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Zarnekow-Förderpreis 2011

16.03.2011 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Neue Wege für die berufliche Wiedereingliederung

Für seine Arbeiten zum Thema Patientenorientierung und Wirksamkeit einer mul-timodalen medizinisch-beruflich orientierten orthopädischen Rehabilitation wird der Rehabilitationspädagoge Matthias Bethge, Medizinischen Hochschule Hannover, mit dem diesjährigen Zarnekow-Förderpreis ausgezeichnet. Jährlich konsultieren in Deutschland rund 20 % der Bevölkerung einen Orthopäden. Neben akuten Erkrankungen wie Prellungen oder Knochenbrüchen führen vor allem chronische Beschwerden die Patienten zum Arzt. Arthrosen, Osteoporose und Rückenschmerzen bringen jedoch nicht nur Schmerzen mit sich. Oftmals sind diese Diagnosen mit eingeschränkter Funktionsfähigkeit und deutlicher Verminderung der Lebensqualität verbunden. Nicht selten sind Arbeits-, Erwerbs- oder Berufsfähigkeit die Folge. Rund 25 Milliarden Euro direkter Krankheitskosten entstehen gemäß Gesundheitsberichterstattung des Bundes auf diese Weise. Die indirekten Kosten durch krankheitsbedingten Produktionsausfall summieren sich auf 13,3 Milliarden.

Neuland in der Rehabilitation

Matthias Bethge hat mit seiner Doktorarbeit im Fachbereich Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin Neuland betreten. Sein Anliegen war die Optimierung der bestehenden, beruflich orientierten Rehabilitationsangebote, die sich überwiegend auf die Wiederherstellung der körperlichen Funktionen beschränken. Wesentlich für den erfolgreichen Wiedereinstieg in den Beruf sind jedoch neben der Stärkung von Mobilität, Belastbarkeit und Beweglichkeit auch psychosoziale Faktoren, die sehr stark von der jeweiligen Beanspruchung am Arbeitsplatz abhängen. Für den Rehabilitationserfolg müssen Programme viel stärker als bisher diese Angebote verknüpfen. Zudem konnte Bethge zeigen, dass auch eine stärkere Berücksichtigung der Patientenperspektive bei der Weiterentwicklung von Versorgungsangebote zu einer deutlich höheren Akzeptanz und Wirksamkeit der Programme führt. Die Patienten werden als Experten ihres Krankheitserlebens aktiv in die Therapie eingebunden.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird von der Zarnekow-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft an junge Wissenschaftler verliehen, die sich in herausragender Weise mit einem rehabilitationswissenschaftlichen Thema befasst haben. Die Stiftung schreibt den Zarnekow-Förderpreis für Rehabilitationsforschung jährlich in Kooperation mit der Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften aus.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des Rehabilitationswissenschaftlichen Kolloquiums am 16. März 2011 in Bochum statt. Der Zarnekow-Förderpreis wird zum zehnten Mal verliehen. im Anschluss an die Preisverleihung veranstaltet die Stiftung ein Preisträgersymposium.

Die Stiftung fördert wissenschaftliche, kulturelle und mildtätige Zwecke sowie die öffentliche Gesundheitspflege, Jugendpflege und/oder Jugendfürsorge. Die Stiftung wurde 1994 von den Eheleuten Illa und Werner Zarnekow aus Jüchen errichtet.

Die Illa und Werner Zarnekow-Stiftung ist eine von über 470 Stiftungen, die im DSZ im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft betreut werden.
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