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Ausgeprägte Rituale bei Kindern können auf Zwangsstörung hindeuten

23.02.2011 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie e.V.

DGKJP Kongress 2011: Entwicklungsstörungen zwischen Wissenschaft und klinische Praxis im Mittelpunkt Abergläubisches Verhalten, magisches Denken und Rituale sind während der Entwicklung von Kindern nichts Ungewöhnliches. Meist betreffen diese Verhaltensweisen alltägliche Situationen, wie etwa das Zubettgehen, das Essen oder das Ankleiden. Wenn Kinder jedoch ständig gleiche Handlungen wiederholen, wie das Kontrollieren von Fenstern und Türen oder Zählen bestimmter Gegenstände, und diese Handlungen als unangenehm empfinden, dann deutet dies auf eine Zwangsstörung hin. Darauf verweist die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) im Vorfeld ihrer 32. Jahrestagung, die die wissenschaftlich-medizinische Fachgesellschaft von Mittwoch, den 2. bis Samstag, den 5. März 2011, im Congress Center (CCE) Essen-West veranstaltet und zu der die Organisatoren um Kongresspräsident Professor Dr. med. Johannes Hebebrand, Essen, wieder etwa 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten. Im Mittelpunkt der Tagung steht u.a. auch das Thema Zwangsstörungen zwischen Wissenschaft und klinischer Praxis.

Kinder und Jugendliche mit einer Zwangsstörung leiden häufig unter Zwangsgedanken. Die Betroffenen fürchten beispielsweise, dass sie sich beschmutzen oder ihren Eltern oder Geschwistern etwas zustößt. Diese Ängste versuchen Kinder und Jugendliche, durch zwanghaft wiederholte Rituale zu neutralisieren. Versucht das Kind, die Handlung zu unterlassen oder wird es daran gehindert, kommt es zu Angstzuständen, erläutert die DGKJP. Oft versuchen Kinder mit einer Zwangsstörung, ihre Familie in die Rituale einzubeziehen. Dabei kann es auch zu Aggressionen gegenüber Eltern und Geschwistern kommen.

Da eine Zwangsstörung unbehandelt bis ins Erwachsenenalter fortbestehen kann, ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen. Eltern sollten daher nicht zögern, einen Kinder- und Jugendpsychiater aufzusuchen, wenn sie bei ihrem Kind auffälliges Wiederholen, Ordnen oder Kontrollieren bemerken, rät die DGKJP. Zwangsstörungen können durch Medikamente und Psychotherapie wirksam behandelt werden. So wird ein betroffenes Kind beispielsweise in einer Verhaltenstherapie mit Situationen konfrontiert, die bei ihm Ängste auslösen. Indem das Kind lernt, dem Impuls nicht nachzugeben, erfährt es, dass kein Unglück geschieht, wenn es dem Zwang widersteht.
Man schätzt, dass etwa 2% aller Kinder und Jugendlichen von einer Zwangsstörung betroffen sind. Das Durchschnittsalter bei Erkrankungsbeginn liegt bei 10 bis 13 Jahren.

Presseanfragen zum DGKJP-Kongress:
Dr. Thomas Nesseler, DGKJP-Geschäftsstelle Berlin-Mitte, Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin, Tel. 030/2404 772-20, E-Mail: t.nesseler@dgppn.de und im Internet: http://www.dgkjp.de

Presseanmeldung zum DGKJP-Kongress:
Bitte beachten: Akkreditierung als Pressevertreter und Anmeldung zu den Presseveranstaltungen bitte Online bis spätestens Freitag, den 25.02.2011, unter: http://www.dgkjp-berlin.de/akkreditierung

Allgemeine Information und Anmeldung zum Kongress:
dgkjp11@cpo-hanser.de; Tel. 030/300 669 0 sowie im Internet:

http://www.dgkjp-kongress.de

Download diese Pressemitteilung unter:
http://media.dgkjp.de/mediadb/media/dgkjp/pressemeldungen/2011/dgkjp-pm11-05-kon... [PDF; 50,9KB]

Download Programmübersicht Presseveranstaltungen unter:
http://media.dgkjp.de/mediadb/media/dgkjp/kongress2011/kongress2011-uebersicht-p... [PDF; 60,5KB]
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