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Ehrendoktor für zukunftsorientierten Pflanzenzüchter

09.05.2011 - (idw) Universität Hohenheim

Universität Hohenheim ehrt Herrn Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Andreas J. Büchting, Aufsichtsratsvorsitzender der KWS SAAT AG

PRESSEFOTOS unter www.uni-hohenheim.de In einem Festakt im Balkonsaal des Hohenheimer Schlosses verlieh die agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität Hohenheim am 6. Mai 2011 Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Andreas J. Büchting in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Forschung in der Pflanzenzüchtung die Ehrendoktorwürde. Der leidenschaftliche Familienunternehmer und Aufsichtsratsvorsitzende des Pflanzenzüchtungsunternehmens KWS SAAT AG in Einbeck setzt sich seit Jahrzehnten für die Forschung an der Universität Hohenheim ein. Besonderes Gewicht legt er dabei auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuches. Für Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Büchting ist diese jüngste Ehrung bereits das zweite Ehrendoktorat: Seit 2002 trägt er bereits einen Ehrentitel der Universität Göttingen.

Es kommt nicht häufig vor, dass die Universität die Ehrendoktorwürde vergibt. Doch Andreas Büchting hat eine besondere Würdigung verdient, erklärte Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Liebig, Rektor der Universität Hohenheim, in seiner Eröffnungsrede.
Als Hohenheimer Alumnus ist er seiner Universität über Jahrzehnte verbunden geblieben. Gemeinsam mit dem Institut für Pflanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik führte er zahlreiche Forschungsprojekte durch. Als kritischer Berater trug er dazu bei das Profil der Fakultät Agrarwissenschaften zu schärfen. Zur Förderung des Hohenheimer Nachwuchses vergibt die KWS SAAT AG bereits seit Jahren studienunterstützende Stipendien im Masterprogramm.

Vom Studium in Hohenheim in Leitungsfunktion der KWS
Nach seinem Studium der Agrarbiologie an der Universität Hohenheim und der Cornell University, Ithaca/New York, promovierte Andreas J. Büchting 1977 bei Prof. Dr. F. W. Schnell am Lehrstuhl für Angewandte Genetik und Pflanzenzüchtung, Hohenheim. Mit dem Ausscheiden seines Vaters aus dem Vorstand der KWS SAAT AG wurde er 1978 als Repräsentant der sechsten Generation der Gründerfamilien zum Vorstandsmitglied bestellt.
Als späterer Sprecher des Vorstands war er sowohl für das Ressort Züchtung und Forschung als auch für die Gesamtkoordination des Unternehmens verantwortlich. Das traditionsreiche Familienunternehmen entwickelte sich unter seiner Ägide zu einem weltweit führenden Unternehmen der Pflanzenzüchtung. 2007 wechselte Andreas J. Büchting vom Vorstand in den Aufsichtsrat der KWS, in dem er den Vorsitz übernahm.

Engagement in Führungsgremien der Scientific Community
Mit Andreas Büchting hat die Fakultät einen zukunftsorientierten Berater mit allerbesten Kontakten, hob Prof. Dr. Joachim Sauerborn, der Dekan der Fakultät Agrarwissenschaften, beim Überreichen der Ehrenurkunde hervor.
Andreas J. Büchting wirkte u. a. in Führungsgremien zahlreicher Verbände und wissenschaftlicher Einrichtungen mit, wie dem Kuratorium des Max-Planck-Instituts für Züchtungsforschung in Köln oder dem Stiftungsrat des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben (IPK).
Zwölf Jahre lang war er Vorstandsvorsitzender der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung (GFP). In Frankreich wurde er als erster ausländischer Staatsbürger zum Mitglied des Beratungsgremiums des französischen Landwirtschaftsministers berufen.
Aufgrund seines starken Engagements in der nationalen und internationalen Agrarforschung wurde er von Bundeskanzler Helmut Kohl in dessen Forschungs- und Technologierat als Mitglied berufen, später in der Regierung Angela Merkels in den Forschungs- und Technologierat für Bioökonomie (seit 2008). Die Georg-August-Universität Göttingen verlieh ihm 2002 in Anerkennung seiner Verdienste für Forschungsfragen im Bereich Wirtschaft und Wissenschaft einen Ehrendoktor.
2007 wurde er ad personam in den Senat der Leopoldina, der nationalen Akademie der Wissenschaften, berufen. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Arthur-Burkhardt-Preis ausgezeichnet und steht damit in einer Reihe mit weiteren deutschen Spitzenforschern und Nobelpreisträgern.

Initiator innovativer Forschungsprogramme
Das Engagement von Andreas Büchting geht weit über sein Unternehmen und die Pflanzenzüchtung im engeren Sinne hinaus. Er besitzt die Fähigkeit, Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik für zukunftsrelevante Themen zu sensibilisieren, zu vernetzen und für einen Diskurs zu gewinnen. Diese Eigenschaft zeichnet ihn aus und er setzt sie beständig ein, um die deutsche Pflanzenzüchtungsforschung als Ganzes zu fördern, betonte Prof. Dr. Albrecht E. Melchinger, der Hohenheimer Professor für Angewandte Genetik und Pflanzenzüchtung, in seiner Laudatio.
So war Büchting 1998 einer der Initiatoren des bundesweiten Forschungsnetzwerks GABI (Genomanalyse im Biologischen System Pflanze). Diesem innovativen Forschungsverbund vieler öffentlicher Institute und der privaten Wirtschaft ist es mit zu verdanken, dass die deutsche Pflanzenzüchtungsforschung in der Weltspitze mitspielt.

Einsatz für europaweit einzigartige Stiftungsprofessur
Prof. Dr. Sauerborn ergänzte: Viele Fragen der Zukunft werden auf dem Acker entschieden, ob es sich um Nahrungsmittel- oder Rohstoffproduktion, Klima- oder Naturschutz handelt. Die landwirtschaftliche Nutzfläche kann weltweit kaum noch ausgedehnt werden, weshalb wir die Produktivität der Flächen drastisch erhöhen müssen, und das möglichst rasch. Die Pflanzenzüchtung kann dazu einen wesentlichen Beitrag leisten.
Der Geehrte ist davon überzeugt, dass moderne Züchtungsmethoden und neue Technologien dazu beitragen können, diese gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern und regt deshalb immer wieder entsprechende Forschungsinitiativen an. So wurde im Jahr 2008 auf sein Betreiben hin eine Stiftungsprofessur in Hohenheim eingerichtet. Der berufene Stiftungsprofessor erschließt gezielt genetische Eigenschaften alter Landrassen und Wildformen wichtiger Kulturpflanzen für Neuzüchtungen und bedient sich dabei aktueller Methoden von Genomforschung und Bioinformatik.

Fortsetzung der Kooperation
Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Andreas J. Büchting baut auch künftig auf eine enge Kooperation zwischen naturwissenschaftlicher Forschung und praktischer Pflanzenzüchtung. Und so lässt sich der renommierte Molekularbiologe, Prof. Dr. Detlef Weigel vom Max-Planck-Institut in Tübingen, in seinem Festvortrag schon einmal über die Schulter schauen. Er referierte vor der Fakultät und geladenen Ehrengästen, darunter die Nobelpreisträger Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard und Prof. Dr. Erwin Neher, über neue Erkenntnisse der Pflanzengenomforschung und ihren Nutzen für die praktische Pflanzenzüchtung.

Mit einer Wanderung auf der Schwäbischen Alb am Samstag ließen die Fakultätsmitglieder, Ehrengäste und Studenten die festliche Veranstaltung gemeinsam ausklingen.
Text: Klebs

Kontakt für Medien:
Dr. Brigitte Kranz, Universität Hohenheim, Fg. Angewandte Genetik und Pflanzenzüchtung,
Tel: 0711/459-23544, E-Mail: kranz@pz.uni-hohenheim.de

Dr. Sabine Michalek, KWS SAAT AG, Head Public Relations
Tel: 05561/311-334, Mobile: 0151 18 85 50 67, E-Mail: s.michalek@kws.com
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