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Brückenprofessur an der Universität Göttingen und im Deutschen Primatenzentrum (DPZ)

30.08.2003 - (idw) Deutsches Primatenzentrum

Die Universität Göttingen richtet mit dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ) ihre erste Brückenprofessur ein. Die C4-Professur wird am 01.09.03 mit Prof. Dr. Peter Kappeler von der Universität Leipzig, Zoologisches Institut, besetzt, der gleichzeitig als Lehrstuhlinhaber am Institut für Zoologie und Anthropologie und als Leiter einer Abteilung Soziobiologie am DPZ fungiert.


Prof. Dr. Peter Kappeler nahm den Ruf auf eine Brückenprofessur für Soziobiologie und Anthropologie der Universität Göttingen und des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) an (Foto: Kappeler). Das Charakteristikum der Göttinger Brückenprofessur im Gegensatz zu den verbreiteten gemeinsamen Berufungen zwischen Universitäten und ausseruniversitären Einrichtungen besteht darin, daß beide Parteien in gleicher Weise ihre spezifischen Ressourcen in einen gemeinsamen Pool einbringen. Dazu gehören einerseits Stellen für Hochschullehrer, Wissenschaftler, technische Angestellte sowie für Sekretariatsaufgaben, andererseits auch infrastrukturelle Ausstattungen. Dem Lehrstuhlinhaber obliegen alle Rechte und Pflichten einer regulären Universitätprofessur. Unter gemeinsamer Leitung wird an beiden Stadtorten geforscht. Dementsprechend richtet die Brückenprofessur ihre Labore und Arbeitsräume sowohl im Zoologischen Institut als auch am DPZ ein. Zudem werden die Ethologische Station der Universität in Sennickerode sowie die Freilandstationen des DPZ in Madagaskar und Peru der Abteilung zugeordnet.
Diese Brückenprofessur stellt einen wichtigen Baustein in den Bemühungen der Universität und des DPZ dar, die Vernetzung am Forschungsstandort Göttingen zu verstärken und die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit beider Institutionen in Zeiten allgemein knapperer öffentlicher Mittel zu wahren und auch noch zu steigern.
Das zentrale Forschungsgebiet der Abteilung beinhaltet Fragestellungen zu Ursachen, Konsequenzen und Mechanismen der Sozialsysteme von menschlichen und nicht-menschlichen Primaten. Die derzeitigen Kompetenzen sind dabei im Bereich der Langzeitbeobachtungen von Primatenpopulationen angesiedelt, wobei moderne genetische, physiologische und feldbiologische Methoden eingesetzt werden.
Die Forschungsschwerpunkte der Abteilung gliedern sich in drei Arbeitsgruppen (AG): Die AG Populationsbiologie wird theoretische und artenschutzrelevante populationsökologische Fragestellungen an verschiedenen Primatenarten in Madagaskar und Peru untersuchen. Die AG Verhaltensökologie beschäftigt sich mit der Evolution und den Mechanismen geschlechtsspezifischer Fortpflanzungs- und life history-Strategien sowie der Kommunikation bei Lemuren und Krallenaffen. In einer dritten, noch aufzubauenden AG Evolutionäre Psychologie werden theoretische Forschungsansätze zur Untersuchung menschlicher und nicht-menschlicher Primaten integriert. Diese AG soll evolutionäre Aspekte geschlechtsspezifischer sexueller Strategien, Geschlechterbeziehungen sowie Kooperations- und Konfliktlösungsmechanismen des menschlichen Verhaltens untersuchen.
Die inhaltliche Ausrichtung des Lehrstuhls und der Arbeitsgruppen ermöglicht damit zahlreiche wissenschaftliche Vernetzungen und Kooperationen mit anderen Fachrichtungen der Universität und Forschungssektionen des DPZ, sowie der außeruniversitären Forschungslandschaft, wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibnizgemeinschaft.

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