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Einblick in die Geschichte

15.03.2011 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Universitätsarchiv erschließt neue Unterlagen der Freiburger Professoren-Opposition im Dritten Reich Zu den Aufgaben des Archivs der Universität Freiburg gehört die Aufbereitung von Dokumenten aus der Zeit des Dritten Reiches. Seit März dieses Jahres erschließen die Mitarbeiter des Archivs neue Unterlagen zusammen mit bereits vorhandenen Nachlässen von Professoren, die in Opposition zum NS-Regime standen. Untersucht werden die Nachlässe von Engelbert Krebs, Otto Hof und Constantin von Dietze. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter erstellt detaillierte Verzeichnisse zu den teilweise noch ungeordneten Unterlagen, die insgesamt 22 Regalmeter aus der Zeit von 1881 bis 2002 umfassen.

Finanziert wird das auf zwei Jahre angelegte Projekt von der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg. Ziel ist es, das Archivmaterial für eine künftige Auswertung aufzubereiten und damit interessierten Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit für weitere Forschungen zu geben.

Während die Rolle der Wirtschaftswissenschaftler aus den Oppositionskreisen als Väter der sozialen Marktwirtschaft bereits untersucht wurde, ist zu den persönlichen Netzwerken und den christlichen Motiven der Beteiligten bisher weit weniger bekannt. Engelbert Krebs (1881-1950) verlor 1937 seinen Lehrstuhl als katholischer Theologe und wurde 1943 mit Kanzelverbot belegt. Otto Hof (1902-1980) war Pfarrer an der Christuskirche und Studentenpfarrer, nach dem Krieg Honorarprofessor für evangelische Theologie und Oberkirchenrat der evangelischen Landeskirche in Baden. Zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Constantin von Dietze (1891-1973) gehörte er zum Freiburger Konzil. Dieser Kreis von Professoren und Pfarrern der bekennenden Kirche fand sich nach dem Novemberpogrom von 1938 zusammen. Von Dietze war im Freiburger Kreis eine der zentralen Personen und stand in Kontakt mit Widerstandskämpfern außerhalb Freiburgs, wie Carl Goerdeler und Dietrich Bonhoeffer. Er wurde nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 verhaftet und im KZ Ravensbrück inhaftiert. Nach dem Krieg war er der erste offizielle Rektor der Universität und Präses der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland.

Kontakt:
Prof. Dr. Dieter Speck
Universitätsarchiv Freiburg
Tel.: 0761/203-3832
Fax: 0761/203-3834
E-Mail: info@uniarchiv.uni-freiburg.de

Steffen Lippitz
Universitätsarchiv Freiburg
Tel.: 0761/203-3832

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