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Das Uni-Puzzle: Die ideale Uni von morgen

29.08.2003 - (idw) Universität Trier

Trierer Studentin erhielt zweiten Preis im CHE-Ideenwettbewerb "Küss die Uni wach" - Ideale Uni: "Weg von der Ellbogengesellschaft"

"Das Potential zur Schaffung der idealen Uni liegt in der Uni selbst - es muss nicht extra angeworben werden, sondern schlummert direkt auf jedem Campus - kostenlos!" Ein Positivaspekt des "Uni-Puzzles", das Sandra Wenz, Studentin der angewandten Geographie an der Universität Trier, im Oktober 2002 für den Ideenwettbewerb des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) unter dem Motto "Küss die Uni wach" eingereicht hatte. Studierende aller Fachrichtungen sollten ihre "Ideen für die Hochschule von morgen" auf maximal 10 Seiten zusammenfassen. Es gab weder inhaltliche noch methodische Einschränkungen. Aus über 100 Einsendungen hatte eine Jury, unter anderem mit dem Leiter des CHE Detlev Müller Böhling, dem Hamburger Senator Jörg Dräger und dem damaligen HRK-Präsidenten Klaus Landfried sechs der Konzepte für die Endrunde nominiert. Auf einem von der AIESEC Ruhrgebiet veranstalteten Bildungskongress ermittelten die Teilnehmer/innen die vier Bestplatzierten. Sandra Wenz erhielt mit dem Beitragstitel " Uni-Puzzle" den zweiten Platz in der Gesamtwertung.

Auf die Frage wie die Idee zum Puzzle über eine "Wunschuni" entstanden war, sagt Sandra Wenz: "Durch viele Gespräche mit Kommilitonen hat sich immer stärker herauskristallisiert, dass sehr viele unterschiedliche Maßnahmen nötig wären, um die ideale Hochschule zu schaffen. Um ein stimmiges Gesamtbild zu erzielen, müßten diese auch noch optimal aufeinander abgestimmt werden und teilweise ineinander greifen. Da war das Bild des Puzzles, bei dem viele kleine Teile auf denen man fast nichts erkennen kann, die zusammengesetzt, jedoch ein gut erkennbares Ganzes abgeben, naheliegend."

Sandra Wenz will mit ihrer Puzzle-Idee konstruktive Kritik an den aktuellen Zuständen üben. Das Ziel ihrer Puzzle-Idee beschreibt sie in eigenen Worten:
"Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Einführung von Studiengebühren bietet die Puzzle-Idee eine Möglichkeit, die mit den Gebühren verbundenen Ungerechtigkeiten auszuschalten. Sicher kann sich nicht jeder Studierende die Zahlung von Studiengebühren, ganz gleich in welcher Höhe, leisten. Es ist aber in meinen Augen absolut jeder in der Lage, während seiner Studienzeit eine gewisse Menge an Dienstleistungen an seiner Uni und für seine Uni zu erbringen. Denkt man die Puzzle-Idee konsequent zu Ende, ist die Einführung von Studiengebühren nahezu hinfällig, jeder trägt nach eigenen Möglichkeiten zu einem angenehmen, motivierenden Klima an der Hochschule bei. So kann viel Geld gespart werden und der Einzelne lernt ganz nebenbei auch für das weitere Leben, dass die Dinge gut funktionieren wenn man sie selbst in die Hand nimmt statt ständig auf die Hilfe der anderen, zum Beispiel die des Staates, zu warten."


Die Umsetzung der erarbeiteten Positivaspekte soll zunächst auf freiwilliger Basis sein. Denn so Wenz: "Viele leisten ja bereits ihren Beitrag zur Schaffung einer besseren Situation an der Uni, sei es etwa durch Arbeit in den Fachschaften oder Erstsemsterarbeit. Warum soll man diese Studenten nicht dafür belohnen und ihre Arbeit anerkennen, indem man ihnen Gebühren erläßt? Und wenn es im Bereich dieser Gremien funktioniert, warum nicht auch in der Bibliothek, beim Studentenwerk, in den Sportanlagen?"
Wie die ideale Uni von Sandra Wenz aussehen soll, umreißt sie folgendermaßen: "In jedem Fall wäre es wichtig, dass sich sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden und Mitarbeiter sich mit "ihrer" Uni identifizieren, dass ihnen wichtig ist, was dort geschieht. Jeder sollte sich klar machen, was die Uni für das eigene Leben eigentlich bedeutet. In den USA sind viele Menschen stolz darauf, ihren Abschluß an dieser oder jener Hochschule gemacht zu haben. Das gilt nicht nur für die Elite-Unis und liegt meiner Meinung nach vor allem daran, dass dort ein ganz anderes Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert wird. Die ideale Uni sollte uns weg bringen von der viel beklagten Ellbogengesellschaft."

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