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Hohe Auszeichnung für Professor Hugo A. Katus

05.05.2011 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Ärztlicher Direktor der Kardiologie am Universitätsklinikum Heidelberg erhält Paul-Morawitz-Preis Professor Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, hat bei der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK) in Mannheim den mit 5200 Euro dotierten Paul-Morawitz-Preis erhalten. Er wird von der DGK jährlich an Ärzte aus dem deutschen Sprachraum für hervorragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Kardiologie verliehen. Sein Vorgänger als Ärztlicher Direktor, Professor Dr. Wolfgang Kübler, wurde zum Ehrenmitglied ernannt: Er hat es frühzeitig verstanden, die molekulare kardiovaskuläre Forschung in die klinische Medizin zu integrieren, und er hat mit der von ihm begründeten Heidelberger Schule neue Maßstäbe in innovativer, experimenteller und klinischer Forschung gelegt, so die DGK.

Herr Prof. Dr. med. Hugo Katus hat durch seine Forschungsarbeiten wesentlich das Feld der Diagnostik der koronaren Herzkrankheit und der akuten Koronarsyndrome gefördert, heißt es in der Laudatio für seinen Nachfolger, der zugleich zum Präsidenten der DGK-Frühjahrstagung 2013 gewählt wurde. Durch die Entwicklung von kardialen Markern hat er wesentlich zur nationalen Sichtbarkeit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V. beigetragen. Der Kardiologe entwickelte 1990 ein Standardverfahren zum Nachweis von Herzinfarkten: Troponin T, ein Herzmuskelprotein, kann bereits wenige Stunden später im Blut gemessen werden. Zuvor waren Ärzte auf teilweise unsichere diagnostische Verfahren wie EKG und andere Bluttests angewiesen, Hilfe kam oft zu spät. Mit der Hilfe von Troponin T gelingt es, insbesondere die Patienten mit kleinerem Herzinfarkt zu identifizieren, erklärt Prof. Katus. Das sind in Europa jedes Jahr etwa 500.000 Menschen, die wir adäquat behandeln können.

Protein zeigt Herzinfarkt an

Schon Mitte der 70er Jahre hatte Prof. Katus zusammen mit anderen Forschern die Unterschiede zwischen den Skelett- und Herzmuskelproteinen untersucht. 1983 entdeckte er das kardiale Troponin doch die Fachwelt reagierte zunächst mit Skepsis: Wir mussten sie durch aufwändige klinische Studien erst von dem diagnostischen Wert des neuen Proteins überzeugen, erinnert sich der Kardiologe. Seit den 90er Jahren wird Troponin T auch als Risikomarker eingesetzt, um einen möglichen Infarkt vorhersagen zu können. Mittlerweile hat sich Prof. Katus auf die Erforschung der durch genetische Veränderungen verursachten Herzschwäche und des Muskelkraftstoffs S100A1 verlegt. Erste Versuche zeigen, dass dieses Protein nicht nur die Pumpleistung des Herzens verbessert, sondern auch Rhythmusstörungen behebt und die Herzkranzgefäße erweitert.

Hugo A. Katus wurde 1951 in Steinfeld in Rheinland/Pfalz geboren. Nach seinem Medizinstudium in Heidelberg absolvierte er seine wissenschaftliche Ausbildung dort und an der Harvard Medical School in Boston. Später arbeitete er als Assistenz-und Oberarzt in der Inneren Medizin III am Universitätsklinikum Heidelberg. 1996 folgte Prof. Katus einem Ruf ans Universitätsklinikum Lübeck, wo er bis 2002 als Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik tätig war. Im April 2002 wechselte der mittlerweile international renommierte Herzspezialist zurück an das Heidelberger Universitätsklinikum, wo er die Nachfolge von Professor Wolfgang Kübler als Leiter der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie antrat. Auch privat tut der 59-Jährige seinem Herzen etwas Gutes: Er fährt jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Paul Morawitz, der Namensgeber des Preises, wurde am 3. April 1879 in St. Petersburg geboren und erlangte 1907 in Heidelberg seine Habilitation für Innere Medizin. Als außerordentlicher Professor leitete er unter anderem die Medizinische Universitäts-Poliklinik in Freiburg. Morawitz ist der Verfasser von Werken wie Klinische Diagnostik innerer Krankheiten oder Die Blutkrankheiten in der Praxis. Der Preis wird von der AstraZeneca GmbH gefördert.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Hugo A. Katus
Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie
Medizinische Universitätsklinik Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 86 70 (Sekr.)
Fax 06221 / 56 55 16
E-Mail: Sekretariat.Katus@med.uni-heidelberg.de

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

http://www.klinikum.uni-heidelberg.de


Bei Rückfragen von Journalisten:
Dr. Annette Tuffs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 45 36
Fax: 06221 / 56 45 44
E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

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