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Der neue "Spiegel der Forschung" ist erschienen

04.05.2011 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Der neue Spiegel der Forschung, das Wissenschaftsmagazin der Justus-Liebig-Universität Gießen, ist gerade erschienen diesmal mit Berichten vorwiegend aus den Biowissenschaften und der Pädagogik. Das Heft 1-2011 liegt im Hauptgebäude der Universität (Ludwigstraße 23, Gießen) und in den nächsten Tagen auch beim Informationsschalter in der Universitätsbibliothek (Otto-Behaghel-Straße 8) aus oder kann bei der Pressestelle der Universität angefordert werden (pressestelle@uni-giessen.de). Auch im Netz ist diese Ausgabe in Kürze in der Elektronischen Bibliothek der Universität Gießen unter www.uni-giessen.de/spiegel-der-forschung zu finden. Unter dem Titel "Aus den Augen aus dem Sinn?" geht es in dem Artikel von Rolf-Alexander Düring, Marion Binder, Leonard Böhm, Michaela Busch, Christoph Hartwig und Sarah Mbaruk um Umweltchemikalien im Abwasser. Bestimmte Chemikalien des täglichen Gebrauchs wie Arznei- und Hygienemittel, aber auch Kosmetika, die über die Kanalisation in die Kläranlage gelangen, werden dort kaum oder gar nicht abgebaut. Diese so genannten Umweltchemikalien oder Pharmaceuticals and Personal Care Products (PPCPs) entfalten in Oberflächengewässern Wirkungen, die für das jeweilige Ökosystem schädlich sein können. Erst in jüngerer Zeit sind diese Wirkstoffe für Umweltanalytiker durch den Einsatz empfindlichster Nachweisverfahren sichtbar und auch quantifizierbar geworden. Die Arbeitsgruppe von Priv.-Doz. Dr. Rolf-Alexander Düring am Gießener Interdisziplinären Forschungszentrum für biowissenschaftliche Grundlagen der Umweltsicherung zeigt einige Probleme auf, die beim Nachweis und bei der Quantifizierung von PPCPs entstehen.

Die Biologen Gregor Langen, Karl-Heinz Kogel und Diter von Wettstein befassen sich mit Glutenfreiem Weizen und stellen in ihrem Beitrag die Frage, ob dieser eine Neue Hoffnung für Zöliakiepatienten bedeuten kann. Glutenunverträglichkeit und die daraus entstehende Zöliakie ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen in westlichen Ländern, die auf einer Lebensmittelunverträglichkeit beruhen. Bis zu zwei Prozent der Bevölkerung Europas sind davon betroffen, die Dunkelziffer liegt allerdings erheblich höher. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, jrdoch kann eine konsequente Vermeidung des auslösenden Lebensmittelbestandteils, des Getreideglutens, zum Rückgang der Entzündungen im Darmepithel führen und somit auch schwerere Folgeerkrankungen vermeiden. Vielleicht kann man aber auch Getreide herstellen, das keine Glutenunverträglichkeit provoziert.

Die Ernährungswissenschaftler Markus Keller und Claus Leitzmann haben in ihrem neu überarbeiteten Standardwerk über Vegetarische Ernährung den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema dargelegt, den sie in ihrem Artikel im Spiegel der Forschung zusammenfassen. Als Hilfestellung für die praktische Umsetzung haben sie eine neue vegetarische Lebensmittelpyramide entwickelt. Ernährung ist auch aus gesundheitspolitischer Sicht ein Thema von wachsendem Interesse, denn die ernährungsbedingten oder assoziierten Krankheiten nehmen ständig zu. Unsere Ernährung beinhaltet aber auch gesellschaftliche, ethische, ökologische und ökonomische Aspekte. Zahlreiche Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass eine vegetarische Ernährungs- und Lebensweise sich in diesen Bereichen deutlich positiver auswirkt als die übliche Durchschnittskost.

Um "Bioaktive Kollagenfragmente" geht es in dem Beitrag von Monika Burg-Roderfeld, Thomas Eckert und Hans-Christian Siebert. Neue strukturbiologische Studien an Kollagen-Integrin-Komplexen belegen Justus Liebigs wegweisende Ideen, so das Autoren-Team vom Institut für Biochemie und Endokrinologie am Fachbereich Veterinärmedizin. In seinem bahnbrechenden Werk Thierchemie von 1843 beschreibt Justus Liebig Gelatine, das Abbauprodukt von Kollagen, als Leim gebendes Gebilde. Weit über 150 Jahre nach Liebigs Vermutung kombiniert die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hans-Christian Siebert nanotechnologische Analysemethoden mit Bioinformatikalgorithmen, um die submolekularen Mechanismen zu ergründen, die die hochkomplexen Wechselwirkungen bestimmter Rezeptoren in der extrazellulären Matrix mit unterschiedlichen bioaktiven Kollagenfragmenten ermöglichen.

Die Entwicklung der Menschen zu Sprach- und Kulturwesen steht im Zentrum des Artikels von Hans-Rainer Duncker. Dabei geht es um die Entstehung von Lautsprachen und die Tradierung von Gedächtnisinhalten als entscheidende Mechanismen dieser Entwicklung im Rahmen der Evolution. Prof. Dr. Hans-Rainer Duncker gibt einen Überblick über Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre, die die Entwicklung der Menschen zu Sprach- und Kulturwesen weiter aufgeklärt haben. Diese unterscheidet sich deutlich von der Entwicklung der Schimpansen, die auf ein Leben im feuchten tropischen Regenwald angepasst sind. Die Vorfahren der Menschen passten sich dagegen auf ein Leben in den ostafrikanischen Savannen an. In den 2,5 Millionen Jahren der Stammesgeschichte der Menschen-Arten vergrößerte sich ihr Körper und erlangte neue Proportionen und wesentlich gesteigerte Leistungsfähigkeiten. Im Vergleich zu den Schimpansen vergrößerte sich ihr Gehirn in mehreren Schritten, wobei ihre Großhirnrinde eine vierfache Ausdehnung erreichte. Die dabei neu ausgebildeten Großhirnareale übernahmen die Funktion, alle von Menschen gemachten Erfindungen und erworbenen neuen Fähigkeiten als Gedächtnisinhalte abzuspeichern.

"Mit Kunst Geschichte entdecken" will die Kunstpädagogin Anja Mohr und nimmt in einem Schulprojekt mit Studierenden, Schülerinnen und Schülern einen Fernmeldebunker ins Blickfeld außerschulischen Lernens. Die ästhetisch-künstlerische Erforschung eines kulturhistorischen Ortes, eines heute denkmalgeschützten Fernmeldebunkers aus dem Zweiten Weltkrieg, durch Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gießen-Ost steht im Mittelpunkt dieses Projektes, das von der Stadt Gießen im Rahmen des Wettbewerbs Gießen Stadt der jungen Forscher 2010 gefördert wurde. Dabei handelt es sich um eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von drei Institutionen: dem Institut für Kunstpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Gesamtschule Gießen-Ost und dem Musik- und Kunstverein Gießen, der heute seinen Sitz in diesem Bunker hat.

Das interdisziplinäre Forschungsnetzwerk Empirische Unterrichts- und Bildungsforschung stellen Nicole Milbrett, Marco Ennemoser, Claudia von Aufschnaiter und Jochen Wissinger in ihrem Beitrag vor, der ergänzt wird durch drei kurze Berichte von zwei Stipendiatinnen und einem Stipendiaten des Forschungsnetzwerks in Fachdidaktik Englisch, Erziehungswissenschaften und in Sonderpädagogischer Psychologie. Innovative Forschung findet häufig über Disziplingrenzen hinweg statt. Im Sinne dieses Anspruchs arbeitet auch das Forschungsnetzwerk Empirische Unterrichts- und Bildungsforschung (EUBi) am Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Universität Gießen. Hier befassen sich elf Professorinnen und Professoren sowie 14 Stipendiatinnen und Stipendiaten aus der Erziehungswissenschaft, den Fachdidaktiken und der Pädagogischen Psychologie mit zentralen Fragen der empirischen Bildungsforschung.

Bianka Kaufmann, Michael Schemmann, Ludwig Stecher, Anna Zirk und Birgit Greeb fassen die wichtigsten Ergebnisse einer Vergleichenden Untersuchung des BA-Studiengangs Außerschulische Bildung und des Diplom-Studiengangs Erziehungswissenschaft aus Sicht der Studierenden zusammen. Mit Beginn des Wintersemesters 2006/07 wurden im Rahmen des Studienreformprozesses auch am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Gießen verschiedene Bachelor-Studiengänge eingeführt. Parallel dazu gab es noch weiter die Diplom- und Magister-Studiengänge. Diese Situation wurde im Rahmen des Projektes genutzt, um sich mit der Frage auseinander zu setzen, wie sich die neue gestufte Studienstruktur aus Sicht der Studierenden in ihren Studienerfahrungen und bedingungen niederschlägt.


Um "Ökologische Konsequenzen des Reisanbaus" geht es bei einer neuen Forschergruppe der
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