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Historikerin erinnerte an die Revolution zur Durchsetzung des Frauenwahlrechts

03.03.2011 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Pünktlich zum Internationalen Frauentag und zu den im März bevorstehenden sechsten Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt widmete sich die Februar-Vorlesung der GenerationenHochschule in Zusammenarbeit mit dem Frauenzentrum Wernigerode einem politisch hochbedeutenden Thema: dem Frauenwahlrecht in Deutschland. Dr. Elke Stolze, freiberufliche Historikerin, war nach einem spannenden Vortrag im April 2009 bereits zum zweiten Mal Gastdozentin der Vorlesungsreihe und referierte an der Hochschule Harz unter dem Titel Die ersten FrauenStimmen aus der Region Sachsen-Anhalt in Parlamenten der Weimarer Republik. Begrüßt wurden die interessierten Besucher zunächst durch die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes, Katja Schimkus: Das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für Frauen ist heute selbstverständlich. Vielen Menschen ist kaum bewusst, wie anstrengend der Kampf einiger Pionierinnen der Frauenbewegung war. Umso mehr freue ich mich, dass Elke Stolze daran erinnert.

Im Rahmen der knapp zweistündigen Vorlesung reiste die Geschichtsexpertin Stolze mit ihren Zuhörerinnen und Zuhörern zurück in die Zeit um 1900. Bis ins 20. Jahrhundert waren Frauen von der Wahrnehmung politischer Rechte ausgeschlossen. Doch sie bewiesen Mut, indem revolutionäre Vertreterinnen wie Rosa Luxemburg und Clara Zetkin in Demonstrationen ein einheitliches Wahlrecht und damit ihre politische Gleichstellung forderten. Ein bedeutendes Beispiel dafür ist der 1911 ursprünglich als Protesttag ausgerufene und bis dato bekannte Internationale Frauentag, so Elke Stolze. Dank ihrer Vehemenz im jahrzehntelangen Kampf gegen zahlreiche Widerstände wurde den Frauen im Zuge der Novemberrevolution 1918 schließlich das Wahlrecht zugesprochen. Mit dem neuen Recht ausgestattet eröffnete sich Frauen die Möglichkeit, als Abgeordnete für die Parlamente zu kandidieren, Mandate auszuüben sowie eine politische Karriere einzuschlagen, erklärte die Historikerin. Frühe Parlamentarierinnen wie Anna Hübler aus Schkeuditz und Minna Bollmann aus Halberstadt blieben oft nur wenige Monate im Amt. Erst Frieda Fiedler aus Bernburg schaffte es, über zwei Wahlperioden Landtagsabgeordnete des Freistaates Anhalt zu bleiben. Gleichfalls gelang ihr der Einzug in den Reichstag, erinnerte Elke Stolze an das Engagement der ersten Politikerinnen.

Die nächste GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 5. April 2011, zwischen 17 und 19 Uhr im AudiMax, Gebäude Papierfabrik (Haus 9), auf dem Wernigeröder Campus statt. Dr. Frank Altemöller vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz spricht über Das Welthandelssystem Chance für die globale wirtschaftliche Teilhabe von Entwicklungsländern?. Anmeldungen für diese Veranstaltung sind online unter http://www.generationenhochschule.de möglich. Hier sind ebenfalls das gesamte Veranstaltungsprogramm sowie fotografische Impressionen abrufbar. Weitere Informationen: http://www.generationenhochschule.de
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