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Junge Architekten und der Schriftsteller Christoph Martin Wieland

30.08.2003 - (idw) Fachhochschule Biberach

Mit dem Biberacher Schriftsteller Christoph Martin Wieland als Diplomthema haben sich Studierende der Architektur an der Fachhochschule Biberach auseinandergesetzt.


Wurde von der Stadt Biberach angekauft: Der Entwurf der Diplomandin Kerstin Schaich.
Auch die Diplomarbei von Mattias Kunz würdigte die Stadt Biberach mit einem Ankauf der Arbeit. Wieland in Biberach oder wie die Literatur ein Kaufhaus verdängt: So lautete das Diplom-Thema für die etwa 30 Absolventen im Fachbereich Architektur an der Fachhochschule Biberach. Schließlich ist Biberach die Heimatstadt des Schriftstellers Christoph Martin Wieland, der 1733 in Oberholzheim (bei Biberach) zur Welt kam und Kindheit wie Jugend in Biberach verbrachte. Biberach als Dichterstadt also - und als eine Stadt im Wachstum, mit Brachflächen und Bausünden im urbanen Umfeld, dem Übergang zwischen der historischen Altstadt und der südlichen Stadterweiterung mit Bauten der 60er und 70er Jahre. Zum Beispiel das Kaufhaus X, das mittlerweile ungenutzt wie ein trotziger Koloss am Bürgerpark liegt. Dieser Park, das Kaufhaus und das so genannte Wieland-Gartenhaus, das zu des Dichters Zeiten unverbaut inmitten eines Gartens lag, waren die Eckpunkte des Diplom-Themas. Nach mehreren Aufgabenstellungen in der Ferne, suchte die Fachhochschule diesmal ganz bewusst "Anregung und Hilfestellung direkt vor der Haustür", so Prof. Andreas Theilig, der zusammen mit seinen Kollegen Prof. Kai Haag und Prof. Dr. Wolfgang Mühlich die Arbeiten der Diplomanden und Diplomandinnen betreute. Die Stadt Biberach griff diese Idee begeistert auf; es entstand eine "hervorragende Zusammenarbeit" (Theilig) mit Baubürgermeister, Stadtplanungsamt, Kulturamt und Wieland-Musum. Und so arbeiteten vor allem die Studierenden mehr in dem Gefühl ein Stück Diskussion um Stadtentwicklung und Kulturengagement zu begleiten als Prüfungsleistungen abzulegen.
Baubürgermeister Julius Ogertschnik bescheinigt den studentischen Arbeiten "visionäre Antworten, mutig und unkonventionell, die in einer unglaublichen Variationsbreite städtebauliche und architektonische Lösungsansätze böten.
Was also könnte an Stelle des Kaufhauses stehen? Wie schafft man es, den Bürgerpark attraktiver zu gestalten, auf das die Bevölkerung ihn besser annimmt? Und wo bietet Biberach einen geeigneten Ort für ein Museum mit Archiv- und Seminarräumen für den Biberacher Schriftsteller und Dichter Christoph Martin Wieland. Ganz unterschiedliche Entwürfe sind dazu entstanden, fünf der insgesamt 30 Arbeiten sind im Biberacher Rathaus zu sehen, zwei davon kaufte die Stadt sogar an: So ist es Mattias Kunz gelungen mit sparsamen Gesten höchst wirkungsvolle städtebauliche Räume zu schaffen, in denen das Wieland-Museum unverwechselbar und selbstbewusst seinen Platz findet. Kerstin Schaich entschied sich für einen (sehr) großen Platz vor dem Museum. Dadurch schafft sie einen Anschluss zur Stadt, weiteren kulturellen Einrichtungen und dem umliegenden Landschaftsraum. Die von ihr gewählte Architektursprache lobte die Jury - Professoren wie Beteiligte der Stadt und des Archivs - aufgrund ihrer "hohen Affinität zu der Thematik Wieland". Wie ein Band webt sich im Entwurf von Andreas Denzler eine Kulturachse vom Marktplatz vorbei an der Bibliothek zum Bürgerpark und zum dort konzipierten Museum. Mit gekonnten, architektonischen Mitteln fängt Denzler die Achse quasi auf und entfaltet sie zu einem differenzierten Museum. Die Jury hob bei diesem Entwurf auch die "gekonnte perspektivische Darstellung und einen hohen Detaillierungsgrad" hervor, der einen guten räumlichen und atmosphärischen Eindruck vermittle.
"Das Besondere an unserer Aufgabenstellung ist nun, dass jeder einzelne Aspekt schon eine sehr interessante gestalterische und konzeptionell eigenständige Thematik ist; Zufriedenheit beim Planungs- und Kulturamt der Stadt Biberach kommt aber erst dann auf, wenn es Ihnen gelingt, alle drei Anforderungen so ineinander oder aneinander zu entwickeln, dass jedem Bereich einerseits eine Bedeutung bleibt, andererseits aber auch alle Teile voneinander profitieren und miteinander zu einem gerade dadurch ganz besonderen Ort werden" heißt es in der Beschreibung der Diplom-Aufgabenstellung der Professoren Theilig, Haag und Mühlich. Als Antwort darauf, ob den Studierenden dies gelungen ist, möge folgendes Statement des Baubürgermeisters Ogertschnig genügen: Die Stadt freue sich schon jetzt "auf eine nächste gemeinsame Aufgabenstellung".

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