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idw-Preis würdigt Neues aus der Steinzeit 2.000 Euro für beste Pressemitteilung des Jah

08.04.2011 - (idw) idw-Team

Die Altvorderen der Menschheit sind auch heute noch für Nachrichten gut. So ging die Entschlüsselung des Neandertaler-Erbguts weltweit durch die Medien und die dafür mitverantwortliche Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft erhielt nun als beste Pressemitteilung des Jahres 2010 den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation. Die Europäische Akademie Bozen und die ETH Zürich belegten die Plätze 2 und 3. 73 Pressestellen hatten sich beteiligt. Die Pressemitteilung Der Neandertaler in uns habe die Jury in allen Belangen überzeugt, sagte idw-Vorstandmitglied Marco Finetti in seiner Laudatio zur Preisverleihung am 7. April: Der Text ist klar, gut strukturiert und verständlich geschrieben und überdies sehr einprägsam bebildert. Das Thema ist ganz dazu angetan, Journalisten wie Leser zu faszinieren und hat einen überaus hohen Nachrichtenwert. Die wissenschaftliche Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Somit lag der Text von Barbara Abrell, Chefin vom Dienst / Elektronische Medien im Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Max-Planck-Gesellschaft, in allen drei Preiskategorien vorn: handwerkliche Professionalität, Nachrichtenwert, wissenschaftliche Bedeutung.

Die mit dem idw-Preis und einem Preisgeld von 2.000 Euro ausgezeichnete Pressemitteilung vom 6. Mai 2010 schildert, wie Leipziger Forscher das Neandertaler-Genom analysierten. Ein besonders aufsehenerregender Aspekt: Entgegen früherer Annahmen haben sich Neandertaler und frühe moderne Menschen offensichtlich vermischt. Das Medienecho auf die Pressemitteilung war überwältigend.
https://idw-online.de/de/news368094

Auf Platz 2 kam eine Pressemitteilung der Europäischen Akademie Bozen vom 17. Februar 2010: Eltern von Tutanchamun identifiziert. Die Leiterin des Bereichs Wissenschaftskommunikation, Julia Reichert, beschreibt darin, wie Forschern der Nachweis gelang, dass Echnaton der Vater des jungen Pharaos war. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.
https://idw-online.de/de/news355716

Den 3. Platz belegt eine Pressemitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Media Relations Officer Franziska Schmid veröffentlichte Verhaltensänderungen epigenetisch vererbt am 19. August 2010. Darin geht es um die neue Erkenntnis, dass Verhaltensauffälligkeiten genetisch auf die nächste Generation vererbt werden können. Das Preisgeld beträgt 500 Euro.
https://idw-online.de/de/news383024

Jurymitglied Finetti überzeugte die Qualität der Texte: Alle drei ausgezeichneten Pressemitteilungen stellen nicht nur die jeweiligen Forschungsergebnisse vor, sondern schildern auch ausführlich den Forschungsprozess und verdeutlichen, wie Wissenschaft funktioniert.
Das Niveau der Wettbewerbsbeiträge insgesamt bewertete die Jury positiv. Die Einreichungen hätten gezeigt, dass die Pressestellen der idw-Mitgliedseinrichtungen ihr Handwerk beherrschten und ein gutes Gespür hätten für wissenschaftlich bedeutsame und öffentlich ausstrahlende Forschungen.

Der Preis wurde am 7. April 2011 im Rahmen der Mitgliederversammlung des idw e. V. in der Universität Leipzig überreicht. Die Sieger erhielten neben den Geldprämien - die für die weitere Qualitätssicherung und -verbesserung in der Kommunikationsarbeit eingesetzt werden sollen und Urkunden, Barbara Abrell für den 1. Preis zudem eine Siegertrophäe.

Der idw-Preis

Wissenschaftskommunikation ist die unverzichtbare Mittlerin zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Um ihre weitere Professionalisierung zu fördern, schreibt der Informationsdienst Wissenschaft (idw) jährlich den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation aus. Der Preis würdigt im idw veröffentlichte Pressemitteilungen des Vorjahres, die von hoher handwerklicher Professionalität sind (Qualität) und die einen überragenden Nachrichtenwert sowie wissenschaftliche Bedeutung haben (Relevanz und Originalität). Pro Einrichtung konnte eine Pressemitteilung eingereicht werden. 2011 gab es 73 Einreichungen von Wissenschafts-Pressestellen aus Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Der Jury gehörten an:
- als medienerfahrener Wissenschaftler Prof. Günter Ziegler, er ist Mathematiker an der Technischen Universität Berlin und (2008) Träger des Communicator-Preises, der von DFG und Stifterverband für die Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Öffentlichkeit verliehen wird;
- Sigrun Rottmann, Redakteurin beim BBC World Service;
- Dr. Tanjev Schultz, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung im Ressort Innenpolitik mit dem Schwerpunkt Bildungspolitik, Schule und Hochschule;
und zwei gelernte Journalisten aus den Reihen des idw:
- als Mitglied des idw-Vorstands Marco Finetti, früher Deutsche Universitätszeitung (DUZ) und Süddeutsche Zeitung, jetzt Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), und
- Patrick Bierther vom idw-Team, zu dessen Aufgaben die Qualitätssicherung der transportierten Pressemitteilungen gehört.

Der idw

Der Informationsdienst Wissenschaft e. V. (idw-online.de) ist im Internet eine der wichtigsten Plattformen für Nachrichten aus Hochschulen und Wissenschaft im deutschsprachigen Raum. Als Vermittler zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit, insbesondere zwischen Pressestellen von Wissenschaftseinrichtungen und Journalisten, ermöglicht er den direkten Zugriff auf aktuelle Informationen aus erster Hand. Pro Jahr verbreitet der idw rund 20.000 Pressemitteilungen aus allen Wissenschaftsgebieten.

Dem idw e. V. als Betreiber von idw-online.de gehören rund 850 Einrichtungen aus der Wissenschaft an: Hochschulen, Forschungsinstitute, Ministerien und andere wissenschaftliche, forschende oder forschungsfördernde Institutionen.

Mehr als 45.000 Abonnenten, darunter 10.300 Journalisten, nutzen die kostenlosen Angebote des idw regelmäßig: maßgeschneiderte Abonnements von Pressemitteilungen, thematisch und geographisch ganz vom Nutzer auf seine individuellen Interessen zugeschnitten; den Wissenschaftskalender mit Tausenden von Fachtagungen und anderen wissenschaftlichen Veranstaltungen; die Expertenvermittlung für journalistische Recherche.

Weitere Infos

Für Fragen steht Ihnen das idw-Team unter service@idw-online.de oder telefonisch unter der Tel. +49 (0) 921 34 899 89 70 gern zur Verfügung. Anhang
Foto von allen drei Preisträgerinnen
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