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Kongress in Halle: "Nachhaltige Entwicklung der Folgelandschaften des Braunkohlebergbaus ..."

28.08.2003 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Kongress
"Nachhaltige Entwicklung der Folgelandschaften des Braunkohlebergbaus - Stand und Perspektiven in Wissenschaft und Praxis"
Abschlussveranstaltung zum BMBF-Förderschwerpunkt
"Sanierung und Rekultivierung der Landschaften des Braunkohlebergbaus in den neuen Bundesländern"

Unter der Schirmherrschaft von Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung
und Forschung, findet am 15. und 16. September 2003 die Abschlussveranstaltung
zum BMBF-Förderschwerpunkt "Sanierung und Rekultivierung der Landschaften des Braunkohlebergbaus in den neuen Bundesländern" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg statt. Veranstalter ist das Institut für Geographie, Fachbereich Geowissenschaften, die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Cornelia Gläßer.
Der Kongress beginnt am Montag, dem 15. September, 9.30 Uhr, im Auditorium Maximum
auf dem Universitätsplatz in Halle (Saale).

Die extensive Gewinnung von Rohbraunkohle in Mitteldeutschland und der Lausitz führte zu irreversiblen Landschaftsschäden von extrem hohem Ausmaß in den neuen Bundesländern. Die tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen 1990 betrafen in erheblichem Maß den Umbau des Energiesektors. Von den 1989 noch aktiven Tagebauen wurden in kurzer Zeit 32 Tagebaue mit einer Gesamtfläche von 1000 km2 stillgelegt. Diese musste nach ökonomischen und ökologischen Aspekten saniert und in die umgebenden Landschaften wieder eingebunden werden, ohne dass dafür ausreichende Kenntnisse vorhanden waren. Damit verbunden waren die Rekultivierung von ca. 380 km2 Kippenflächen, die Sanierung von 120 Altstandorten, die Stabilisierung und Gestaltung von 1000 km Böschungen und vor allem die Wiederherstellung eines sich selbst regulierenden Wasserhaushaltes in einer Region von mehr als 3000 km2 mit einem Wasserdefizit von 13 Mrd. m3.

Die daraus erwachsenden Sanierungsaufgaben zur Rekultivierung und Gestaltung der Braunkohlenbergbaufolgelandschaften erreichen enorme Dimensionen und können nur als eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und dem Sanierungsbergbau gelöst werden. Zur Realisierung dieser Aufgaben wurde 1994 der Förderschwerpunkt "Sanierung und Rekultivierung der Landschaften des Braunkohlebergbaus in den neuen Bundesländern" gestartet, der die Entwicklung der Region begleitet hat. In vielfältigen Forschungsverbünden erfolgten interdisziplinäre Grundlagenforschung und die Entwicklung und Implementierung von Sanierungsverfahren.

Die Tagung will Bilanz ziehen über die Ergebnisse der Forschung und deren praktische Umsetzung bei der Sanierung der Bergbauregionen. Ausgehend von den Erkenntnissen und Erwartungen zu Beginn der Förderphase werden die Ergebnisse und deren praktische Umsetzung im Sanierungsbergbau diskutiert.
Zusätzlich berichten Vertreter des aktiven Bergbaus sowie Technologietransferunternehmen und Gäste aus Osteuropa über ihre spezifischen Erfahrungen und Aufgaben.

Die Tagung gliedert sich in vier thematische Sitzungen:

Geotechnische Sanierung und Gestaltung
Entwicklung der Gewässer
Rekultivierung und Renaturierung
Landschaftsentwicklung

Zum Abschluss werden die Strategien und Konzepte für die künftige Entwicklung der Region unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit im Kontext Ökonomie - Ökologie - Soziologie interdisziplinär diskutiert.
An der Tagung, die Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erhält, nehmen namhafte Vertreter und Referenten des BMBF, des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt, von öffentlichen Einrichtungen, von Universitäten und Fachhochschulen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus dem Ausland teil. Eine Posterausstellung und die Anwesenheit von Firmen der Region, die sich mit ihren Sanierungskonzepten vorstellen, begleiten das Kongressgeschehen.

Das Forschungsprogramm hat einen enormen Beitrag in den vielfältigsten Bereichen erbracht. Die auf den Forschungsergebnissen basierenden Sanierungen sind der Ausgangspunkt für eine zukunftsfähige Entwicklung der Bergbaugebiete. Zugleich konnte ein Wissenszuwachs erzielt werden, der ein Know How und Technologietransfer in andere hochgradig geschädigte Regionen - beispielsweise in die neuen EU-Beitrittsländer - gestattet.


Ausführliche Informationen zum Kongress und zum Programm sind auch im Internet unter den Adressen
http://maps.geographie.uni-halle.de/kongress/index.php
http://www.verwaltung.uni-halle.de/DEZERN1/PRESSE/tagungen/BMBFglae.pdf (Programm)
zu erhalten.

Ansprechpartnerin:
Prof. Dr. Cornelia Gläßer
Tel.: 0345 55-26020/00
Fax: 0345 55-27168
E-Mail: glaesser@geographie.uni-halle.de
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