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Siebenbürgen, der ethnische Schmelztiegel Europas

29.08.2003 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Wissenschaftler der Universität Jena leiten internationale Tagung über das siebenbürgische Schulsystem, die vom 2.-7. September im rumänischen Sibiu stattfindet.

Jena (28.08.03) Siebenbürgen gilt als Musterbeispiel für ein Gebiet, in dem auf engstem Raum viele verschiedene Völker zusammenleben. Zum einen leben hier Rumänen, die seit dem ausgehenden Mittelalter nach und nach zur demographisch stärksten Gruppe avancierten, zum anderen siedelten dort Ungarn und Deutsche (Siebenbürger Sachsen), hinzu kommen Sinti und Roma, Juden, Armenier, Griechen und Serben. Dieser ethnischen Vielfalt entspricht eine konfessionelle: So finden sich neben orthodoxen auch griechisch-katholische und neben Protestanten beispielsweise römisch-katholische Glaubensanhänger. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in diesem ethnischen Schmelztiegel ein differenziertes Schulsystem. Die erste internationale Konferenz "Siebenbürgisches Schulwesen im 19. Jahrhundert", die vom 2.-7. September im rumänischen Sibiu stattfindet, versucht erstmals die gesamte Schulgeschichte aller ethnischen Gruppen in den Blick zu bekommen.

"Es gilt die Entwicklung des Schulsystems im Spannungsfeld zwischen staatlichem Gestaltungsanspruch und kirchlicher Trägerschaft auszuloten", verdeutlicht Prof. Dr. Joachim von Puttkamer das spannende Forschungsfeld. Gemeinsam mit Prof. Dr. Wolfgang Dahmen leitet der Historiker die Tagung. Erstmalig haben die Wissenschaftler der Universität Jena die internationalen Experten zusammengeführt, die über dieses Thema forschen. "Bisher haben sich rumänische Wissenschaftler mit dem rumänischen Schulwesen, die Ungarn mit der Entwicklung des magyarischen und die Deutschen mit dem der Siebenbürger Sachsen auseinandergesetzt", erklärt Prof. Dahmen. Der einzige ausgewiesene Rumänistik-Professor in Deutschland und sein Historikerkollege kamen mit der Ausrichtung der Konferenz einer Bitte des Internationalen Zentrums für wissenschaftliche Zusammenarbeit an der Uni Tübingen nach.

Die Konferenz, die von der "Gerda Henkel Stiftung" finanziert wird, ist als Mischform zwischen Workshop und wissenschaftlicher Tagung konzipiert. Neben dem länderübergreifenden Expertenaustausch sollen mit Nachwuchswissenschaftlern die Probleme der siebenbürgischen Schulentwicklung angesichts des virulent werdenden Nationalismus im 19. Jahrhundert erörtert werden.
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