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Professor der Fachhochschule Jena empfängt Wiener Wissenschaftler

29.08.2003 - (idw) Fachhochschule Jena


Dr. Alexander Lee (links) und Dr. Werner Schmid bestimmen mit Hilfe des Aggregometers die Aktivität der Thrombozyten im Blut, die bei Atherosklerose besonders hoch ist. Foto: Sell/FH Jena An der Fachhochschule Jena sind gegenwärtig Dr. Werner Schmid und Dr. Alexander Lee vom Physiologischen Institut der Universität Wien zu Gast. Sie sind in der Atherosklerose-Forschung aktiv und beschäftigen sich dabei insbesondere mit dem Einfluß von Lipoproteinen auf das Krankheitsgeschehen, z.B. von LDL (low density lipoproteins). LDL transportieren Cholesterin im Blut und bei einem Überangebot von LDL lagert sich Cholesterin in den Gefäßen ab und kann dadurch Atherosklerose verursachen.

In Wien ist eine Methode entstanden, welche der Modifikation und damit der Aktivierung dieses "bösen" Cholesterins (LDL) im Blut dient. Wie in Wien gezeigt werden konnte ist die, für das atherosklerotische Geschehen typische Thrombozytenaktivierung, unter anderem durch diese modifizierten LDL verursacht.

An der FH Jena nutzen beide Wissenschaftler ein hier entwickeltes Verfahren, das die Wechselwirkung von Blutzellen und zwar die Interaktion zwischen Leukozyten und Thrombozyten mit Hilfe der Durchflusszytometrie quantifiziert. Diese Interaktion ist im Blut von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Die Wiener Wissenschaftler wollen herausfinden, ob die modifizierten LDL auch die Blutzell-Interaktion beeinflussen. Dabei arbeiten sie eng mit Professor Dr. Peter Spangenberg vom Fachbereich Medizintechnik der Fachhochschule Jena zusammen, der dieses Verfahren gemeinsam mit Fachkollegen Mitte der 90-er Jahre entwickelt hat. Die Methode fand mehrfach in der internationalen Presse Beachtung und ist durch zahlreiche klinische Studien verifiziert worden. Ein neuer Thrombozytenhemmstoff wird momentan in Jena im Labor getestet. "Dieser Wirkstoff hat ein höheres antithrombotisches Potential als gegenwärtig genutzte Substanzen, er ist aber leider noch nicht als Medikament zugelassen" so Professor Spangenberg.

An diesem Thema arbeiten Wissenschaftler weltweit. Auf dem jüngsten Weltkongress (XIX. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Thrombose und Hämostase vom 12.-18.07.2003 in Birmingham/U.K.) konnte sich der Jenaer Professor über den Stand der Forschung informieren und eigene Daten vorstellen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Physiologischen Institut der Universität Wien und der FH Jena ist erstmalig. Den Kontakt knüpfte Professor Spangenberg mit Wiener Kollegen ebenfalls auf einer Fachtagung. Beide Partner sind überzeugt, dass die gemeinsame Arbeit keine Eintagsfliege bleiben wird.

Nach der Arbeit tauchen Dr. Alexander Lee und Dr. Werner Schmid gern in die Jenaer Studentenszene ein. Besonders gut gefällt ihnen dabei das Kneipenviertel rund um die Wagnergasse, darüber sind sich beide einig. Die Menschen in Jena empfinden beide als "besonders freundlich".

Monika Langenberger
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