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Das höchste Gremium der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt die Weiterförderung des INM

17.03.2011 - (idw) INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

Der Senat, das höchste Gremium der Leibniz-Gemeinschaft, empfiehlt die Weiterförderung des Leibniz-Instituts für Neue Materialien für die nächsten sieben Jahre. In seiner Stellungnahme vom 16. März bekräftigte der Senat die sehr gute Arbeit des Saarbrücker Institutes in den letzten Jahren. Der Senat lobte vor allem das wissenschaftliche Gesamtkonzept des Institutes, die sehr guten und exzellenten Arbeitsergebnisse, die gestiegene Attraktivität für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie die Kooperationen mit der Universität, weiteren Forschungspartnern sowie der Industrie. Der wissenschaftliche Geschäftsführer, Professor Eduard Arzt, erklärte: Das INM hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Moderne Themen der Materialforschung wurden aufgebaut. Auch der Brückenschlag von den Grundlagen hin zu Anwendungen wird damit wesentlich erweitert. Aufgabe eines Leibniz-Institutes sei nicht, marktfertige Produkte noch weiter zu verfeinern, sondern auf mittel- und langfristige Innovationen zu setzen. Es zählten die eigenen Forschungsarbeiten, die das Potenzial für Anwendungen in sich tragen, so Arzt, wir fühlen uns in diesem Kurs durch die sehr gute Evaluierung und durch die Empfehlung des Senats bestätigt.

Das INM verstärkte in den letzten Jahren seine Arbeiten zur Materialwissenschaft auf dem Gebiet der Physik und Biologie. Damit ergänzt es die bisher betriebene chemische Nanotechnologie und lässt auch der Forschung zu den Themen Materialien in der Biologie sowie zu Grenzflächenmaterialien mehr Raum. In zehn Forschungsbereichen erarbeiten die Wissenschaftler Ergebnisse, die sowohl von hohem wissenschaftlichem Wert als auch von hohem Anwendungspotenzial sind. Die neu eingeführte flache Hierarchie macht uns flexibel sagt der Materialwissenschaftler Arzt weiter, je nach Fragestellung können wir weitere Programmbereiche aufbauen, Programmbereiche beenden oder Programmbereiche zu Task Forces zusammenziehen. Damit erreichen wir wirkliche interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bestätigte auch den guten Einsatz für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie die ausgewählten Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen: Die Juniorforschungsgruppen am INM sind ein Instrument des Instituts, das jungen Forschern schon früh wissenschaftliche Eigenverantwortung überlässt. Die direkte Ansiedlung des INM am Campus gestattet gemeinsame Kooperationen, Projekte sowie die gemeinsame Betreuung von Doktoranden mit verschiedenen Fachbereichen der Universität des Saarlandes. Darüber hinaus sucht das INM auch auf Seiten anderer Forschungsinstitute seine Kooperationen strategisch aus und arbeitet mit Fraunhofer-Einrichtungen ebenso zusammen wie mit Max-Planck-Instituten und Helmholtz-Einrichtungen.

Das INM behält auch zukünftig Kooperationen mit Industrieunternehmen bei und wählt diese stärker nach strategischen Gesichtspunkten aus. Mit der neuen zentralen Organisationseinheit Forschungsförderung und Technologietransfer schafft das Institut auch formal den Brückenschlag vom Einreichen eines Förderantrags für ein Projekt bis hin zu Patenten und Verträgen bei Kooperationen mit anderen Instituten und Unternehmen, so Roland Rolles, seit August 2010 kaufmännischer Geschäftsführer. Ziel ist ein ausgewogenes Verhältnis der Drittmitteleinwerbung bei öffentlichen Geldgebern und der Industrie.

Das INM stärkt durch seine Schwerpunkte Materialforschung und Nanotechnologie auch das Profil der Universität des Saarlandes im Bereich NanoBioMed. Es prägt die Entwicklungen zur Nanotechnologie am Campus und in der Region.

Wir hoffen, dass sich die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) der Empfehlung des Leibniz-Senats zur Weiterförderung des INM anschließen wird und sehen das Institut auf dieser Grundlage auf dem Weg in eine vielversprechende Zukunft, lautet der gemeinsame optimistische Ausblick der INM-Geschäftsführer Eduard Arzt und Roland Rolles.

Hintergrund:

Das INM erforscht und entwickelt Materialien für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurswissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung folgen sie den wiederkehrenden Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig nutzen?
Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.

Die Restrukturierung des Institutes wurde im Jahr 2005 begonnen. Mit der Neubesetzung der wissenschaftlichen Geschäftsführung durch Eduard Arzt wurde 2007 schnell auf die kritische Evaluierung in den Jahren 2005/2006 reagiert. Mit den Umstrukturierungen im Haus setzte die neue Geschäftsführung die geforderten Veränderungen rasch um. Auch die Empfehlungen der neuerlichen Begutachtung 2010 werden bereits umgesetzt. Sie betreffen insbesondere eine Verkürzung der Promotionszeit, eine weitergehende Etablierung von Gleichstellungsstandards sowie die rasche Berufung des zweiten wissenschaftlichen Geschäftsführers.

Der extern besetzte Senat berät die Leibniz-Gemeinschaft in Fragen ihrer strategischen Weiterentwicklung und in wissenschaftspolitischen Fragen. In seinen Händen liegt die regelmäßige unabhängige Bewertung aller Leibniz-Institute, die sogenannte Evaluierung. Die gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) stützt ihre Entscheidung über die finanzielle Förderung der Leibniz-Institute auf die Empfehlungen des Senats.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 87 Forschungsinstitute und wissenschaftliche Infrastruktureinrichtungen für die Forschung sowie zwei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Sie pflegen intensive Kooperationen mit Hochschulen, Industrie und anderen Partnern im In- und Ausland. Das externe Begutachtungsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft setzt Maßstäbe. Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 16.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 7.100 Wissenschaftler, davon wiederum 2.800 Nachwuchswissenschaftler. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,3 Mrd. Euro, die Drittmittel betragen etwa 280 Mio. Euro pro Jahr (Stand 2010).


Ansprechpartner:
Professor Dr. Eduard Arzt
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
Tel. +49 681 9300 501
e-mail: eduard.arzt@inm-gmbh.de

Dr. Roland Rolles
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
Tel. +49 681 9300 290
e-mail: roland.rolles@inm-gmbh.de Weitere Informationen: http://www.inm-gmbh.de http://www.wgl.de
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