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Weitere DFG-Förderung für Göttinger Forschergruppe Kulturelles Eigentum

11.04.2011 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

Die Göttinger Forschergruppe Die Konstituierung von Cultural Property wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere drei Jahre mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro gefördert. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen den Begriff des kulturellen Eigentums aus verschiedenen Blickwinkeln. Pressemitteilung
Nr. 78/2011 11. April 2011

Weitere DFG-Förderung für Göttinger Forschergruppe Kulturelles Eigentum
Wissenschaftler untersuchen die Verwandlung von Kultur in ökonomische Güter

(pug) Die Göttinger Forschergruppe Die Konstituierung von Cultural Property wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere drei Jahre mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro gefördert. Die Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen den Begriff des kulturellen Eigentums aus verschiedenen Blickwinkeln: Kann jemand Eigentumsrechte an Traditionen oder an traditionellen Ausdrucksformen besitzen? Wer darf religiöse Zeichen nutzen und vermarkten? Wer besitzt die Rechte, Kulturerbe-Stätten zu bewirtschaften? Diese und viele weitere Fragestellungen rund um cultural property untersucht eine interdisziplinäre Gruppe von Forscherinnen und Forschern der Kultur-, Sozial-, Rechts-, Agrar- und Wirtschaftswissenschaften unter der Leitung von Prof. Dr. Regina Bendix vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie.

Anhand ethnographischer Studien in Europa und Südostasien erforschen die Wissenschaftler verschiedene Prozesse der Inbesitznahme kultureller Güter und Ausdrucksformen. Parallel dazu untersucht die Gruppe vorhandene Rechtsinstrumente und arbeitet an Gesetzentwürfen, die die Nutzung und Vermarktung von kulturellem Eigentum regeln. Neben wirtschaftlichen Interessen ist cultural property auch deshalb besonders brisant, weil ihm gleichzeitig eine identitätsstiftende Wirkung zugesprochen wird. Menschen auch gerade in marginalen Gruppen werden sich dieses Phänomens bewusst und nutzen es, um sich neu zu positionieren, erläutert Prof. Bendix. In der zweiten Förderperiode widmen sich die Wissenschaftler zusätzlichen Themen wie zum Beispiel dem Bereich der geographischen Indikationen, über die kulturelle Eigentumsansprüche für regionale Nahrungsmittel und Rezepturen verwirklicht werden. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die oft heftig umstrittene Rückführung kultureller Güter aus musealen Sammlungen in die Herkunftsländer und -kulturen. In zwei übergreifenden Teilprojekten befassen sich die Wissenschaftler zum Einen mit einer Gesamtschau des mit Kultur befassten Völkerrechts, zum Anderen wird besonderes Augenmerk auf die Frage von moralischen Einstellungen gerichtet, die die Aushandlungen von cultural property-Rechten prägen.

Vom 15. bis 17. Juni 2011 stellen die Wissenschaftler auf einer Tagung mit dem Titel The Constitution of Cultural Property: Interim Conclusions in Göttingen ihre bisherigen Forschungsergebnisse vor. Weitere Informationen sind im Internet unter www.uni-goettingen.de/de/86656.html zu finden.

In einem Sammelband haben die Forscher zudem erste Ergebnisse ihrer Arbeit veröffentlicht. Der Band kann über den Universitätsverlag Göttingen bestellt oder unter www.uni-goettingen.de/de/193836.html kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Regina Bendix
Georg-August-Universität Göttingen
Philosophische Fakultät Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Friedländer Weg 2, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-5351, Fax (0551) 39-22232
E-Mail: rbendix@gwdg.de, Internet: www.kaee.uni-goettingen.de
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