in die Bachelor- und Masterstudiengänge übertragen, jetzt werden wir die Curricula überarbeiten und echte modularisierte Studiengänge konzipieren. Der Leitfaden ist für die Fächer der Universität Tübingen eine verbindliche Handreichung bei der Entwicklung und Weiterentwicklung ihrer Studiengänge.

Das Tübinger Modell des Bachelor 3 plus wird den Studierenden ein individuelleres Studium ermöglichen. Grundsätzlich umfassen Bachelorstudiengänge eine Regelstudienzeit von sechs Fachsemestern, jetzt können die Studierenden ein optionales Flexibilitätsfenster in Anspruch nehmen. Dieses Flexibilitätsfenster hat einen Umfang von 60 Credit-Punkten, die wahlweise als eingeschobene Semester oder studienbegleitend erbracht werden. Je nach persönlichen Interessen und Vorstellungen lässt sich das Flexibilitätsfenster individuell nutzen: für längere, bis zu halbjährige Industriepraktika, zur Vertiefung spezieller Studieninhalte, für Lehrveranstaltungen in benachbarten Fächern oder für von Mentoren begleitete Forschungsprojekte. Die Studierenden können sich bis zum Abschluss des vierten Fachsemesters entscheiden, ob sie das Flexibilitätsfenster in Anspruch nehmen wollen. In begründeten Ausnahmefällen können auch Bachelorstudiengänge mit einer Regelstudienzeit von acht Semestern eingeführt werden. Mit unserem Leitfaden wollen wir den Fächern eine Struktur vorgeben, sagt Prorektorin Stefanie Gropper, so dass sich die Fächer vor allem auf die inhaltliche Konzeption konzentrieren können.

Noch weiter ausdifferenziert ist das Tübinger Y-Master-Modell, das den Studierenden zwei Alternativen eröffnet: Mit einer klassischen Master-These mit einem stärkeren Anwendungsbezug, begleitet von externen Praktika, wird der Übertritt ins Berufsleben erleichtert. Oder als zweite Möglichkeit mit einem ausgearbeiteten Projektexposé als Vorgriff auf die weiterführende Promotionsarbeit: Diese Variante bietet einen schnellen Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn.

Ein erster Bachelor 3 plus-Studiengang Interdisziplinäre Amerikastudien mit optionalem Flexibilitätsfenster liegt dem Ministerium zur Prüfung vor. Ein achtsemestriger Bachelorstudiengang mit obligatorischem Flexibilitätsfenster (Auslandsstudium) wird in Molekulare Medizin vorbereitet. Achtsemestrige Bachelorstudiengänge in Psychologie und Physik wurden bereits 2010 eingerichtet. Bis zum Wintersemester 2014/15 soll eine stufenweise Anpassung aller Bachelorstudiengänge an diese neue Struktur erfolgen. Zugleich wird eine Musterprüfungsordnung für Masterstudiengänge erarbeitet werden.



Kontakt:
Professor Dr. Stefanie Gropper
Universität Tübingen
Prorektorin für Studierende, Studium und Lehre

Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Telefon: +40 7071 29-76429
http://stefanie.gropper[at]uni-tuebingen.de



Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Leiterin Myriam Hönig

Abteilung Presse, Forschungsberichterstattung, Information
Michael Seifert
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
http://Michael.seifert[at]uni-tuebingen.de
http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles
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